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Bürgermeisterwahl 

6 Fragen an die  Bürgermeisterkandidaten für Hausen o.V.

Hausen o.V. / Lesedauer: 15 min

Gleich vier Männer wollen unter dem Hohenkarpfen Bürgermeister werden. Wir haben sie nach ihren Vorbildern und Konzepten gefragt.
Veröffentlicht:30.11.2023, 17:00

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Am Sonntag, 4. Dezember, haben die 661 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger von Hausen ob Verena ab 16 Jahren die Möglichkeit, ihren Bürgermeister für die nächsten sieben Jahre zu wählen. Sollte keiner der vier Kandidaten eine absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent bekommen, gibt es am Sonntag, 17. Dezember, eine Stichwahl unter den beiden Erstplatzierten.

Im Vorfeld haben wir die vier Kandidaten nach ihren Vorbildern und den Konzepten für Hausen befragt. Hier die Antworten in alphabetischer Reihenfolge der Kandidaten also Jochen Arno, Eugen Kapustinski, Wolfgang Klaiber und Thomas Zeller.

Jochen Arno

Jochen Arno.
Jochen Arno. (Foto: Privat)

Wer ist Ihr oder sind Ihre persönlichen Vorbilder und warum?

Einer meiner Vorbilder ist sicherlich mein Vater. Er war 24 Jahre selbst Bürgermeister. So bin ich quasi schon damit aufgewachsen und nicht nur beruflich in seine Fußstapfen getreten, sondern konnte von ihm auch lernen, wie es gelingt in den verschiedensten Lebenslagen die Balance zu wahren. Als Bürgermeister ist man mit sehr vielen unterschiedlichen Situationen konfrontiert. Es gilt den Wünschen und Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen und dennoch die wirtschaftlich und kommunalpolitisch beste und sinnvollste Lösung zu wählen, immer ein offenes Ohr zu haben und sich trotzdem Freiräume für sich und die Familie zu schaffen ... Von meinem Vater konnte ich da einiges lernen und ich denke daher bei so mancher Gelegenheit an ihn.

Warum wollen Sie in Hausen Bürgermeister werden, warum ist ein zwar bezahlter, aber ehrenamtlicher Posten so attraktiv?

Ich möchte in Hausen bekanntlich nicht Bürgermeister werden, sondern bleiben. Ob hauptamtlich oder ehrenamtlich - da gibt es im Grunde genommen keine große Unterscheidung. Die Verantwortung und die Möglichkeiten, die dieses Amt bietet, sind dieselben, nur im Aufwand liegt wohl etwas der Unterschied.

Ich kenne keinen Beruf, der so abwechslungsreich ist und der derart viele Gestaltungsmöglichkeiten beinhaltet, die ich nun als ausschließlich ehrenamtlicher Bürgermeister gerne weiter angehen und umsetzen möchte. Hausen ob Verena hat so viel Charme und hat gleichzeitig noch jede Menge an Kapazitäten. Dabei sind mir meine langjährigen Erfahrungen in allen erdenklichen Bereichen und meine Kontakte auf den unterschiedlichsten Ebenen, sehr nützlich.

Wie wollen Sie die unter anderem durch den Wegzug eines großen Betriebs bescheiden gewordene Finanzlage der Gemeinde sanieren?

Aus meiner Sicht benötigen wir dazu zu allererst eine flächendeckende Glasfaseranbindung, da in der Zeit der zunehmenden Digitalisierung immer mehr Arbeitsplätze im Homeoffice bzw. durch Start-ups entstehen. Es bringt meines Erachtens wenig, eine kostenaufwendige Erschließung für ein neues Gewerbegebiet vorzunehmen, ohne konkrete gesicherte Anfragen eines oder mehrerer Betreibe. Weiterhin gilt es, die bereits vorhandenen Gewerbeflächen nachhaltig zu bewerben. Auch das nun anstehende Ortsentwicklungskonzept soll wichtige Impulse und neue Ideen bringen, wie sich das Bestehende besser vermarkten lässt und wie neue Angebote geschaffen werden können. Dies geht nur gemeinsam.

Wie konkret wollen Sie Bürgerbeteiligung sicherstellen?

Im Rahmen der bereits erwähnten Erstellung eines neuen Ortsentwicklungskonzeptes, ist die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger durch moderierte Veranstaltungen und Workshops in besonderer Weise gewünscht und gewährleistet. Ebenso wird uns das Thema der künftigen Gewinnung erneuerbarer Energien in Zukunft ganz besonders beschäftigen. Über den Regionalplan sind wir als Windkraftstandort ausgewiesen und daher sollte über einen Bürgerentscheid eine klare Aussage getroffen werden, wie sich die Gemeinde bei diesem Thema verhalten sollte. Darüber hinaus gilt es eine besondere Willkommenskultur zu schaffen, durch Begrüßungsbroschüren, einen neuen Internetauftritt und Werbung für unser Amtsblatt, über das wir und die Vereine, Organisationen und Institutionen über alles berichten.

