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Osterkonzert

Musiker entführen Gäste ins Gebirge

Pfullendorf / Lesedauer: 4 min

Beim Osterkonzert der Musikkapelle Aach-Linz und Jugendkapelle geht es feierlich und festlich zu
Veröffentlicht:25.03.2018, 16:53

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Zum alljährlichen Osterkonzert hat die Musikkapelle Aach-Linz am Samstagabend in die Schlossgartenhalle eingeladen. Rund 350 Gäste wurden von der Jugendkapelle Aach-Linz, Herdwangen und Großschönach (AlHeGro) und dem gastgebenden Verein bestens unterhalten.

Julia Kellenberger, Jungdirigentin im Team, eröffnete mit ihren jungen Musikanten und dem ersten Vortrag „The Lion King“, arrangiert von John Higgins, das facettenreiche Programm gebührend. „Musik aus dem Medley des weltberühmten Musicals König der Löwen schallt durch das geweihte Land namens Aach-Linz“, so moderierten Christoph Nufer und Manuel Muffler in Disney-Outfit an. „Alles, was das Licht berührt, das ist unsere Juka“, sagten die beiden und erklärten das folgende Stück „Eiger“ mit gebirgigen Grenzen auf 3967 Metern Höhe in den Schweizer Bergen, wohin das nächste Stück „A Journey to the Summit“ alle Zuhörer entführte. Dieser Berg teile sich einige Eigenschaften mit Dirigent Dominic Hönig, der sich während des Dirigierens vor seinen Musikern auftürme und seine Musiker ebenfalls vor Ehrfurcht erstarren lasse, erklärten die Moderatoren und sorgten damit für viele Lacher im Publikum.

Bei so viel Leistung mit Wort und kompetentem Spiel verlangten die Zuhörer nach dem Vortrag „Bohemia“ natürlich Nachschlag. Mit dem langsamen Marsch „Orion“ begrüßte die Musikkapelle Aach-Linz die große Schar der Blasmusikfreunde und legte mit „In Purple and Gold“ gehörig nach. Das feierliche Konzertwerk entzückte die Zuhörer merklich. „Wie ist es ein Storch zu sein, der sich auf eine Reise in den Süden macht?“, diese Frage stellten sich Nadine Gessler und Larissa Benkler, die für die Kapelle die Ansagen machten. Die Antwort erfolgte mit dem fantasievollen Stück „Adebars Reise“ von Markus Götz.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, kürte Josef Kugler , Bezirksvorsitzender des Blasmusikverbandes Sigmaringen des Bezirks III, sich lange Jahre verdient gemachte Kameraden des volkstümlichen Tones. Die erste Klarinettistin Myriam Löw wurde für zehn Jahre aktive Tätigkeit im Verein mit der Ehrennadel in Bronze mit Urkunde verliehen. Für 20 Jahre aktives Wirken bei der Musikkapelle Aach-Linz überreichte Kugler Stefanie Osswald (Klarinette), Steffen Schraudolf (Posaune), Johann Schiller und Stefan Schmid, beide bereichern das Register an der Tuba, eine Urkunde und die Ehrennadel in Silber. „Menschen, die ihre freie Zeit dem Verein widmen und ihr Herz an die Blasmusik hängen, haben es verdient, geehrt und ausgezeichnet zu werden“, sagte der Bezirksvorsitzende anerkennend. Für 30 Jahre aktive, musikalische Tätigkeit am Bariton und in Würdigung der Verdienste zeichnete Kugler Klaus Schmid mit der Ehrennadel in Gold aus. Im Jahr 1988 trat Klaus Schmid mit 32 Jahren in der Musikkapelle Aach-Linz ein, nachdem er sich das Tenorhornspielen selber beigebracht hatte, lobte der Vorsitzende die großartige Leistung des Hobbymusikers.

Man könne diese Ehrungen noch steigern, sagte Kugler und bat Edgar Lang auf die Bühne. Nicht nur als Musiker, sondern auch als Vereins-Verantwortlicher habe er Lang kennen und schätzen gelernt, so der Redner. Von 1984 bis ins Jahr 2004, also zwanzig Jahre, hat der Bassist als erster Vorsitzender des Musikvereins Aach-Linz verantwortungsbewusst die Geschicke der Kapelle gelenkt. Eigentlich gehöre man nach dieser langen Zugehörigkeit längst zum Inventar des Vereins, gab der Sprecher zu bedenken und zeichnete Edgar Lang mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg aus. Kurt Boschenrieder wurde ebenfalls eine besondere Ehrung zuteil. Mehr als 30 Jahre war Boschenrieder als Bassist in der Kapelle aktiv, im Jahr 1996 übernahm er das Ehrenamt des Fähnrichs. Höhen und Tiefen des Vereins habe er mitgemacht und es sei der ausdrückliche Wunsch der Vorstandschaft, ihn für das äußerst zuverlässig ausgeführte Amt des Fähnrichs eine Ehrung zukommenzulassen, erklärte der Vorsitzende feierlich. Als diesem Grund kürte Kugler den Aach-Linzer für 53 Jahre aktive und fördernde Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant. Mit dem Ehrenmarsch „Euphoria“ von Martin Scharnagl besiegelten die Musiker der Aach-Linzer Blasmusikkapelle die Ehrungen.

Mit dem weltweit erfolgreichsten Arrangement des Medleys „Moment for Morricone“ von Ennio Morricone und Johan de Mey beendeten die Musiker das Osterkonzert festlich. Doch erst nach zwei weiteren Zugaben, Musik der Deutschen Welle der 80er und dem mexikanischen Ehrenmarsch „Zacatecas“ durften die durchweg hochkarätigen Hobbymusiker die Bühne verlassen. Als Jung-Journalistinnen baten Tamara Schraudolf und Muriel Scheuble Dirigent Michael Härtl noch zum Gespräch. Freundlich und aufgeschlossen beantwortete der 58-jährige Trompete- und Waldhornspieler alle Fragen. Für einen Artikel in ihre Schülerzeitung befragten die Neunjährigen der Montessori-Grundschule Aach-Linz den Musiker, der bereits seit 25 Jahren Musikunterricht für Trompete erteilt. Es sei immer wieder aufregend, auf der Bühne vor rund 60 Musikern zu stehen, gestand Härtl, der im Jahr über 18 Konzerte im Jahr leitet. Sogar die Frage nach allen Instrumenten im Verein beantwortete Härtl mit einem herzhaften Lächeln. Etwas schüchtern bedankten sich die Mädels für das lockere Interview.