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Diese bekannten Sigmaringer waren beim Bräuteln auf der Stange

Semerenga / Lesedauer: 3 min

Ein hundertjähriger Bräutling und ein Oberkellner auf der Stange. Das war los beim Sigmaringer Fastnachtsfinale.
Veröffentlicht:13.02.2024, 15:50

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Wer etwas über die Menschen in Sigmaringen erfahren möchte, der sucht sich auf dem Marktplatz ein ruhiges Plätzchen, und hört beim Bräuteln andächtig den Moderatoren zu. Da immer ein anderer schwätzt und die Schwätzer gut vorbereitet ans Mikrofon treten, lohnt sich das Zuhören in den meisten Fällen.

Mindestens fünf Sorten Zoller-Hof im Keller

Über Hans Burth, einen stadtbekannten Semerenger, erfahren wir, dass in seinem Bierkeller mindestens fünf Sorten Zoller-Hof-Bier vorrätig sind. Wir erfahren, dass er sich verglichen mit seiner noch bekannteren Frau, die Jahrzehnte als Lehrerin unterrichtete, manchmal zurückgesetzt fühlt, weil Karola Burth quasi jeder kennt.

Wir erfahren, dass die stadtbekannte Rektorin Susanne Seßler die Tochter des Ehepaars ist. Gebräutelt wird Hans Burth anlässlich seiner Goldenen Hochzeit und er hat wie die anderen 27 Bräutlinge eine Riesen-Freude.

Der Bergschultes: ein Fastnachter durch und durch

Vor ihm war der Bergschultes August Dannegger an der Reihe, der als Vorsitzender des Brunnenbergchors ein stadtbekannter Fastnachter ist. Zum vierten Mal steigt er zu seiner diamantenen Hochzeit auf die Stange.

Der frühere Zimmermann frotzelt in bester Dannegger-Manier: Er habe die Stange vorher abgemessen. „Sie passt genau und besser als bei früheren Ritten.“ Als sein Auftrag erledigt ist, sitzt er zusammen mit seiner Frau Hildegrund und der Verwandtschaft im Rathaussaal und genießt ein Pils.

Ein grüner Hochzeiter feiert Geburtstag

So wie Marcel Amann, der wenig später als grüner Hochzeiter auf die Stange steigt. Zu seinem 28. Geburtstag singen ihm die Narren ein Geburtstagsständchen. Man kann ihm ansehen, wie den Fanfarenzügler diese Geste rührt. Geboren wurde er übrigens auch an einem Fasnachtsdienstag - mehr Semerenga geht nicht.

Der älteste Bräutling zeigt sich kurz

Der älteste Bräutling Peter Lippert, der im Juli seinen 101. Geburtstag feiert, war zwar kurz im Rathaus, ließ sich auf der Stange aber wie vor fünf Jahren von seinem Enkel David Mittelbach vertreten. Die Ehefrau Ilse Lippert, vor wenigen Tagen 95 geworden, beschreibt ein Erfolgsgeheimnis ihrer Ehe, die seit 65 Jahren hält: „Wir sind friedliebende Menschen, deshalb streiten wir nie.“


Im Arm von Zunftmeister Phil Sutter dreht Ilse Lippert mehrere Runden um den Brunnen und macht es sich danach im Amtszimmer von Bürgermeister Marcus Ehm gemütlich.

Man könnte so viele spannende Geschichten erzählen an diesem Fasnetsdienstag: Der stadtbekannte Oberkellner Ante Rozga vom Café Seelos ist Bräutling, weil er seine Frau Sandra kürzlich kirchlich heiratete. Zusammen sind die beiden schon viel länger, haben drei beinahe erwachsene Kinder und sind „koin Tag grantig“, wie es Hermann Brodmann formuliert.

Maschger ziehen durch die Lokale

Am Vorabend zogen Gruppen beim Maschgera durch die Sigmaringer Lokale. Eine Veranstaltung, die seit Jahren fest zur Semerenger Fasnet gehört, und bei der die Besucher mit den Narren interagieren. Erstmals dabei: S’Familiäre Duranand um die Familien Dreher und Fleisch. Zwei Familien, sieben Blasmusiker, ein Schlagzeuger und eine große Portion musikalische Raffinesse.

Ob des großen Andrangs der Mitwirkenden warteten Besucher vergeblich auf manchen stadtbekannten Maschger, aber so ist Fasnet. Im nächsten Jahr geht das närrische Spiel weiter, denn eines ist gewiss: Es geht schon wieder drgega.