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Nach Kampfabstimmung

Kommandant verabschiedet sich - und kehrt direkt zurück

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Zum Monatswechsel übergibt Jürgen Bossert die Führung der Feuerwehr an seinen Nachfolger Sven Glatter. Doch der 44–Jährige hat bereits eine neue Aufgabe gefunden.
Veröffentlicht:28.02.2023, 11:47

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Es ist eine Zäsur: Erstmals wird die Sigmaringer Feuerwehr von einem hauptamtlichen Kommandanten geführt: Sven Glatter wird zum 1. März seinen Dienst antreten. Mit einem Antreten vor dem Rathaus wird der Führungswechsel vollzogen. Doch Jürgen Bossert bleibt der Feuerwehr erhalten. In einer internen Abstimmung setzte er sich gegen seinen bisherigen Stellvertreter Jürgen Rösch durch und wird stellvertretender Gesamtkommandant. Im Interview mit Michael Hescheler spricht er über...

... die Vielzahl der Bewerber, die es bei den Kommandantenwahlen gegeben hat:

„So etwas ist nur möglich, wenn in der Truppe Harmonie herrscht.“ Für alle zu vergebenden Ämter gab es zwei Bewerber, für den Posten des stellvertretenden Stadtkommandanten sogar drei Bewerber. Neuer Kommandant der Abteilung Stadt ist Michael Arndt, der den bisherigen Amtsinhaber Jan Seifert ablösen wird.

Stellvertreter Abteilungskommandant wird Michael von Bischopinck. Laut Bossert reihen sich die unterlegenen Kandidaten in die Hierarchie der Feuerwehr ein. So habe Jürgen Rösch angekündigt, dass er weiter als Zugführer zur Verfügung stehe.

... seine Ambitionen, selbst hauptamtlicher Kommandant zu werden:

„Ich habe damit geliebäugelt und es hat mich stolz gemacht, dass ich gefragt wurde.“ Aber er habe nicht umsonst den Beruf des Polizisten gewählt. Bossert leitet beim Polizeirevier Sigmaringen den Bezirksdienst und ist auf dieser Position im Vergleich zu einer Kommandanten–Tätigkeit höher eingruppiert. „Ich habe mich für meinen Beruf entschieden“, sagt der 44–Jährige.

... seine Gefühlslage am Ende seiner fünfjährigen Amtsperiode:

„Ich habe da null Herz–Schmerz. Ich habe mich als Dienstleister gesehen und war auf Zeit gewählt. In dieser Zeit konnte ich viele Ziele verwirklichen. Nun ist der nächste dran, den ich gerne unterstütze.“

... den Unterschied zwischen seiner bisherigen und seiner künftigen Aufgabe:

Künftig trägt Sven Glatter die Verantwortung, Bossert vertritt ihn bei Abwesenheit. Im Detail ist dies zwar noch nicht geregelt, aber Glatter wird die Feuerwehr bei großen Einsätzen auch nachts und am Wochenende führen.

... das, was Bossert in den vergangenen fünf Jahren erreicht hat.

Einige Abteilungen wurden mit neuen Fahrzeugen ausgestattet, sodass sie jetzt stärker ins Einsatzgeschehen eingreifen können. Bossert spricht von einem „guten Miteinander“ — auch zu den Wehren in Bingen, Krauchenwies, Inzigkofen und Sigmaringendorf. Es sei eine gemeinsame Führungsgruppe gebildet worden, die sich bei großen Einsätzen gegenseitig unterstütze.

... das, was er nicht erreicht hat:

Die Umkleide– und Sanitärräume im Feuerwehrhaus zu erneuern. Das sei eines seiner wichtigsten Vorhaben gewesen, doch nach Gesprächen mit Gemeinderäten musste er erkennen, dass die Prioritäten woanders liegen. Nun plant die Stadt ab dem kommenden Jahr eine Generalsanierung samt Erweiterung des Feuerwehrhauses.

Zudem rechnet Bossert damit, dass die neue Drehleiter in diesem Jahr bestellt und im kommenden Jahr geliefert wird. Die aktuelle Drehleiter aus dem Jahr 1997 habe immer wieder Aussetzer in der Elektronik: „Das sind Geisterzustände, die nicht mal Mechaniker erklären können.“