StartseiteRegionalRegion TuttlingenTrossingenDiese Baulücken und Leerstände verschwinden in Trossingen

Aufschwung in der Stadt

Diese Baulücken und Leerstände verschwinden in Trossingen

Trossingen / Lesedauer: 4 min

Es tut sich was in der Innenstadt: Für mehrere leere Läden stehen nun die neuen Nutzer fest. Und auch hässliche Baulücken könnten verschwinden. Ein Überblick.
Veröffentlicht:28.11.2023, 17:00

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In der Trossinger Innenstadt tut sich was: Wirtschaftsförderer Florian Widmann informierte am Montagabend im Gemeinderat darüber, wie Leerstände und Baulücken an Hauptstraße, Rudolf-Maschke-Platz und Marktplatz gefüllt und geschlossen werden sollen. Die CDU-Fraktion hatte die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts beantragt.

Vom oberen bis zum unteren Kreisverkehr an Hauptstraße/Marktplatz ging Widmann die vorhandenen Lücken und Leerstände samt angestrebter und teilweise in Bälde umgesetzter Beseitigung durch.

Mietvertrag im Januar

Beim Gebäude Hauptstraße 63, in dem früher die Commerzbank war, „geht es nur noch um Formalien“, so der Wirtschaftsförderer. Es sei anvisiert, dass im Januar 2024 ein Mietvertrag unterschrieben werde. In die Immobilie ziehe ein Dienstleister ein, konkreter wurde er in diesem Fall nicht. Mieter und Vermieter seien sich einig.

Für die Baulücke Hauptstraße 28, das Areal neben der Post, werde noch ein Investor gesucht, so Widmann. Ein Problem seien die hohen Baukosten. Die Stadt sei regelmäßig im Gespräch mit dem Eigentümer des Grundstücks.

Das Aufstellen einer großen Leuchtreklametafel dort ist vom Tisch, gegen das Versagen der Baugenehmigung war Widerspruch eingelegt worden. Die Ablehnung sei jedoch bestätigt worden, „nun kann die Baulücke bebaut werden“, erläuterte Widmann.

Marketingagentur statt Spielwaren

Neues auch bei der Nachfolge für Schrödl Spiel- und Schreibwaren: Dort beginne Anfang Januar der Umbau, berichtete Widmann. „Eine Marketingagentur wird sich dort ansiedeln.“

Im Gebäude Hauptstraße 8, in dem die Fahrschule Wössner ansässig ist, stehe der untere rechte Teil leer. Geplant ist laut Widmann, dass die Fahrschule erweitert und diesen Bereich entsprechend umbaut.

Textilveredler am Maschke-Platz

Im Wohn- und Geschäftshaus Rudolf-Maschke-Platz 5 beginne in Kürze der Umbau des leerstehenden Ladengeschäfts. Im Frühjahr werde dort ein Nachmieter aus dem Bereich der Textilveredelung einziehen. Widmann erläuterte, warum die Ansiedlung einer immer wieder genannten Wäscherei in der Innenstadt schwierig sei: Die brauche Starkstrom, „und viele Eigentümer erklären sich nicht dazu bereit, das einbauen zu lassen“. Auch schrecke der hohe Wasserbedarf einer Wäscherei Eigentümer ab.

Die Eigentümer suchen jedoch noch weiter nach einem Investor, der das Grundstück übernimmt.

Susanne Irion

Bei der größten Baulücke im Zentrum, dem Areal Marktplatz 7 gegenüber dem Auberlehaus, sei der Bescheid über ein Baugebot im Juni rechtskräftig geworden. Der Besitzer des Grundstücks habe, nachdem er keine Rechtsmittel gegen das verpflichtende Baugebot eingelegt habe, zwölf Monate Zeit, einen Bauantrag einzureichen, erläuterte Bürgermeisterin Susanne Irion im Rat.

Verdacht auf Altlasten

Bei der Baulücke Marktplatz 15 gebe es eine Baugenehmigung für ein Wohn- und Geschäftsgebäude, so Widmann. Die benachbarte frühere Tankstelle, Moltkestraße 2, habe die Stadt vor geraumer Zeit entrümpeln lassen; „seither hat sich das Problem nach vorne verlagert“, umschrieb Irion die dortige Optik.

Die Fläche sei altlastenverdächtig, „wir halten sie noch zurück“. Aus Sicht der Bürgermeisterin würde es „Sinn machen, den ganzen Riegel städtebaulich zu verwerten für ein größeres Vorhaben“. Denkbar seien dort etwa Parkplätze für die angestrebte Umgestaltung des Areals rund um das frühere Citykino und Obst Hauser, wo in diesen Tagen Bio Brummer einzieht.

Der Maschke-Platz muss ein anderes Flair bekommen.

Petra Hermann

Zur Zukunft des seit vielen Jahren leerstehenden Kinos liefen intensive Gespräche, berichtete die Bürgermeisterin, „das letzte vor sechs bis acht Wochen“. Problem sei, dass das Gebäude denkmalgeschützt ist. Deshalb brauche es „für einen Abriss ein umfangreiches Gutachten“.

Die Stadt unterstütze dieses Gutachten und übernehme die Kosten für eine Abrissgenehmigung. Sie habe den Eigentümern ein Kaufangebot gemacht. „Die Eigentümer suchen jedoch noch weiter nach einem Investor, der das Grundstück übernimmt“, so Irion zum Stand der Dinge.

Freies W-Lan in Innenstadt

Sie räumte ein, dass „die neuen Geschäfte in der Innenstadt nicht immer die Qualität der alten Fachgeschäfte haben“. Aber durch diese „kriegen wir immerhin eine Nutzung hin, die wieder Frequenz in die Innenstadt bringt“. Dem soll auch freies W-Lan dienen: Dies ist laut Widmann inzwischen an allen Standorten in der Innenstadt aufgebaut worden - „nur im Bereich der Volksbank hapert es noch“.

Ganz in der Nähe soll der Rudolf-Maschke-Platz in Kürze eine beleuchtete Säule bekommen, auf der für Veranstaltungen geworben werde. Ein runder Tisch für Hotel und Gastronomie in Trossingen habe im April erstmals getagt und sei Ende Oktober im erweiterten Kreis fortgesetzt worden. In erster Linie ging es laut dem Wirtschaftsförderer „um eine Art Kalender für die Ferienzeiten, um ein gastronomisches Angebot während der Sommerferien zu sichern“.

Markthalle auf den zentralen Platz?

„Der Maschke-Platz muss ein anderes Flair bekommen“, forderte Petra Hermann (CDU). „Er muss bespielt werden mit Veranstaltungen“, sagte Gustav Betzler (Freie Wähler), dass zwecks Umsetzung „auch die Trossinger Vereine gefordert“ seien.

Hilmar Fleischer (FDP) machte den Vorschlag, auf dem zentralen Trossinger Platz „eine Art Markthalle“ zu errichten - „es muss ja kein riesiges Gebäude sein“. Diese könnten Händler und eine kleine Gastronomie nutzen. „Wir sollten überlegen, ob sich eine solche Halle realisieren ließe.“

Antje Spehn (FDP) äußerte sich zu der Marketingagentur, die in den bald schließenden Spielwarenladen ganz in der Nähe ihres Geschäfts einzieht. Für sie sei eine solche Agentur „kein Frequenzbringer“ an Laufkundschaft, weil sich diese „nur an ein spezielles Publikum“ wende.