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Gesundheitsminister: Gute Perspektive fürs Krankenhaus Sigmaringen

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Manne Lucha (Grüne) spricht beim Neujahrsempfang übers angeschlagene Sigmaringer Krankenhaus. Die rund 1000 Mitarbeiter dürften auf seine Worte gewartet haben.
Veröffentlicht:22.01.2024, 11:53

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Gesundheitsminister Manne Lucha geht davon aus, dass das SRH-Krankenhaus Sigmaringen im aktuellen Kampf ums wirtschaftliche Überleben gute Chancen hat. Beim Neujahrsempfang der Grünen am Sonntag in Sigmaringen sagte der Politiker: Wenn sich die Politik für ein Krankenhaus entschieden habe, müsse das Ringen um die Wirtschaftlichkeit aufhören.

An den Kosten für den Neubau in Höhe von 79 Millionen Euro beteiligte sich das Land mit einem Zuschuss in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Seinen Eigenanteil finanzierte die Kliniken-GmbH über Darlehen.

Weniger Kliniken im Land

Seit Winfried Kretschmann im Jahr 2011 in Baden-Württemberg Ministerpräsident geworden ist, sank die Zahl der Krankenhäuser von 280 auf 195. „Im Wesentlichen haben wir damit unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Lucha.

Nach der Schließung der Häuser in Bad Saulgau und Pfullendorf und dem Bezug des Neubaus in Sigmaringen sei es „außergewöhnlich bitter, dass die Konsolidierung noch nicht abgeschlossen ist“.

Was passiert ist

Das vergangene Jahr schloss das Krankenhaus Sigmaringen mit einem Verlust in Höhe von 17,2 Millionen Euro ab. Die beiden Gesellschafter - SRH Holding und Landkreis - müssen die Klinik in den Jahren 2023 und 2024 mit bis zu 32 Millionen Euro unterstützen. Zudem fallen im Krankenhaus 125 Jobs weg.

Für Baden-Württemberg bedeuten die aktuellen Pläne eine Verschlechterung.

Manne Lucha

60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen das Krankenhaus über ein Freiwilligenprogramm. Das heißt: Ihnen wurden Abfindungen angeboten, die die Mitarbeiter größtenteils angenommen haben. Die anderen Stellen entfallen auf Fluktuation oder Übergang in einen anderen Job im Krankenhaus.

Wo überall Geld herkommen soll

Lucha führte beim Neujahrsempfang weitere Maßnahmen an, die Kliniken wie Sigmaringen stützen sollen: Das Land habe im Dezember Finanzhilfen in Höhe von 126 Millionen Euro ausbezahlt, von denen 1,2 Millionen Euro nach Sigmaringen geflossen seien.

Der Basisfallwert, über den die Kliniken Geld erhalten, soll nach Angaben des Ministers um fünf Prozent steigen. Die Krankenkassen sollten dies über steigende Beiträge gegenfinanzieren. Zudem kündigte Lucha an, dass er weiter mit dem Bund über die geplante Krankenhausreform verhandeln werde.

Künftig sollen die Krankenhäuser Fixbeträge erhalten, um ihre Grundkosten zu decken. „Für Baden-Württemberg bedeuten die aktuellen Pläne eine Verschlechterung“, sagte Lucha, weshalb er die aktuellen Pläne seines Berliner Kollegen Karl Lauterbach (SPD) ablehnt.