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Essen am Schloss

Sigmaringer Traditionsrestaurant will wieder eröffnen

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Seit einem guten Jahr ist das bekannte Lokal unterhalb des Schlosses geschlossen. Die Eigentümer überdenken nun ihre ursprünglichen Pläne.
Veröffentlicht:09.02.2024, 19:00

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Seit einem guten Jahr ist die Traube in der Innenstadt geschlossen. Die bisherigen Betreiber gaben im November 2022 auf, weil sie nicht mehr genügend Personal hatten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das Hotel garni mit den 19 Zimmern, zwei Ferienwohnungen und 35 Betten war von der Schließung nicht betroffen.

Nun tut sich am Marktplatz etwas, wie Seniorchef Ewald Erath auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mitteilt. Wenn die Eigentümer den passenden Pächter finden, soll das Speiselokal wiedereröffnet werden. „Wir sind dran und führen bereits Gespräche“, führt Erath aus.

Ziel sei, einen Pächter zu finden, der schwäbische Speisen zubereite. Das Lokal an der Ecke Marktplatz/Fürst-Wilhelm-Straße war besonders in den Sommermonaten ein Magnet. Inklusive Bistro und Terrasse bietet es 250 Sitzplätze. Zwischen 200 und 300 Essen verkaufte die Traube an guten Sommertagen.

Umbau steht an

Da die Familien Stahl/Erath den Hotelbetrieb selbst führen, wird das Bistro im benachbarten Haus Bisinger, das zum Traube-Komplex gehört, zu einem Frühstücksraum umgebaut. Im vorderen Bereich zur Terrasse hin soll künftig die Rezeption angesiedelt sein. Rückwärtig wird eine Frühstücksküche eingebaut.

Ihre bisherigen Pläne, die Fläche im Erdgeschoss des Hauses Bisinger zu vermieten, geben die Eigentümer auf, weil sie glauben, dass Sigmaringen dringend ein Lokal mit schwäbischer Küche benötigt. Von seinen Gästen und von dritter Seite sei immer wieder der Wunsch an ihn herangetragen worden, so Erath. Bürgermeister Marcus Ehm sei mehrfach bei ihm gewesen, um mit ihm über die Wiedereröffnung zu sprechen.

Die Familie des Stadtheiligen war früher der Besitzer

Das Gasthaus blickt auf eine lange Tradition zurück. 1722 ist es erbaut worden. Das Vorgängergebäude, der Adler, war im Besitz des Fürstenhauses. 1601 erwarb es Karl Roy, der jüngere Bruder des Heiligen Fidelis.

Ewald Erath seit den 1980er-Jahren an Bord

Die Traube ist seit 1982 im Besitz von Ewald Erath - zuvor führte er das Lokal zwei Jahre lang als Pächter. Über den Kauf und den 1,2 Millionen Mark teuren Umbau kann Erath Geschichten erzählen, die jedes Sigmaringer Geschichtsbuch bereichern würden.

Zum Beispiel, wie er die Ulmer Volksbank als Eigentümerin im Preis herunterhandelte und wie er von der Landesbank Baden-Württemberg mithilfe eines Sigmaringer Anwalts ein zinsgünstiges Darlehen bekam. 2013 ersteigerte Erath das Haus Bisinger in der direkten Nachbarschaft.

Die Situation in der Gastronomie

Zuletzt ist in der Innenstadt neben der Traube mit dem Alten Fritz ein zweites Lokal mit schwäbischer Küche geschlossen worden. Ende 2021 gaben die Wirtsleute den Betrieb auf. In dem Gebäude an der Zimmerackerstraße werden Wohnungen entstehen, mit dem Umbau ist begonnen worden.

Mit dem Burgerlokal Quh, dem Brauwerk Zoller-Hof im Marstall, der Eisdiele La Piazza und der Bar Wilhelms sind in der Innenstadt jedoch auch einige neue Gaststätten eröffnet worden.