Hausen hat das Dilemma, dass es schön gelegen und als Wohnort attraktiv ist - gleichzeitig zerstören weitere Baugebiete genau diese Attraktivität. Wie lösen Sie das Dilemma?

Wir planen keine weiteren großen Baugebiete und setzen die Schwerpunkte nun gezielt auf die Innenentwicklung, auf die Bebauung vorhandener Freiflächen und vor allem auf die Aktivierung von Leerständen mit Unterstützung der Förderungen als ELR-Schwerpunktregion. Es gilt also hier vor allem den Grundstückseigentümern Wege aufzuzeigen, wie sie ihr altes leerstehendes Gebäude mit einer Förderung einer dauerhaften Nutzung, beispielsweise durch die Schaffung von Wohn- oder Gewerberaum, zuführen können. Dadurch werden wir auch für junge Familien weiter attraktiver.

Was machen Sie als erstes - a) wenn es klappt am Sonntag beziehungsweise zwei Wochen später oder b) wenn es nicht klappt.

Darüber habe ich mir nun noch keine Gedanken gemacht, ich lasse es auf mich zukommen und werde das Votum der Wählerinnen und Wähler so nehmen, wie es kommt. Natürlich wünsche ich mir nichts mehr, als wenn mir die Hausener erneut Ihr Vertrauen schenken und ich mich an die Umsetzung der vielen anstehenden Themen machen kann.

Eugen Kapustinski

Eugen Kapustinski
Eugen Kapustinski (Foto: Privat)

Wer ist Ihr oder sind Ihre persönlichen Vorbilder und warum?

Wenn es um meine heutige Lebenseinstellung geht, ist es schwierig, eine eindeutige Antwort auf die Frage nach Vorbildern zu geben. Innerhalb der Familie haben meine Großeltern zweifellos einen prägenden Einfluss ausgeübt, indem sie mir wichtige Werte vermittelt haben. Ihre Lehren haben mich geprägt und mir beigebracht, dass es wichtig ist, menschlich miteinander umzugehen, ehrlich und respektvoll zu bleiben. Das bedeutet, die Probleme anderer zu verstehen und besonders älteren Menschen mit Respekt zu begegnen. Es geht darum, einander zuzuhören und voneinander zu lernen, um eine Gemeinschaft zu schaffen, die auf Ehrlichkeit und Respekt basiert.

Wenn es um Inspiration in der Geschäftswelt geht, finde ich Wolfgang Grupp, den Geschäftsführer von Trigema, besonders beeindruckend. Herr Grupp verkörpert für mich den Unternehmergeist und die regionale Verbundenheit, die ich in meiner eigenen Vision als Bürgermeister anstrebe.

Warum wollen Sie in Hausen Bürgermeister werden, warum ist ein zwar bezahlter, aber ehrenamtlicher Posten so attraktiv?

Ich habe schon immer den Wunsch verspürt, mich politisch zu engagieren, mit dem Ziel, im Umgang mit Menschen einen gesellschaftlichen Nutzen zu stiften und anspruchsvolle Herausforderungen zu bewältigen. Mein Antrieb besteht aus einer Kombination von Neugierde, dem Gestaltungswillen und einem starken Bewusstsein für soziale Verantwortung. Diese Motivation treibt mich dazu an, einen Beitrag zu leisten, der nicht nur persönlichen, sondern auch gesellschaftlichen Fortschritt ermöglicht.

Wie wollen Sie die unter anderem durch den Wegzug eines großen Betriebs bescheiden gewordene Finanzlage der Gemeinde sanieren?

Wie bereits in meiner Kandidatenvorstellung betont, ist die Steigerung der Gewerbeeinnahmen ein entscheidender Faktor für die finanzielle Aufwärtsentwicklung unserer Gemeinde. Mein Fokus liegt darauf, in Hausen ob Verena mittelständische Unternehmen anzusiedeln, die sich auf die Produktion immaterieller Güter spezialisiert haben. Hierzu zählen Branchen wie EDV, IT, Ingenieurwesen, Gesundheitsfürsorge und Technologieentwicklung. Es ist von essentieller Bedeutung, Firmen zu gewinnen, die nicht auf tägliche LKW-Lieferungen angewiesen sind, zugleich beträchtliche Umsätze generieren und dabei nur begrenzten Bauplatz benötigen. Diese gezielte Ansiedlung wird nicht nur die wirtschaftliche Dynamik fördern, sondern auch Ressourcen schonen und die Nachhaltigkeit unserer Gemeinde stärken.

