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Solawi Ostrachtal liefert Biogemüse aus der Region

Ostrach / Lesedauer: 3 min

Die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) Ostrachtal geht ins dritte Jahr. Das Modell, das einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb in Ostrach ein Einkommen sichert und die Teilnehmer am Projekt regelmäßig und verlässlich mit Biogemüse beliefert, hat die Anlaufphase erfolgreich hinter sich gelassen.
Veröffentlicht:30.01.2024, 10:29

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Die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) Ostrachtal geht ins dritte Jahr. Das Modell, das einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb in Ostrach ein Einkommen sichert und die Teilnehmer am Projekt regelmäßig und verlässlich mit Biogemüse beliefert, hat die Anlaufphase erfolgreich hinter sich gelassen. Im April beginnt das neue Wirtschaftsjahr. Am Mittwoch, 7. Februar, lädt die Solawi Ostrachtal zu einem Info-Abend ein. Neue Ernteteiler oder Ernteteilerinnen können jetzt einsteigen.

Jede Woche freitags herrscht Betrieb an den Abholstationen der Solawi Ostrachtal in Ostrach-Wangen, in Mengen, Bad Saulgau und in Ostrach-Ochsenbach. Nachmittags holen dort 53 Ernteteilerinnen und Ernteteiler ihre Anteile ab. Jetzt, im Winter liegt Gemüse bereit, das gut eingelagert werden kann: Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Karotten oder Rote Bete, auch Ackersalat oder Schnittsalat ist im Angebot, im Sommer ist die Fülle größer: Tomaten, Paprika, Gurken, frische Salate, Zucchini, Knoblauch liegen in den Abholstationen bereit, aber durchaus auch Überraschendes wie die kleinen kürbisähnlichen Zaphitos, Postelein oder Mangold.

Sabrina Müller aus Mengen findet auch diesen Aspekt gut. „Ich finde es spannend, dass ich meine Küche mit neuen Rezepten erweitern kann“, sagt sie. Viele Ideen dazu werden in einer Solawi-Rezeptgruppe geteilt. Die gebürtige Ennetacherin wohnte einige Jahre in Frankfurt. Dort nahm sie an einem ähnlichen Projekt einer landwirtschaftlichen Kooperative teil. „Als ich zurückkam, war ich froh, dass es hier in der Region etwas ähnliches auch gibt.“

Sie unterstützt die Solawi Ostrachtal, die von Carmen Klima und Georg Schäfer gegründet worden ist. Sie ist Landschaftsarchitektin, er Agrarwirt. Dritter im Bunde ist ihr dreijähriger Sohn Anton. „Wir haben uns überlegt, was man mit einem kleinen Hof machen kann, damit er zur Sicherung der Existenz beitragen kann“, sagt Carmen Klima. Einen ersten Impuls gab eine TV-Dokumentation über das Projekt einer Solidarischen Landwirtschaft, konkreter wurde das Vorhaben bei Besuchen von funktionierenden Solawi in der Region. Eine erste Infoveranstaltung zeigte, dass es in der Region ausreichend Interesse für die Teilnahme an diesem Projekt gibt. Es folgte die erste große Investition: ein Gewächshaus und ein Geräteschuppen auf dem Acker bei Ostrach-Wangen im November. Im Frühjahr 2022 ging die Solawi Ostrachtal dann an den Start.

„Was mich vor allem überzeugt, ist die Qualität des Gemüses“, sagt Udo Klöthe aus Bad Saulgau. Er und seine Frau Marika Marsovszki sind von Anfang an bei der Solawi Ostrachtal dabei. „Man muss sich darauf einlassen können, dass es nicht zu jeder Zeit alles gibt, überspitzt gesagt, dass es im Winter keine Erdbeeren gibt.“ Die derzeit reichlich gelieferten Roten Bete kocht er, schält sie und friert sie ein.

In die Gemüsekisten kommt, was auf dem Acker oder im Gewächshaus in Ostrach-Wangen wächst oder was die Solawi eingelagert hat. Lebensmittelverschwendung ist kein Thema. „Es gibt keinen Ausschuss, es wird alles geteilt“, sagt Carmen Klima. Die Solawi gebe „Gemüse mit Charakter“ aus. Nicht jedes Stück entspricht der Supermarkt-Norm, landet aber in den Abholkisten der Ernteteiler und Enterteilerinnen.

„Wir wissen, für wen wir das Gemüse anbauen“, sagt Carmen Klima. Erzeuger und Ernteteilerinnen und Ernteteiler kennen sich. Nicht zuletzt bei regelmäßigen Veranstaltungen wie Ackercafés, Infoveranstaltungen und auch bei freiwilligen Arbeitseinsätzen wie Unkrautjäten - Motto jeder kann, niemand muss - auf dem Acker kommt es zu Austausch und Gesprächen. Auch Kinder sind dort gern gesehen. Ein Nebeneffekt: Beim Unkrautjäten bekommen mancher eine Vorstellung davon, welche Mühen es bereitet, Jungpflanzen zu Biogemüse großzuziehen.

Den gemeinschaftlichen Charakter der Solawi schätzen auch Manfred und Rita Weik aus Ostrach besonders. Sie sind vor allem vom ideellen Charakter der Solawi überzeugt. „Hier können wir uns mit gemeinschaftlichem Tun beteiligen“, sagt Rita Weik. Regelmäßig hilft sie auf dem Acker.


Info-Abend