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Unbesiegt in Spaichingen: Wildgruber mit Titel–Hattrick bei Primtal–Cup

Spaichingen / Lesedauer: 3 min

Für Münchner Tennisspielerin ist das Spaichinger Turnier ein gutes Pflaster. Für noch mehr Furore sorgte aber die jugendliche Finalgegnerin.
Veröffentlicht:11.09.2023, 18:05

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In Spaichingen scheint Anja Wildgruber besonders gerne — und erfolgreich — aufzuschlagen. Die an Nummer eins gesetzte Tennisspielerin des MTTC Iphitos München gewann den Primtal–Cup 2023 des TC RW Spaichingen und baute eine bemerkenswerte Statistik aus. Auch bei den Herren setzte sich mit Maximilian Scholl (TEC Waldau) der Top–Favorit durch.

„Sie ist in Spaichingen noch ungeschlagen“, meinte Uwe Mayer, Pressesprecher des Ausrichters, mit Blick auf die Statistik anerkennend. Schließlich war der Sieg 2023 der dritte Auftritt der 21–Jährigen an der Prim. Schon 2019 und 2021 hatte Wildgruber die Damen–Konkurrenz gewonnen.

Dauersiegerin braucht Anlaufzeit und steht fast vor dem Aus

Allerdings habe sie ihre Siege schon erkämpfen müssen, so Mayer. Sowohl im Viertel– als auch im Halbfinale brachte erst der dritte Satz gegen Charlotte Rösch/(TC Doggenburg/ 2:6, 7:6, 6:3) sowie Helene Schnack (TC Raschke Taufkirchen/4:6, 6:2, 6:0) die Entscheidung. „Anja Wildgruber braucht immer erst etwas Anlaufzeit, um sich im Spiel zurechtzufinden. Wenn Sie dann aber im Fluss ist, macht sie kaum noch Fehler“, so der TC–Pressesprecher.

Im Duell mit Rösch, der im Tiebreak des zweiten Satzes nur zwei Punkte zum Sieg gefehlt hatten, habe er Wildgruber schon abgeschrieben, gestand Mayer ein. Die Dauersiegerin von Spaichingen bewies das Gegenteil.

Steffi Bachofer muss verletzt passen

Im Finale hatte es Wildgruber dann nicht wie erwartet mit der Nummer zwei der Setzliste, Steffi Bachofer (TC Bernhausen) zu tun. Diese hatte im Viertelfinale wegen einer Oberschenkelverletzung gegen Jacobea Junger (TC Doggenburg) beim Stand von 1:4 im ersten Satz aufgeben müssen. Die Gunst nutzte Michelle Khomich. Die erst 14–Jährige vom TC Rot–Weiß Gersthofen stellte ihr Talent unter Beweis. Vor allem mit dem druckvollen Spiel über ihre Vorhand habe sie den Gegnerinnen „richtig Ärger gemacht“, so Mayer.

Allerdings musste sie gegen Kimberly Tran (Tennisclub Blau–Weiß Villingen/6:1, 5:7, 6:0) und Larissa Ernst (TEC Waldau/6:2, 2:6, 6:1) über drei Sätze. „Sie macht im Angriff noch zu leichte Fehler, gerät dadurch in ein Loch“, meinte Mayer. Er habe bei beiden Matches, als er zwischenzeitlich den Platz verließ, gedacht, „das wars und dann hat sie doch gewonnen.“ Im Finale fehlte ihr dann aber die Energie und Wildgruber setzte sich 7:5, 6:2 durch.

Lokalmatadorin Julija Radenkovic schied im ersten Spiel aus. Sie unterlag Rösch 3:6, 5:7. „Sie hat sich wacker geschlagen“, erklärte der TC–Sprecher.

Zähes Finale bei den Herren, Halbfinale kostet enorm Kraft

Bei den Männern behauptete sich Maximilian Scholl. Genauso wie Finalgegner Edison Ambarzumjan (TC Aschheim) hatte er im Halbfinale arg zu kämpfen. Gegen André Nemeth (TC Weissenhof) siegte er nach drei Stunden Spielzeit 7:5, 4:6, 6:1. „Nemeth hat in dem Spiel sofort das Visier runtergenommen und ist auf alles drauf. Er hat gefühlt 128 Stopps gespielt. Da musste sich Scholl erst einmal in das Spiel reinbeißen“, so Mayer.

Weil Ambarzumjan in seinem Vorschlussrundenspiel gegen Mike Stieler (TC Göppingen) beim 6:7, 6:2, 6:2 ebenfalls lange auf dem Platz stand, habe man den Finalisten angemerkt, „dass sie ein bisschen müde waren. Das Finale war eher zäh“, erklärte Mayer. Letztlich setzte sich Scholl, obwohl er sich an der Schlaghand eine Blessur zugezogen hatte, mit 3:6, 6:3, 6:2 durch.

Aber auch die Zuschauer hätten das gute Wetter nicht nur genossen. „Es war schon sehr heiß.“ Und dennoch: „Mit 70 bis 100 Zuschauern am Tag doch ein Top–Event. Die Zuschauer haben wieder einmal Tennis auf hohem Niveau mit engen und spannenden Ergebnissen gesehen“, so Mayer, dessen Verein auch von den Aktiven für die Organisation des Wettbewerbs gelobt worden waren.