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160 Einsätze an fünf Tagen: Feuerwehr mehr belastet denn je

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Mehr als 400 mal rückt die Feuerwehr Sigmaringen 2023 aus. Dieses Jahr warten weitere Herausforderungen.
Veröffentlicht:11.02.2024, 05:00

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Seit etwa einem Jahr hat Sigmaringen mit Sven Glatter erstmals einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten. Im Gespräch mit der SZ gibt Glatter einen Überblick, was sich seit seinem Arbeitsantritt getan hat und was ihn und die Feuerwehr 2024 erwartet.

Was hat sich seit Glatters Eintritt verändert?

Glatter hat die bisher ehrenamtlichen Strukturen neu organisiert. Beispielsweise gebe es jetzt strukturierte Arbeitspläne für die fünf Hauptamtlichen, darunter Gerätewarte, den Verantwortlichen für die Atemschutzwerkstatt und die Verwaltungskraft. Außerdem gibt es nun für jeden Bereich Ansprechpartner, damit nicht jede Anfrage bei Glatter landet und er entlastet wird.

Wie viele Einsätze hatte die Feuerwehr im vergangenen Jahr?

Zu 425 Einsätze ist die Feuerwehr laut Glatter im vergangenen Jahr ausgerückt. Das sind 124 mehr als im Vorjahr - und schon damals hieß es, die Menge sei kaum mehr zu bewältigen. 2023 habe allerdings eine besondere Situation vorgelegen, fügt Glatter an: Drei Unwetter - Mitte Juli, Ende August und Anfang Dezember - hatten innerhalb von insgesamt fünf Tagen 160 Einsätze ausgelöst.

Das sei 2022 nicht so extrem gewesen. Weil die Einsätze „tröpfchenweise“ angefallen seien, sagt der Kommandant, habe die Feuerwehr sie gut bewältigen können.

Darüber hinaus musste die Feuerwehr überwiegend wegen Türöffnungen und ausgelöster Brandmeldeanlagen ausrücken. „Brände gab es nur wenige“, so Glatter. Einer werde allerdings in Erinnerung bleiben: Das Feuer im Munitionslager bei Jungnau im März sei wegen der vielen Brandstellen, der Vermissten und der Knallkörper so „kurios“ gewesen, dass es Vergleichbares „eigentlich gar nicht gibt“, ist Glatter überzeugt.

Wie ist der Stand um den geplanten Kauf der Drehleiter?

Die in die Jahre gekommene Drehleiter beschäftigt die Feuerwehr schon seit einer Weile. Inzwischen liegen die Reparaturkosten laut Glatter im fünfstelligen Bereich, 2023 sind beispielsweise 30.000 Euro dafür angefallen. Mehrere Monate lang musste die Feuerwehr deshalb einen Ersatz leihen. Aus diesem Grund wurde der Kauf einer neuen Drehleiter, der für 2025 geplant war, auf dieses Jahr vorgezogen.

Die Kosten für das Fahrzeug liegen bei um die 878.500 Euro, wobei die Stadt die Zusage für etwa 353.000 Euro erhalten hat und durch den Verkauf der alten Drehleiter auch nochmal 30.000 Euro zusammenkommen. Ein weiterer Zuschuss über den Ausgleichsstock ist laut Erstem Beigeordneten Manfred Storrer beantragt, aber noch nicht bewilligt. Bestenfalls muss die Stadt für das Feuerwehrauto nur 95.000 Euro zahlen. Die Lieferzeit betrage voraussichtlich zehn Monate, sagt Glatter.

Wann startet die Baustelle am Feuerwehrhaus?

Die Arbeiten für den Neubau neben dem Bestandsgebäude des Feuerwehrhauses sollen dieses Jahr beginnen. Einfluss auf das Einsatzgeschehen werden sie aber nicht haben, ist Glatter überzeugt. Die Parksituation sei zwar dadurch eingeschränkt, aber die Durchfahrt für die Einsatzfahrzeuge müsse frei bleiben. Wann der Bestandsbau saniert wird, ist laut Storrer weiter unklar.

Was steht sonst dieses Jahr an?

Nachdem der Digitalfunk gerade eingeführt wird, erhalten die Abteilungen der Ortsteile nun zusätzlich Bildschirme, auf denen Informationen zum jeweiligen Einsatzgeschehen übersichtlich abgebildet werden. Außerdem steigen die Feuerwehrleute auf sandfarbene Uniformen um, die einerseits einen höheren Schutzstandard haben und auf denen andererseits Schmutz besser erkennbar ist.