Wie konkret wollen Sie Bürgerbeteiligung sicherstellen?

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass bei sämtlichen Entscheidungen in unserer Gemeinde nicht nur die Präferenzen des Bürgermeisters oder des Gemeinderats maßgeblich sind, sondern vor allem die Wünsche der Gemeindemitglieder im Vordergrund stehen. Um sicherzustellen, dass jede bedeutende Entscheidung auf einem möglichst umfassenden Interessenbild basiert, werden verschiedene Beteiligungsinstrumente eingesetzt. Dazu gehören öffentliche Workshops, Umfragen und Informationsveranstaltungen, die speziell für die Bürgerinnen und Bürger organisiert werden. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Vielfalt der Meinungen und Bedürfnisse in unserer Gemeinschaft zu erfassen und sicherzustellen, dass die Entscheidungsfindung transparent, inklusiv und im Einklang mit den Interessen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger erfolgt.

 Hausen hat das Dilemma, dass es schön gelegen und als Wohnort attraktiv ist - gleichzeitig zerstören weitere Baugebiete genau diese Attraktivität. Wie lösen Sie das Dilemma?

Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist mir bewusst. Mit dem Wachstum unserer Gemeinde geht zwangsläufig ein Eingriff in die Landschaft einher, wodurch landwirtschaftliche Flächen bebaut und ökologisch abgewertet werden. Es ist entscheidend, das Gleichgewicht zu wahren, indem wir die Ökopunkte genau ermitteln und geeignete Maßnahmen ergreifen. Um einen effizienten Flächenverbrauch zu gewährleisten, sollten wir zunächst Leerstände nutzen und reaktivieren. Dabei können wir auf die Fördermittel des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) zurückgreifen, da Hausen ob Verena gemeinsam mit anderen Gemeinden aus VG Spaichingen als anerkannte Schwerpunktregion in dieses Programm fällt. Die Erschließung und Entwicklung von Wohnbau und Wohngebieten stehen im Fokus, insbesondere um unseren Einheimischen und der jungen Generation die Möglichkeit zu bieten, in unserer Gemeinde zu bleiben. Bei der Planung neuer Baugebiete ist eine kluge Strukturierung entscheidend, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten. Durch diese ganzheitliche Herangehensweise können wir nicht nur das Wachstum unserer Gemeinde unterstützen, sondern auch sicherstellen, dass dies im Einklang mit ökologischen und sozialen Aspekten geschieht.

Was machen Sie als erstes - a) wenn es klappt am Sonntag beziehungsweise zwei Wochen später oder b) wenn es nicht klappt.

Ganz gleich, wie das Ergebnis ausfällt, möchte ich mich herzlich bei meiner Familie sowie bei allen Unterstützern und Wählern bedanken, die mich in diesen herausfordernden Tagen begleitet haben. Im Erfolgsfall möchte ich zudem meinen Mitbewerbern für einen fairen Wettbewerb danken. Sollte es nicht klappen, sende ich herzliche Glückwünsche an den Wahlsieger und wünsche ihm eine erfolgreiche Amtszeit. Egal wie es ausgeht, schätze ich die gemeinsame Reise und die demokratische Teilnahme jedes Einzelnen.

Wolfgang Klaiber

Wolfgang Klaiber
Wolfgang Klaiber (Foto: Privat)

Wer ist Ihr oder sind Ihre persönlichen Vorbilder und warum?

Ich möchte keine konkrete Person als Vorbild benennen. Generell sind für mich Vorbilder Menschen, die mit großer Kompetenz Aufgaben angehen und lösen, ohne dabei große Öffentlichkeitswirkung zu benötigen. Wir haben so viele „stille Helden“ in unseren Vereinen, die mit großem Einsatz und Engagement „ihren Job machen“ und denen es dabei fast peinlich ist, auf der Generalversammlung dafür gelobt zu werden. Gleiches gilt für Organisationen wie DRK und Feuerwehr. Ich habe am vergangenen Sonntagabend zwei Feuerwehrmänner getroffen, die zusammen mit ihren kleinen Kindern trotz Kälte und schlechtem Wetter Reparaturarbeiten durchgeführt haben, weil es für sie einfach notwendig war. Dies ist für mich ein Beispiel für „vorbildlichen Einsatz“.

