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Mehr Geld für Ärzte

Neuer Tarifvertrag: Was ein Arzt im Krankenhaus künftig verdient

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Um knapp zehn Prozent steigen die Gehälter für die 130 Ärzte am Sigmaringer SRH-Krankenhaus. Doch was bedeutet dies für einzelne? Wir haben nachgerechnet.
Veröffentlicht:10.02.2024, 05:00

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Vor wenigen Tagen ist für die 130 Ärzte des SRH-Krankenhauses ein neuer Tarifvertrag vereinbart worden. Gewerkschaft und Arbeitgeber zeigen sich mit dem neuen Haustarifvertrag unterm Strich zufrieden.

Aus der Stellungnahme der Ärztegewerkschaft Marburger Bund klingt im Vergleich zur Pressemitteilung von SRH etwas mehr Unzufriedenheit durch. Doch was bedeutet die Einigung für die Ärzte und wie viel verdienen im Vergleich die Pflegekräfte? Wir erklären den neuen Tarifvertrag anhand einiger Zahlen.

Die größte Gruppe unter den 130 im SRH-Krankenhaus Sigmaringen beschäftigten Ärzten sind die Assistenzärzte. Um die komplexe Tarifeinigung verständlicher zu machen, bilden wir einen Musterarzt ab.

Wir sind mit der Modernisierung auf einem guten Weg.

Sandra Müller

In Absprache mit einem Pressesprecher des Marburger Bundes fiel die Wahl auf einen Facharzt mit mehrjähriger Berufserfahrung. Sein monatliches Bruttogehalt steigt durch den neuen Tarifvertrag von bislang 6509 Euro in drei Stufen auf 7113 Euro.

Bereitschaftsdienste werden nun vergütet

Nach Angaben des Marburger Bundes liegt die effektive Erhöhung über die drei Stufen bei knapp zehn Prozent. Das Gehalt der Ärzte steigt rückwirkend zum April, ab Oktober und ab Juni um jeweils drei Prozent. Zusätzlich erhalten Ärzte spätestens im Mai einen steuerfreien Inflationsausgleich in Höhe von 1900 Euro und Bereitschaftsdienste sollen über Zuschläge vergütet werden.

Wie ordnen beide Seiten die Tarifeinigung ein? SRH-Manager Werner Stalla spricht von einem Kompromiss, der noch einigermaßen wirtschaftlich abbildbar sei. Stalla weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass er eine Reform der Krankenhausfinanzierung für notwendig erachtet. Kein gutes Zeichen sei, dass die Verhandlungen zur Reform aktuell zum Erliegen gekommen seien.

Auf das Sanierungsprogramm für die Sigmaringer Klinik wirke sich der Tarifabschluss nicht aus, da die Klinikleitung mit einer Tariferhöhung rechnete, ergänzt die Pressesprecherin des Sigmaringer Krankenhauses Sandra Müller: „Wir sind mit der Modernisierung auf einem guten Weg.“

Das sagt die Gewerkschaft

Der Sprecher des Marburger Bundes stellt vor allem die Zuschläge für die Wochenendbereitschaft als Erfolg heraus. Generell bemerkt Michael Beck: „Will die SRH auf dem umkämpften ärztlichen Arbeitsmarkt weiter konkurrenzfähig bleiben, ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie die Wertschätzung ärztlicher Arbeitsleistung gerade am Wochenende und in der Nacht zwingend.“

Zum Vergleich: Was Pflegekräfte verdienen

Zum Vergleich: Ein Krankenpfleger verdient im SRH-Krankenhaus ab dem 1. Juli laut dem aktuellen Tarifvertrag bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden monatlich brutto 3452,63 Euro. Diese Zahl bezieht sich auf die Entgeltgruppe E, Stufe 3 des zwischen SRH und Verdi im vergangenen Jahr vereinbarten Tarifvertrags. Davor verdienten Krankenpfleger monatlich 3091,45 Euro (Stand April 2022).

Schichtzulagen sind in diesen Beträgen nicht enthalten. Im vergangenen Jahr vereinbarten die Tarifparteien eine jeweils fünfprozentige Lohnerhöhung zum Juli 2023 und Juli 2024. Verdi wollte besonders die unteren Lohngruppen stärken und erreichte für sie eine Mindesterhöhung in Höhe von 300 Euro. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten in zwei Tranchen steuerfreie Inflationsausgleichszahlungen in Höhe von 1500 Euro.