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Meinung

Kommentar: Funkstille im Krankenhaus - Das muss sich ändern

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Bislang hat das Krankenhaus viel mitzuteilen gehabt. Ende Oktober hat sich die Offenheit in eine Schweigsamkeit umgekehrt. Das muss sich ändern, fordert Michael Hescheler.
Veröffentlicht:02.12.2023, 05:00

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Jahrelang verschickte das Krankenhaus so intensiv Mitteilungen an die Medien, dass wir Journalisten uns häufiger fragten: Interessiert das die Menschen im Kreis Sigmaringen? Oder geht es dem Krankenhaus nur darum, sich in ein möglichst gutes Licht zu rücken? Zwei Mitarbeiterinnen sind für die Außendarstellung abkommandiert worden.

Und nun? Seit dem 23. Oktober, als der Personalabbau verkündet wurde, ist der Draht nach außen weitgehend abgebrochen. Lediglich zwei Meldungen versandte die Pressestelle während des ganzen vergangenen Monats. Eine Positive: Dass in der Urologie eine neuartige Prostatasonografie angeboten wird. Eine Negative: Dass die Parkgebühren signifikant ansteigen.

Stark zugeknöpft

Zu den anstehenden Kündigungen zeigt sich das Krankenhaus dagegen stark zugeknöpft. Die Bitte, Fragen in einem persönlichen Gespräch zu klären, schlägt das Krankenhaus aus. Ein Fragenkatalog beantwortet die Pressestelle stichwortartig, ausweichend und damit völlig unzureichend.

Entscheidungen müssen erklärt werden

Haben Geschäftsführer Jan-Ove Faust und seine Mitarbeiter nicht verstanden, dass sie nicht nur immer mehr Mitarbeiter verlieren, sondern dass mit jeder schlechten Nachricht Patienten sich anderweitig orientieren könnten? Entscheidungen werden nur verständlich, wenn sie vernünftig erklärt werden. Wer schweigt oder halbherzig erklärt, der wird gar nicht oder missverstanden. Beispiel: Kündigung der Servicekräfte. Viele verstehen diese Entscheidung nicht, weil sie die Befürchtung haben, dass durch ihren Wegfall weitere Arbeiten bei den Pflegekräften abgeladen werden. Warum erklärt das Krankenhaus seine Entscheidung nicht besser?

Eine gute Nachricht - und die wenigsten wissen davon

Anderes Beispiel: Dieser Tage wurde mit der Geriatrie eine neue Abteilung eröffnet - ein Lichtblick unter unzähligen Hiobsbotschaften. Doch weder war die Presse eingeladen, noch wurde sie hinterher informiert. Warum? Wir wissen es nicht.

Das Krankenhaus muss seine Kommunikation schleunigst verbessern. Sonst geht es in der Spirale weiter unaufhaltsam abwärts.