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Skurriler Prozess

Schräge Liebesbotschaft bringt Pärchen vor Gericht

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Um seine Liebe zu gestehen, wählt ein Geschäftsmann einen speziellen Weg. Das sorgt allerdings für Trubel, eine Anzeige - und eine Menge offener Fragen.
Veröffentlicht:30.11.2023, 19:00

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Ein Geschäftsmann aus Sigmaringen soll seiner Mitarbeiterin und ehemaligen Lebensgefährtin trotz Kontaktverbot auf ungewöhnliche Art und Weise näher gekommen sein. Das Mittel der Wahl: der Verwendungszweck einer Gehaltsüberweisung.

Vor Gericht wurde der Fall um den bereits mehrmals vorgeladenen Geschäftsmann dann noch skurriller.

Vermeintliches Opfer will Einstellung des Verfahrens

„Ich will, dass dieses Verfahren eingestellt wird“, sagt die Zeugin und vermeintlich ehemalige Lebensgefährtin vor Gericht. Sie sei von der Polizei und ihrem Bruder dazu gedrängt worden, ein Kontaktverbot gegen ihren Lebensgefährten zu erwirken. Die Richterin Isabelle Voß erwiderte: „Das Verfahren ist aufgrund Ihres Verhaltens entstanden.“

Vor zwei Jahren soll der Angeklagte sie infolge eines Streites über Erbangelegenheiten in die Ecke gedrängt, beleidigt und mit einem Schlag gegen das Kinn verletzt haben. Das hatte die Lebensgefährtin eidesstattlich zu Protokoll gegeben.

Sie liegen nebeneinander im Bett.

Der Rechtsanwalt über das derzeitige Verhältnis seines Mandanten zu der Zeugin

Vor Gericht behauptete sie allerdings: „Er hat mich nicht geschlagen.“ Die damalige Schilderung sei überzogen gewesen. Die Richterin warnte sie, dass eine Falschaussage vor Gericht eine Straftat darstelle. Als sie die Frau mit Aufnahmen von ihrem blauen Fleck am Kinn konfrontierte, erklärt diese: „Ich bin gegen einen Türrahmen gefallen.“

Kontaktaufnahme fand per Überweisung statt

Nach Erwirkung eines Kontaktverbots, meldete sich der Angeklagte wieder bei der Zeugin. In zwei Überweisungen ließ er seine Lebenspartnerin, die auch in seinem Geschäft arbeitet, über den Verwendungszweck wissen, dass er sie liebe. Außerdem bat er sie, zu ihm zurückzukommen und die Anzeige zurückzuziehen.

Vor Gericht gab die Frau an, mit dieser Kontaktaufnahme einverstanden gewesen zu sein. Weiter führte sie aus, nicht gewusst zu haben, welche Auswirkungen der von ihr angezeigte Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz zur Folge hat. „Das sollte man richtig erklären“, so die Zeugin.

Angeklagter stand schon mehrmals vor Gericht

Beim Angeklagten handelt es sich um einen bekannten Geschäftsmann aus dem Kreis Sigmaringen, der bereits wegen mehrerer Delikte vor Gericht stand.

Unter anderem bezeichnete er einen Sigmaringer Modehändler auf offener Straße als Kinderschänder und wurde dafür verurteilt. Gegen die damit verbundene Unterlassungserklärung verstieß er und wurde wieder verurteilt. Bei mehreren Terminen war er nicht erschienen.

An diesem Gerichtstag fehlte er zum wiederholten Mal vor Gericht. Stattdessen vertrat ihn sein Rechtsanwalt. Auf die Frage der Richterin, wie das Verhältnis seines Mandanten und seiner vermeintlich ehemaligen Lebensgefährtin sei, antwortet dieser: „Hervorragend. Sie liegen nebeneinander im Bett.“


Ein Urteil steht noch aus. Die Verhandlung wird am Freitag, 7. Dezember, fortgesetzt.