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Krankenhaus auf Sparkurs

„Furchtbar“ und „widersprüchlich“: Patienten kritisieren Stellenabbau

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Die Geschäftsführung der SRH Kliniken will knapp zehn Prozent der Stellen abbauen. Das sorgt für Unverständnis bei den Patienten. Einer hat einen Alternativvorschlag.
Veröffentlicht:26.11.2023, 17:00

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Viele Patienten der Sigmaringer SRH Kliniken haben kein Verständnis für den dort geplanten Stellenabbau. Angesichts eines Verlusts in Höhe von 14 Millionen Euro entschied sich die Geschäftsleitung kürzlich dafür, bis zu 130 der insgesamt 1340 Stellen zu streichen. Das sei jedoch der falsche Weg, sind sich die Patienten einig.

Unverständnis über teuren Neubau

„Ich glaube nicht, dass da jemand drin sitzt und häkelt“, sagt Werner Zurell. Er halte den Stellenabbau für „sehr problematisch“.

„Wie wollen sie Stellen abbauen, wenn schon jetzt zu wenige Leute da sind?“, fragt Krebspatient Bernhard Piller. In der Onkologie sei davon bislang zumindest nichts zu spüren.

<em><em>„</em>Wie wollen sie Stellen abbauen, wenn schon jetzt zu wenige Leute da sind?“</em>

Wie wollen sie Stellen abbauen, wenn schon jetzt zu wenige Leute da sind?“

Bernhard Piller

Eine 54-jährige Patientin wundert sich: „Wenn etwas gebaut wird, braucht man doch mehr Personal.“ Dass nach der Fertigstellung des Neubaus im Juni diesen Jahres nun stattdessen Stellen ab- statt aufgebaut werden, bezeichnet sie als „widersprüchlich“ und als „den falschen Weg“.

Klinik sei jetzt schon überlastet

Nico Stegmayer sieht den teuren Neubau ebenfalls kritisch. Für den Sigmaringer ist klar: „Man sollte Krankenhäuser in staatliche Hände geben.“ Generell müsse sich etwas am Pflegesystem ändern, sagt der gelernte Altenpflegehelfer. Die schlechte Bezahlung mache das Berufsfeld unattraktiv.

Das Personal sei schon jetzt unterbesetzt, kritisiert Yvonne Klaiber aus Pfullendorf. Angesichts dessen sei die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger „top“.

Die Arzthelferin sieht es kritisch, dass es zunehmend darum gehe, Patienten möglichst schnell aus der Klinik zu entlassen, um die frei gewordenen Betten neu zu besetzen. Seit der Schließung des Pfullendorfer Krankenhauses im vergangenen Jahr sei sie als Patientin gezwungen, das Sigmaringer Krankenhaus aufzusuchen.

<em>„Wir haben ja sonst nichts“</em>

„Wir haben ja sonst nichts“

Maria Triebel

Auch das Bad Saulgauer Krankenhaus musste 2022 schließen. Dass nun Stellen im Sigmaringer Krankenhaus abgebaut werden sollen, findet Maria Triebel aus Krauchenwies „furchtbar“. „Wir haben ja sonst nichts“, sagt sie über die Lage der Krankenhäuser im Kreis.

Bisherige Behandlung sei top, Essen flop

Mit der gegenwärtigen Behandlung sind die Patienten aber größtenteils zufrieden. Eine Patientin, die nicht aus dem Landkreis kommt, könne die SRH-Kliniken nur weiterempfehlen.

Nur eine Sache stört viele: „Das Essen ist furchtbar“, bemängelt etwa Gabriele Kölbe aus Trochtelfingen. Ansonsten empfindet sie ihren Aufenthalt aber als gut.