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Kein Taxi mehr erreichbar: Menschen stranden am Sigmaringer Bahnhof

Sigmaringen / Lesedauer: 1 min

Wer das Auto stehen lassen möchte oder gar keins hat, ist unter Umständen auf ein Taxi angewiesen. In Sigmaringen ist das ein Problem, wie SZ-Redakteurin Mareike Keiper erlebt hat.
Veröffentlicht:09.12.2023, 05:00

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Manchmal stellt einen das Leben vor unerwartete Herausforderungen. Nach einem Mittwoch auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt, den ich mit dem Zug angesteuert hatte, um mir ohne schlechtes Gewissen auch einen zweiten Glühwein einverleiben zu können, brachte mich die Bahn auch fast pünktlich wieder zurück nach Sigmaringen.

Da es erst halb elf am Abend war, hatte ich fest eingeplant, ein Taxi nach Hause zu nehmen, immerhin hatte ich aus mehreren Quellen vernommen, dass wenigstens ein Taxiunternehmen in der Kreisstadt auch unter der Woche bis 1 Uhr nachts fährt.

Wege sind bei Nacht nicht ungefährlich

Der Grund dafür ist nicht Faulheit, sondern der reine Pragmatismus: Ich lebe nicht mehr in der Kreisstadt, sondern in einer Umlandgemeinde. Dorthin zu Fuß zu laufen, ist bei winterlichen Minusgraden zwar möglich, aber dauert länger als eine Stunde und ist im Dunkeln auch nicht ganz ungefährlich.

Jedenfalls fuhr kein Taxi mehr: Der eine Unternehmer verwies kryptisch auf eine Vertretung, der andere war gar nicht erst erreichbar. Was tun? Ich fragte im Alfons X nach, ob es womöglich eine andere Lösung gebe.

Schon mehrere Vorfälle dieser Art

Der Barmann berichtete daraufhin, dass so etwas wohl öfter vorkomme und Reisende am Abend bei ihm stranden. Er bot schließlich auch an - großes Danke dafür - mich nach Dienstschluss nach Hause zu fahren, sofern ich niemanden erreiche.

Das tat ich schließlich doch: meine beste Freundin brachte mich in besagte Umlandgemeinde, wenn auch murrend. Aber was ist mit Menschen, die von weiter her nach Sigmaringen kommen und womöglich auf ein Taxi angewiesen sind? Für eine Kreisstadt ist dieser Vorfall jedenfalls ein Armutszeugnis. Fortsetzung folgt.