StartseiteRegionalRegion TuttlingenTrossingenAufträge an externes Büro kosten Trossingen enorme Summen

Trossingen

Aufträge an externes Büro kosten Trossingen enorme Summen

Trossingen / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung kann Planungsaufgaben personell nicht selbst stemmen. Doch die Auslagerung verschlingt Steuergelder in sechsstelliger Höhe.
Veröffentlicht:30.11.2023, 17:57

Artikel teilen:

Trossingen muss sparen - kein einfaches Unterfangen, wenn zum Beispiel schon die Planungskosten für externe Büros im Vorfeld von Sanierungen in sechsstelliger Höhe liegen. Bei notwendigen Sanierungen an vor allem Trossinger Schulen und Hallen kam deshalb im Gemeinderat die Frage auf, ob nicht die Stadtverwaltung selbst mehr Planungsaufgaben übernehmen könnte, um Kosten zu sparen. Doch dies ist offenbar schwierig.

Unter anderem ging es um die Sanierung des sogenannten „Turms“ des Trossinger Gymnasiums. Für die Planung sind laut Investitionsprogramm für kommendes Jahr 200.000 Euro vorgesehen. Petra Hermann (CDU) stellte angesichts der Planungskosten dafür und weitere Vorhaben die Frage, ob „die Stadtverwaltung nicht Planungsleistungen ins eigene Haus holen kann, um Kosten zu sparen“.

Planungen sind zeitlich aufwendig

Dafür habe die Stadt kein Personal, antwortete Sandra Kurz vom städtischen Hochbauamt. Solche Planungen seien „sehr aufwendig und deshalb zeitlich für uns nicht machbar“. Generell wäre es jedoch möglich, dass diese auch im Haus gemacht würden, ohne sie an externe Büros zu vergeben.

„Es braucht spezielle Leute für entsprechende Themen“, meinte Gustav Betzler (Freie Wähler). Die Fachleute der beauftragten Büros tauschten sich auch untereinander aus, sagte Bürgermeisterin Susanne Irion. Nicht ohne hinzuzufügen, dass es „schon bedenklich ist, dass wir 200.000 Euro für die Planung ausgeben, ohne überhaupt einen Architekten gefunden zu haben“. Hilmar Fleischer (FDP) titulierte das dahinter stehende Vergabeverfahren zur Auswahl der Planer und Fachingenieure, nach dem ein Auftrag ab einem bestimmten finanziellen Umfang europaweit ausgeschrieben werden muss, ein „einziges Bürokratiemonster“.

Löhrschule dockt an Realschule an

Dieses sogenannte VGV-Verfahren kommt auch bei weiteren Trossinger Großprojekten zur Anwendung: So bei den Sanierungen von Solweg- und Fritz-Kiehn-Halle und der Rathauserweiterung. Aufgrund der bisherigen „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ schlug die Stadtverwaltung vor, das Büro Atrium mit der Durchführung der Verfahren zu beauftragen. Dem stimmte der Gemeinderat einhellig zu.

Und ebenso der Beauftragung des gleichen Büros mit der Umsetzung des VGV-Verfahrens für das geplante Andocken der Löhrschule an das Realschulgebäude: Bekanntlich soll die Werkrealschule ans Schulzentrum umziehen. Vorgesehen ist ein Anbau an die dortige Realschule. Laut Stadtverwaltung werden für dieses Verfahren erneut 65.000 Euro fällig.