— Mit einer knapp zwei Kilometer langen Menschenkette hat eine Bürgerinitiative in Rottweil am Samstag gegen das geplante Gefängnis demonstriert. Rund 1600 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren an der Protestaktion.
Die Menschenkette sollte deutlich machen, wie groß die Haftanstalt für 600 Gefangene werden kann, sagte Ursula Berner von der Bürgerinitiative. Die Gegner warnen vor Gefahren durch Freigänger und vor der Verschandelung eines Naturschutzgebiets.
Mehr als 7000 Menschen in der 25000-Einwohner-Stadt haben sich bislang in einer Unterschriftenaktion gegen das geplante Gefängnis ausgesprochen. Die Aktion am Samstag sei aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ein Erfolg gewesen, sagte Berner. Im Gemeinderat gilt eine Mehrheit für den Bau der Haftanstalt trotzdem als sicher. Die Bürgerinitiative setzt ihre Hoffnungen deshalb auf letzte Untersuchungen des Baugrundstücks „Bitzwäldle“. Denkmalschützer hatten dort vor einigen Monaten alte Keltengräber entdeckt. Experten prüfen nun, ob die Gräber archäologisch so bedeutend sind, dass sie auf keinen Fall überbaut werden dürfen. Mit Ergebnissen rechnet die Stadtverwaltung in ein bis zwei Wochen. Sollte das „Bitzwäldle“ als Standort ausscheiden, wären die Gefängnis-Pläne in Rottweil vermutlich gescheitert. Einen Alternativstandort werde man im Stadtgebiet nicht finden, hatte Rottweils OB Ralf Broß gesagt.
