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Sportlerinnen schreiben Geschichte

Spaichinger Turnerinnen peilen sechsten Aufstieg in Serie an - mit Video

Spaichingen / Lesedauer: 4 min

Die Erfolgsgeschichte ist kaum zu glauben. Seit Jahren dominiert der TV Spaichingen die jeweilige Liga. Für den nächsten Schritt wird das Training fast zum Teilzeitjob
Veröffentlicht:29.11.2023, 17:00

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Sechs Meisterschaften in Folge und fünf Aufstiege bis hoch in die Oberliga: Die Turnerinnen des TV Spaichingen haben in den zurückliegenden Jahren gleich mehrfach Vereinsgeschichte geschrieben. Und dabei wollen sie es nicht belassen. Denn am Samstag, 9. Dezember, steht für die sechs Turnerinnen der Aufstiegswettkampf für die Regionalliga bevor. Sind sie auch dort erfolgreich, turnt der TVS in der nächsten Saison in der vierthöchsten Liga in Deutschland.

Schule, Studium und viele Stunden beim Training

Derzeit stecken die sechs Turnerinnen Vivien (19) und Cynthia Müller (16), Annika (19), Lara (17) und Jule Weiß (17) sowie Stefanie Sauter (14) gemeinsam mit ihren Trainerinnen Tanja Müller-Russ und Doro Rebholz in den intensiven Vorbereitungen für das Aufstiegsturnier im hessischen Heusenstamm. „Wir trainieren vier Mal pro Woche. Das sind rund zwölf Stunden - und das neben Studium oder Schule“, sagt Vivien Müller.

Teilnahme am Aufstiegsturnier wird gründlich überlegt

Dass ein so hohes Pensum auf die Turngruppe zukommt, war im Vorfeld abzusehen. Deshalb musste die Entscheidung gut überlegt sein. „Wir haben uns im Sommer zusammengesetzt und nicht nur überlegt, ob wir das zeitintensive Training mit Schule und mit Studium vereinbaren können, sondern auch, ob wir es körperlich und mental aushalten und durchziehen können. Wir haben dann alle geschlossen gesagt, dass wir es versuchen wollen“, sagt Vivien Müller.

Letztlich sind wir im Training zweispurig gefahren.

Vivien Müller

Das Training beschreibt die 19-Jährige als eine „gesunde Mischung“. Neben Krafttraining stehen wöchentlich mehrmals verschiedene und teilweise neue Übungen am Stufenbarren, Schwebebalken und Sprung auf dem Trainingsplan. Genauso üben sie für den Boden ihre Choreographie.

Vivien Müller sowie ihre jüngere Schwester Cynthia studierten für das Aufstiegsturnier extra eine neue Choreographie ein. „Letztlich sind wir im Training zweispurig gefahren. Wir bereiten uns nicht nur auf das Aufstiegsturnier vor, sondern auch schon auf die bevorstehende Saison - egal welche Liga es sein wird“, betont Vivien Müller.

Lieber nicht so schwierig, dafür sicher turnen

Bei den Elementen an den Geräten geht der TVS in der Relegation allerdings auf Nummer sicher - und das aus gutem und taktischem Grund, wie die Turnerin weiß: „Der Schwierigkeitsgrad wird von den Wertungsrichtern nicht so sehr belohnt, dafür fallen aber umso mehr die Ausführungen ins Gewicht.“

In den vergangenen Jahren startete der TVS immer unter dem Dach des Schwäbischen Turnerbunds (STB). Nun steht ein Wechsel an: Die Relegation für die Regionalliga gehört in den Bereich der Deutschen Turnliga (DTL), die gleichzeitig auch der Veranstalter ist. Insgesamt 13 Mannschaften aus Deutschland, darunter ein Absteiger und zwölf potenzielle Aufsteiger, treffen in Heusenstamm in zwei Durchgängen aufeinander. Der TV Spaichingen ist dabei der einzige Verein vom Schwäbischen Turnerbund. „Es ist ziemlich schwierig die Konkurrenz einzuschätzen, da das Ligensystem in Norddeutschland anders aufgebaut ist und sich die Statuten unterscheiden“, erklärt Trainerin Tanja Müller-Russ und fügte hinzu: „Unser Ziel ist es, beim Aufstiegswettkampf zu überzeugen und in die Regionalliga aufzusteigen.

Aktuell sind alle Turnerinnen fit. Wir achten im Training darauf, dass sich niemand verletzt und gehen - so gut es geht - kein Risiko ein. Außerdem machen alle einen überzeugenden und konzentrierten Eindruck im Training.“ Derzeit würden allerdings gerade in der Schule und Studium mehrere Klausuren bevorstehen, sodass nicht immer jede Turnerin das Training wahrnehmen könne oder zeitlich eingeschränkt sei.

Verein würde Regionalliga-Teilnahme finanziell gestemmt bekommen

Dennoch rechnet die TVS-Trainerin ihrem Team „berechtigte Chancen“ aus, um am Ende in die Regionalliga aufzusteigen. Gelingt ihnen dieser Erfolg, wollen sie den Startplatz in der Regionalliga auch annehmen. Zwar kommen in diesem Fall mehr Kosten auf den Turnverein zu, aber wie Müller-Russ betonte, stehe der Verein hinter ihnen und würde es finanziell gestemmt bekommen. Von den 13 Mannschaften erhalten die Plätze eins bis drei einen Startplatz in der Relegation.

Fest entschlossen ist auch Vivien Müller: „Wir wollen aufstiegen und künftig in der Regionalliga turnen. Das ist unser Ziel, sonst brauchen wir in der Relegation erst gar nicht antreten. Wir sind bereit dafür. Ich freue mich, dass der Wettkampf nun bevorsteht und die Entscheidung fällt. Denn wir müssen mit Blick auf die kommende Saison wissen, in welcher Liga wir 2024 turnen werden“, erklärt sie.

Nach Hotel-Übernachtung in den Wettkampf

Gemeinsam mit ihren Vereinskolleginnen sowie dem Trainer- und Betreuerteam reist sie bereits am Freitag vor dem Wettkampf nach einem letzten Training in Spaichingen nach Heusenstamm, um nach einer Übernachtung im Hotel ausgeruht den Wettkampf anzugehen und um das Team auf das Aufstiegsturnier einzuschwören.

Das Aufstiegsturnier der Deutschen Turnliga für die Regionalliga in Heusenstamm beginnt am Samstag, 9. Dezember, um 10.30 Uhr und endet etwa um 16.35 Uhr.