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Amerikanische Faulbrut

Wegen Bienenseuche: Drei Gemeinden im Kreis sind Sperrbezirk

Kreis Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

Ein Bienenstand im Kreis Tuttlingen ist infiziert. Die Behörden reagieren schnell und konsequent.
Veröffentlicht:10.04.2023, 13:57

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Bei Untersuchungen durch das Veterinäramt des Landratsamts Tuttlingen sowie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg ist in einem Bienenstand auf Gemarkung Rietheim die Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt worden.

Diese Gebiete umfasst der Sperrbezirk

Wie die Kreisbehörde mitteilt, wurde ein Sperrbezirk festgelegt, der folgendes Gebiet umfasst: Das gesamte Gebiet der Gemeinde Rietheim–Weilheim mit den Gemarkungen Rietheim und Weilheim, das gesamte Gebiet der Gemeinde Dürbheim sowie das Gebiet der Gemeinde Balgheim südlich der L438, bzw. ab der Einmündung der L438 in die B14, in Richtung Westen südlich der Bahnlinie.

Bei dieser Bienenseuche handelt es sich laut Landratsamt um eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Brut der betroffenen Bienenvölker befällt. Die Brut stirbt größtenteils ab, womit die Zahl der Bienen in dem Volk immer geringer wird. Schließlich, spätestens im folgenden Winter, geht das geschwächte Volk ganz ein.

„Räuberei“ als Ursache

Die Verbreitung der Amerikanischen Faulbrut erfolge in erster Linie durch die sogenannte „Räuberei“: Darunter verstehe man das Phänomen, dass Bienen eines starken Bienenvolkes die verminderte Abwehrbereitschaft eines geschwächten Volkes ausnutzen und sich den Honig direkt aus den Waben des schwachen Volkes holen — mit der Folge, dass sie die Bakteriensporen in den eigenen Bienenstock tragen.

Auch durch den unkontrollierten Handel mit Bienenvölkern oder das Schwärmen von Bienenvölkern könne die Bienenseuche verbreitet werden. Ebenfalls eine Rolle spiele sporenhaltiger Honig, in der Regel aus Übersee, wenn er aus offenen Honiggläsern z.B. in Glascontainern oder Abfallbehältern von Bienen aufgenommen werde.

Tierseuche wird mit staatlichen Maßnahmen bekämpft

Die Amerikanische Faulbrut gehört laut Landratsamt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen und wird mit staatlichen Maßnahmen bekämpft. Der betroffene Bienenstand müsse gesperrt werden und es werde ein Sperrbezirk festgelegt.

Im Sperrbezirk dürfen keine Bienenvölker umgestellt werden, damit die Bienenseuche nicht verschleppt wird. Es dürften auch keine Bienenvölker in den Sperrbezirk eingebracht werden. Bienenhalter hätten die Standorte ihrer Bienenhaltung dem Veterinäramt zu melden.

Betroffene Bienenvölker werden abgetötet

Alle Bienenvölker und Bienenstände würden durch die örtlichen Bienensachverständigen und die Amtstierärzte des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz auf Amerikanische Faulbrut überprüft. Dabei würden Proben zur Laboruntersuchung entnommen.

Im festgelegten Sperrbezirk befinden sich ca. 30 Bienenstände. „Die von der Faulbrut betroffenen Bienenvölker werden abgetötet“, so die Kreisbehörde. Als Alternative könne in bestimmten Fällen das sogenannte Kunstschwarmverfahren zur Sanierung der Bienenstände eingesetzt werden.

Die Sperrmaßnahmen dürften erst aufgehoben werden, wenn bei Nachuntersuchungen aller Bienenvölker im Sperrbezirk keine Anzeichen von Faulbrut festgestellt würden. Die Amerikanische Faulbrut sei eine reine Bienenseuche, die nicht auf den Menschen übertragbar sei. Der Honig könne ohne Einschränkung verzehrt werden.