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Tierschutzverein

Tierschutzverein steht vor dem Aus

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

Mitglieder finden keinen neuen Vorstand – Hoffnung ruht auf Tierfreunden außerhalb des Vereins
Veröffentlicht:09.12.2013, 18:55

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Sorgenvolle Gesichter gibt es derzeit beim Tierschutzverein Pfullendorf. Der Verein, der 1966 gegründet wurde und rund 150 Mitglieder hat, ist von der Auflösung bedroht. Hintergrund ist, dass der komplette Vorstand bei der Mitgliederversammlung 2013 erklärte, im Januar nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Vorsitzende Angelika Mentolo muss aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten, ihre Stellvertreterin Ilona Breitsamer und Kassenwart Manfred Haaß sind nach jahrelangem Engagement amtsmüde geworden und möchten künftig ein bisschen mehr Zeit für andere Hobbys haben. Schriftführerin Ursula Fischer ist beruflich eingebunden.

Fast ein Jahr hatte der Verein Zeit, Nachfolger für die vakant werdenden Posten zu finden. Vergebens. Niemand im Verein sieht sich in der Lage, die Verantwortung zu übernehmen. „Wir haben ziemlich viele ältere Mitglieder, denen wir für ihren Mitgliedsbeitrag und ihre Spendenbereitschaft, wenn die Tierarztkosten mal wieder hoch sind und die Geldmittel knapp werden, dankbar sind“, sagt Ilona Breitsamer, „wir haben Verständnis dafür, dass sie in ihrer passiven Rolle bleiben wollen.“ Und: „Wir sind nur etwa 15 aktive Vereinsmitglieder, die zur Stelle sind, wenn uns Vorfälle gemeldet werden oder es gilt, Fundtiere zu versorgen“, so Breitsamer weiter, „und die haben oder hatten alle schon mal ein Amt.“

Hoffnungen ruhen auf der Jugend

Nachdem der Verein in den eigenen Reihen nicht fündig wurde, hofft der Vorstand nun auf Hilfe von außen. „Es darf einfach nicht sein, dass sich unser Verein, der so viel gute Arbeit leistet, auflöst, weil wir keinen neuen Vorstand finden“, sagt Edeltraud Frick, die über zehn Jahre das Amt der Vorsitzenden inne hatte und noch immer aktive Tierschützerin ist. Und auch Ilona Hahn will die Hoffnung nicht aufgeben. Sie war selbst lange im Vorstand, zählt aber weiterhin zu den aktiven Mitgliedern. Wenn ein Tier Hilfe braucht, sei sie immer noch zur Stelle. „Es müssten sich doch irgendwo jüngere Tierfreunde finden lassen, denen der Tierschutz am Herzen liegt und die eines der frei werdenden Ämter übernehmen und den Verein weiterführen“, sagt sie. Wer auch immer dazu bereit ist, findet ein gut bestelltes Feld vor. Die Kasse stimmt und die Geselligkeit auch. Die Stadt, so betont Ilona Hahn, hat ebenfalls immer ein offenes Ohr, wenn den Tierschutzverein Sorgen plagen. Die jetzigen Amtsinhaber versprechen: „Unsere Nachfolger können sich darauf verlassen, dass wir sie unterstützen.“