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Strafzettel

Lidl-Kundin verärgert über satte Strafe

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

„Das ist schlichtweg eine Abzocke“: Wer beim Sigmaringer Lidl-Parkplatz falsch parkt, zahlt 30 Euro. Darüber regt sich eine Sigmaringerin auf.
Veröffentlicht:18.10.2022, 05:00

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Heike Schmid ist sauer. Weil sie beim Lidl-Parkplatz in Sigmaringen „schlampig geparkt“ hat, wie sie selbst zugibt, hat sie einen Strafzettel in Höhe von 30 Euro bekommen:

„Die Höhe der Strafe hat mich erschreckt. Das kann ja wohl nicht wahr sein.“

Heike Schmid ist Lehrerin an der Realschule in Mengen und hat ihr Auto an diesem Tag nicht ordnungsgemäß geparkt. Die auf den Lidl-Parkplätzen auf dem Boden angebrachten Sensoren konnten ihr Auto nicht erfassen, weil sie das Auto zwischen den Sensoren geparkt hatte. „Das hatte nichts mit böser Absicht zu tun“, sagt sie, schließlich habe sie die zulässige Parkdauer von 90 Minuten auch gar nicht überschreiten wollen: „Im Gegenteil. Ich war ganz korrekt rund 30 Minuten lang im Lidl einkaufen und habe dort für meinen Einkauf 60 Euro bezahlt“, sagt sie.

Schmid möchte Lidl-Parker warnen

Dass sie für ihren Parkfehler ein Strafgeld bekommt, findet sie nachvollziehbar: „Aber doch nicht 30 Euro“, betont sie, und ergänzt: „Mein schlampiges Parken – nicht einmal direkt vor dem Laden, sondern eher weiter hinten – gleich mit 30 Euro zu ahnden, ist schlichtweg eine Abzocke.“ Da sie sich über diese Strafgeld-Höhe so aufgeregt hat, ist es ihr ein Anliegen, andere Lidl-Parker zu warnen:

„Beim Lidl darf man sich offenbar nichts leisten.“

Seit etwa zwei Jahren lässt der Sigmaringer Lidl seinen Parkplatz von der Stuttgarter Firma Park & Control bewirtschaften . Auf jedem Parkplatz sind kleine Metallplatten mit gelber Gummidichtung zu sehen.

Die Technik funktioniert so : Fährt ein Auto auf den Parkplatz, registriert der Sensor das Magnetfeld des Autos. Bleibt der Parkplatz mehr als 90 Minuten am Stück besetzt, benachrichtigt das System automatisch die Mitarbeiter von Park & Control. Und dass die Mitarbeiter regelmäßig ihre Runden drehen, ist täglich an vielen gelben Strafzetteln zu erkennen.

Pressestelle weicht Frage aus

Die Firma Lidl verweist auf Anfrage darauf, dass der Dienstleister Park & Control beauftragt ist, bei Kontrollen auf dem Parkplatz Verfehlungen zu ahnden. „Bei Belegung von zwei Parkplätzen steht anderen Kunden ein Parkplatz weniger zur Verfügung“, begründet Isabel Lehmann vom Lidl-Presseteam. Bei der Frage, ob die 30 Euro-Vertragsstrafe nicht zu hoch angesetzt ist, weicht Lehmann aus:

„Die Vertragsstrafe ist dem öffentlichen Verkehr angepasst.“

Sie verweist jedoch darauf, dass diese Strafe auch storniert werden könne, sollte durch den Lidl-Kassenzettel eine längere Einkaufsdauer als 90 Minuten nachgewiesen werden können. „Diese Möglichkeit besteht auch für Kunden, die beispielsweise auf zwei Stellbuchten geparkt haben“, so Lehmann.

Wir sind hier nicht in Stuttgart , sondern immer noch in der Provinz.

Heike Schmid

Heike Schmid ist vor zehn Jahren aus Stuttgart nach Sigmaringen gezogen. Generell übt sie Kritik an den Kosten für einen Parkplatz in der Stadt Sigmaringen. „In Mengen und Bad Saulgau lege ich die Parkscheibe ins Auto, hier muss ich immer gleich zahlen. Wir sind hier nicht in Stuttgart, sondern immer noch in der Provinz.“ Auch über den Kaufland-Parkplatz mokiert sie sich: „Dort kann man nicht mal schnell zum Bäcker und ein Brot kaufen, nein, da muss man auch erst einmal zehn Cent einwerfen.“

Auch Aldi und Kik haben nachgezogen

Während es die Parkraumbewirtschaftung beim Lidl schon etwas länger gibt, haben in diesem Jahr auch Aldi und Kik nachgezogen. Auch deren Parkplätze werden zwischenzeitlich bewirtschaftet und Bürger werden bei Parkverstößen zur Kasse gebeten.

Die Firma Park & Control hat auf die Anfrage, weshalb beim Lidl-Parkplatz eine Mindeststrafe in Höhe von 30 Euro aus ihrer Sicht gerechtfertigt ist, nicht reagiert.