Ich möchte keine konkrete Person benennen. Generell sind für mich Vorbilder Menschen, die mit großer Kompetenz Aufgaben lösen, ohne dabei große Öffentlichkeitswirkung zu benötigen. Wir haben so viele „stille Helden“ in unseren Vereinen, die mit großem Einsatz und Engagement „ihren Job machen“ und denen es dabei fast peinlich ist, auf der Generalversammlung dafür gelobt zu werden. Gleiches gilt für Organisationen wie DRK und Feuerwehr.

Warum wollen Sie in Hausen Bürgermeister werden, warum ist ein zwar bezahlter, aber ehrenamtlicher Posten so attraktiv?

Ich möchte gerne Bürgermeister werden, weil sich einige Perspektiven und aber doch auch einige Defizite in unserem Ort aufgetan haben (insbesondere im finanziellen Bereich). An diesen würde ich gerne arbeiten und für „frischen Wind“ auf dem Rathaus sorgen. Ich bringe viel kommunalpolitische Erfahrung für die Aufgabe ein, außerdem ist mein Wohn- und auch Arbeitsort in der Gemeinde ideal bei kurzfristig auftretenden Fragen, Problemen oder Entscheidungen. Die ehrenamtliche Form ist für Hausen genau richtig, weil viel Verwaltungstätigkeit schon in der VG abgewickelt wird. Dies ist damit eine kostengünstige Lösung für die Gemeinde und ermöglicht es engagierten Kandidaten, auch ohne Verwaltungsausbildung das Amt auszufüllen und neue Sichtweisen in das Amt einzubringen.

Wie wollen Sie die unter anderem durch den Wegzug eines großen Betriebs bescheiden gewordene Finanzlage der Gemeinde sanieren?

Aus meiner Sicht brauchen wir für die nächsten ein bis zwei Jahre eine gewisse Konsolidierungsphase in unserer Finanzpolitik. Wir müssen die Ausgabenseite auf das notwendige Maß zurücknehmen. Gleichzeitig müssen wir versuchen, neue Einnahmepotentiale zu generieren. Kurzfristig muss man sehen, was an Zuschüssen für z.B. Öko-Maßnahmen noch möglich ist (unser Bergkronwicken-Widderchen-Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass sich so etwas rechnet). Auf der anderen Seite müssen wir mittelfristig dringend unsere Möglichkeiten der Gewerbeansiedlung wieder verbessern. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren nicht geschafft, nennenswerte Gewerbeflächen auszuweisen. Dies sehe ich nun als Priorität, deutlich vor der Ausweisung neuer Wohngebiete.

Wie konkret wollen Sie Bürgerbeteiligung sicherstellen?

Neben „formaler“ Bürgerbeteiligung, z.B. bei ELR Projekten unter Einbeziehung von Fachberatern, ist Hausen aus meiner Erfahrung klein und überschaubar genug, dass „informelle“ Bürgerbeteiligung noch ganz automatisch durch Begegnung und Diskussion funktioniert. Durch meinen Wohnort in Hausen, meine Präsenz im Ort und meine Kontakte zu Vereinen und Organisationen habe ich das Ohr nahe an der Gemeinde. Damit bin ich auch außerhalb der regulären Sprechstunden gut ansprechbar und kann und werde mich natürlich auch nach Feierabend und am Wochenende nicht aus der Gemeinde verabschieden.

 Hausen hat das Dilemma, dass es schön gelegen und als Wohnort attraktiv ist - gleichzeitig zerstören weitere Baugebiete genau diese Attraktivität. Wie lösen Sie das Dilemma?

Meines Erachtens hat Hausen nur eine begrenzt nutzbare Fläche, die teilweise noch als FFH-Gebiet ausgewiesen und damit baulich nicht nutzbar ist. Das zuletzt entwickelte Baugebiet Steigäcker war für mich vom Flächenverbrauch eher an der oberen Grenze. Wir müssen hier nachhaltig vorgehen, auch um unsere Infrastruktur (z.B. Kindergarten und Schule) nicht zu überfordern. Ein weiteres Baugebiet ist seitens eines privaten Investors bereits angekündigt. Dieses wird weitere Flächen für die Wohnbebauung nutzbar machen und damit für neuen Wohnraum in der Gemeinde sorgen. Die Möglichkeiten der erneuten Ausweisung eines Baugebiets seitens der Gemeinde sehe ich erst nach Abklärung der finanziellen Möglichkeiten.

