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Gut gewirtschaftet: Verein lädt Jugend ins Legoland ein

Unterschmeien / Lesedauer: 4 min

Der Ausflug gehört zu vielen Aktivitäten, die der SV Unter-/Oberschmeien finanziell stemmt. Das ist sein Erfolgsrezept.
Veröffentlicht:05.11.2023, 05:00

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Unternehmen müssen so wirtschaften, dass sie bestenfalls Gewinn erzielen. Gleiches gilt gewissermaßen auch für Vereine mit der Einschränkung, dass sie gemeinnützige Ziele verfolgen, es also nicht ums bloße Geld verdienen geht. Doch wie finanzieren sich Vereine und was passiert mit dem Geld? Das hat der Vorstand des SV Unter-/Oberschmeien verraten.

Wie nimmt der SV Geld ein?

Der größte Posten sind Sportveranstaltungen wie das zweitägige Jugendhallenturnier und der Kronepokal, so Vorsitzender Angelo Koch. Dabei bringe der Verkauf von Essen und Getränken die meisten Einnahmen. Da um die 500 der 700 Unter- und Oberschmeier Vereinsmitglied sind, ließe sich vieles ehrenamtlich stemmen, sodass dadurch auch mehr Ertrag möglich ist.

Durch Mitgliedsbeiträge fließt ebenfalls viel Geld. Der Jahresgrundbeitrag liegt bei 22 Euro für Erwachsene und sechs Euro für Jugendliche, je nach Abteilung kommen unterschiedliche Beträge dazu.

Die Abteilung Badminton gehört zu einer von dreien im Verein.
Die Abteilung Badminton gehört zu einer von dreien im Verein. (Foto: SV Unter-/Oberschmeien )

Beispielsweise kostet Badminton pro Jahr nochmal 18 Euro für Erwachsene extra. Weitere Einnahmequellen sind Kursgebühren im Breitensport, Sponsorenbeiträge. Außerdem können Mitglieder das Vereinsheim für Feste anmieten.

Wofür muss der Verein regelmäßig Geld aufbringen?

Der Gesamtverein zahlt laut Kassier Markus Schmid Versicherungen für die Gebäude und die Mitglieder, Verbandsbeiträge und Geschenke für Jubilare und Ehrungen. Darüber hinaus finanzieren sich die Abteilungen selbst, damit die einen nicht für Ausgaben der anderen aufkommen müssen. Da unterscheiden sich die Ausgaben.

Wenn wir etwas planen, warten wir, bis wieder genügend Erspartes vorhanden ist.

Vorsitzender Angelo Koch

Das zeigt das Beispiel Fußball: Dort müssen unter anderem die Unterhaltungskosten für die Gebäude ‐ Vereinsheim, Gerätehaus und Duschen –, Gebäudereinigung, Platzpflege und Gerätewartung gezahlt werden.

Der Kronepokal ist jedes Jahr durch das große Engagement ein Erfolg.
Der Kronepokal ist jedes Jahr durch das große Engagement ein Erfolg. (Foto: SV Unter-/Oberschmeien )

Im Spielbetrieb gehören die Übungsleiter- und Schiedsrichterkosten zu den höheren Ausgaben. Da der Verein 13 Schiedsrichter mehr hat als nötig, bekommt er vom Verband Zuschüsse, die diese Anzahl belohnen.

Welche Käufe hat der Verein außer der Reihe?

Da geht es insbesondere um die Ausstattung. Der Breitensport beispielsweise kauft immer wieder neue Geräte wie erst kürzlich Langhanteln, sagt Schriftführerin Marion Höfler. In der Abteilung Fußball müssen Trikots und Bälle, aber auch Trainingstore gekauft werden. Außerdem fallen immer wieder größere Projekte an. Dazu zählt die Flutlichtanlage oder die Photovoltaikanlage auf dem Vereinsheim.

Wie finanziert der Verein diese großen Projekte?

Wie Vorsitzender Koch betont, läuft im Verein vieles durch ehrenamtliche Eigenleistung: „Das spart Kosten“. Muss mehr Geld aufgewendet werden, kann der Gesamtverein die Summe vorstrecken, die Abteilungen zahlen sie entsprechend zurück.

Wir sind ein wirtschaftlich sehr gesunder Verein.

Angelo Koch

Das sei beispielsweise bei der PV-Anlage so passiert, die wegen steigender Energiekosten und aus Klimaschutzgründen angebracht wurde, sagt Koch. Wichtig ist ihm, dass der Verein nichts ausgibt, ohne das Geld bereits zu haben. „Wenn wir etwas planen, warten wir, bis wieder genügend Erspartes vorhanden ist“, sagt er.

Einen Kredit habe der Verein noch nicht aufnehmen müssen. Allerdings greife er auf mögliche Zuschüsse zurück, zum Beispiel durch die Stadt oder den Verbands.

Wofür gibt der Verein noch Geld aus?

Neben notwendigen Käufen investiert der SV Unter-/Oberschmeien auch in Aktivitäten für das soziale Miteinander. Eine Aktion in diesem Jahr: der Ausflug mit den Kindern und Jugendlichen ins Legoland, der um die 3000 Euro gekostet hat und durch einen sehr geringen Eigenanteil der Eltern mitfinanziert wurde. „Das ist ja auch ein Dank an die Helfer“, so Koch. Dazu zählt auch das Jugendzeltlager sowie Abschlussfeiern und andere Ausflüge. Kochs Fazit: „Wir sind ein wirtschaftlich sehr gesunder Verein.“