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Mit Bildern und Videos: Das Fasnets-Wochenende in Sigmaringen

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Da war ganz schön was los: Narrenmesse, Stangenübergabe und Vetter-Guser-Ball - mit mehreren Premieren. Und Zunftmeister Phil Sutter hält Wort.
Veröffentlicht:11.02.2024, 17:00

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Mit einigen Neuerungen ist der Vetter-Guser-Ball nach vierjähriger Pause auf die Bühne der Stadthalle zurückgekehrt. Die Zunft verschlankte den Ball, was sich als richtige Entscheidung erwies. Was am Fasnetswochenende sonst noch so los war: ein Überblick.

Sie sind etablierte Semerenger Narren und doch feierten sie am Samstag bei den Vetter-Guser-Bällen Premieren. Die Stadtperlen alias Biggi Fischer und Uli Maier waren bislang beim Maschgera zu Hause. Nun wagten sie sich auf die Bühne der Stadthalle. Und wie!

Autor: Michael Hescheler

Biggi Fischer reimte einmal mehr brilliant übers Sigmaringer Stadtgeschehen, ihr Bruder Uli lieferte den passenden Gitarrensound dazu. Wie die benachbarte Eisdiele vom funkelnden Stadtklo profitiert, war eines ihrer Hauptthemen. Was es rund um das Stadtklo alles geit: Zwei Bolla mit Schoklad und dazu Pistazie mit einem doppelten s. Das Wortspiel des Abends!

Ein Frischling, der eigentlich keiner ist

Der zweite Frischling, der eigentlich keiner ist: Ingo Ponti. Mit den Brauen Fledermäusen stand er schon im Rampenlicht, doch nun beginnt seine Solokarriere.

Als Lazarus Volkwein, der in der Vorstadt im vorigen Jahrhundert eine Berühmtheit war, trat der Vollblutnarr auf. Im Gegensatz zu den Stadtperlen machte er einen großen Bogen um das Stadtklo: „Zu dera Blechbix sag i nix.“

Der Lazarus hätte sein Geschäft wohl in der Donau erledigt, die damals noch durch die Vorstadt floss. Ponti: „Bei Hochwasser verdünnte sich der Seich und machte das Wasser wieder weich.“

Über den Neubau der Bertha-Benz-Schule sagte er: „I han a Ufo gseha. Rund und mächtig, betonträchtig.“ Lieber wäre dem Lazarus, wenn der Landkreis das Betongeld in Lehrer, Erzieher oder Ausbilder investiert hätte.

Der Zunftmeister verspricht nicht zu viel

So viel zu den beiden Premieren des Abends. Wobei es gab noch eine dritte: Der Zunftmeister Phil Sutter hielt Wort und befahl um 22.45 Uhr: Ausmarsch.

Die Schlankheitskur tat dem Vetter-Guser-Ball gut. Im Anschluss feierten die Gäste im Foyer weiter und legten ihre Sombreros, die das Motto Fiesta Mexicana zierten, schnell beiseite, weil sie auf der Tanzfläche ins Schwitzen gerieten.

Am Morgen danach

In St. Johann sahen sich vielen Sombrero-Träger am Morgen bei der Messe für Narren wieder. Pfarrer Ekkehard Baumgartner verlieh sich, ob seines zehnjährigen Semerenger Fasnetsjubiläums selbst einen Orden: Obererzpfarrernarr lautet sein Titel, den er bis Aschermittwoch trägt. An diesem Tag wolle er alle wiedersehen. Die Fastenzeit gehöre zur Fasnet dazu, „Ihr seid ja schließlich keine Ganzjahresnarren“.

Das sagt der Narrenprediger

Hermann Brodmann nahm die Zusammenkunft von Rechtsradikalen in einem Potsdamer Hotel als Aufhänger für seine Narrenpredigt. Wehret den Anfängen, mahnte er und erinnerte an die Geschichte.

Autor: Michael Hescheler

„Ma kennt grad moina, sie trocknet nia, sella braune Nazi-Brüa.“ Brodmanns Verse waren ein Plädoyer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für den sozialen Ausgleich, für Ehrlichkeit, Einigkeit, Recht und Freiheit.

Bräutlingsgesellen bekommen die Stange

Anschließend übergab der Narrenrat den Bräutlingsgesellen auf dem Marktplatz die Stange. Lukas Zimmermann schulterte das edle Stück und tanzte hüpfend einige Runden zu Freut Euch des Lebens.

Autor: Michael Hescheler

Danach zogen die Bräutlingsgesellen von Haus zu Haus, um die Bräutlinge für den Fasnetsdienstag einzuladen. 28 Männer werden ab 10 Uhr um den Rathausbrunnen getragen.

Autor: Michael Hescheler

Zunftmeister Phil Sutter wies von den Bilharz-Harmonists lancierte Spekulationen zurück, er wolle es seinem Saulgauer Kollegen Raphael Osmakowski-Miller gleichtun, und in Sigmaringen als Bürgermeister kandidieren.

„Die Fasnetszeit reicht mir, um Deine Geschäfte in Ordnung zu bringen“, sagte Sutter, als ihm Marcus Ehm den Rathausschlüssel übergeben hatte.