Was machen Sie als erstes - a) wenn es klappt am Sonntag beziehungsweise zwei Wochen später oder b) wenn es nicht klappt.

a) Wenn es klappt am Sonntag beziehungsweise zwei Wochen später: Ich werde meine Frau und meine Jungs umarmen und den Menschen, die mir ihre Unterstützung gegeben haben, von Herzen danken. Danach wird es sicher eine kleine (oder auch größere) Feier geben und ich werde mich gedanklich weiter auf meine neue Aufgabe vorbereiten.

b) Wenn es nicht klappt: Ich werde meine Frau und meine Jungs umarmen, dem Wahlsieger gratulieren und den Menschen, die mir ihre Unterstützung gegeben haben, von Herzen danken. Danach werde ich im Bewusstsein, eine einzigartige Erfahrung gemacht zu haben, viele interessante Diskussionen geführt zu haben und viele Menschen besser kennengelernt zu haben, mein ganz normales Berufsleben weiterführen.

Thomas Zeller

Thomas Zeller
Thomas Zeller (Foto: Privat)

Wer ist Ihr oder sind Ihre persönlichen Vorbilder und warum?

Ich lebe mein Leben nicht mit speziellen Vorbildern. Mir sind Authentizität und Werte wie Ehrlichkeit und Toleranz wichtig. Wenn jeder ein Stück Vorbild für andere ist, dann funktioniert auch eine Gesellschaft. Ganz wichtig ist mir dieses Thema natürlich als erstes in der Familie.

Warum wollen Sie in Hausen Bürgermeister werden, warum ist ein zwar bezahlter, aber ehrenamtlicher Posten so attraktiv?

Ich bin ein Mannschaftsspieler und möchte es wieder werden. Dazu will ich meine Neigungen und die Berufserfahrung aus meiner Tätigkeit bei Mercedes-Benz zum Wohle und Nutzen meines Heimatortes einbringen. Ich möchte Vorbild sein und mitgestalten. Wir leben hier, fühlen uns wohl und darum möchte ich mich für die Bürger in Hausen ob Verena einsetzen und engagieren.

Wie wollen Sie die unter anderem durch den Wegzug eines großen Betriebs bescheiden gewordene Finanzlage der Gemeinde sanieren?

Wir sind mit sparen groß geworden. Man hat reparier und nicht neu beschafft. Die Zeiten sind heute anders - aber Sparen hilft immer noch. Zusammen mit dem Gemeinderat möchte ich genau auf die zukünftigen Haushaltspläne schauen. Vielleicht darf man in manchen Dingen auch mal selbst Hand anlegen - das spart Geld und schweißt zusammen.

Wie konkret wollen Sie Bürgerbeteiligung sicherstellen?

Ich möchte, dass wir Hausener selbstbewusster werden. Es ist unsere Aufgabe, den Wert unserer Umgebung und ihrer Substanz zu erkennen, zu schätzen und vor allem verantwortungsbewusst zu pflegen. Das ist die Aufgabe des ganzen Ortes und nicht Einzelner. Man kann z.B. bei einem mit den Einwohnern gestalteten Dorffest viel erreichen, wie gemeinsam Ziele verfolgen, dabei Gemeinschaft erzeugen und als weiteren positiven Nebeneffekt, Einnahmen generieren.

 Hausen hat das Dilemma, dass es schön gelegen und als Wohnort attraktiv ist - gleichzeitig zerstören weitere Baugebiete genau diese Attraktivität. Wie lösen Sie das Dilemma?

Die Baugebiete zerstören nicht zwangsläufig die Attraktivität. Wir haben mittlerweile einen gewissen Rahmen bei der Bebauungsdichte einzuhalten. Gleichzeitig fehlen Vorgaben bei Bebauungsplänen. Mir ist aufgefallen, im Baugebiet findet man vom Würfel bis zum Holzhaus alles - ebenso fehlen Bäume komplett. Da gibt es sicher mehr Einflussmöglichkeiten durch Planung. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Zuzug heißt meist auch mehr Kinder. Von daher muss man auch die örtlichen Institutionen wie Kindergarten und Schule im Auge haben. Da sind nicht unbegrenzt Plätze verfügbar und machen eine Planung unabdingbar.

Was machen Sie als erstes - a) wenn es klappt am Sonntag beziehungsweise zwei Wochen später oder b) wenn es nicht klappt.

a) Da wäre meine Freude natürlich riesig und ich möchte mich nach einer gewissen Einarbeitungszeit gleich für die Belange der Bürger (auch aus der Kandidatenvorstellung) einsetzen.

b) Als erstes dem gewählten Bürgermeister gratulieren. Im nächsten Jahr erwäge ich dann eine Kandidatur bei den Gemeinderatswahlen, denn ich möchte mich am Ortsgeschehen beteiligen.