StartseiteRegionalRegion SigmaringenMeßkirchGrößter Brand seit 20 Jahren: Halle einer Medizintechnik-Firma in Flammen

400 Einsatzkräfte vor Ort

Größter Brand seit 20 Jahren: Halle einer Medizintechnik-Firma in Flammen

Meßkirch / Lesedauer: 3 min

Im Neubau des Medizintechnik-Herstellers Medi-G in Meßkirch ist ein Feuer ausgebrochen. Zu Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben.
Veröffentlicht:27.11.2023, 14:35

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Im Industriepark Nördlicher Bodensee in Meßkirch hat es am Nachmittag bei Medi-G gebrannt. Beim Unternehmen handelt es sich um einen Hersteller von Medizintechnikinstrumenten. Das Feuer war gegen 13.30 Uhr im erst 2021 bezogenen Neubau ausgebrochen. Das Gebäude befindet sich unweit des Logistikzentrums des Onlinehändlers Amazon. 

Video: Mareike Keiper

Der Brand war in der Schleiferei der Firma entstanden und hatte sich ausgebreitet. Wie die Polizei mitteilt, sei ein Drittel des Gebäudes dabei zerstört worden. Wie hoch der Schaden ist, sei derzeit noch offen.

Nach Angaben der Polizei soll eine Person verletzt sein, weil sie Rauchgase eingeatmet hat. Die Mitarbeiter konnten allerdings evakuiert werden und kamen sich laut Informationen der Feuerwehr im benachbarten Gebäude von Amazon unter.

Alle Feuerwehren des Landkreises sind alarmiert.
Alle Feuerwehren des Landkreises sind alarmiert. (Foto: Mareike Keiper)

Laut Erstmeldung der Polizei soll der Brand in der Lüftungsanlage ausgebrochen sein.  Über zwei Drehleitern versucht die Feuerwehr, den Flammen Herr zu werden. Auch die Drehleiter aus Stockach kam schließlich zur Unterstützung, da große Teile des Dachs in Brand standen und von mehreren Seiten gelöscht werden musste.

Gegen 16 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand großteils unter Kontrolle. Die Halle gelte allerdings als einsturzgefährdet, so der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Joachim Pfänder.

So sieht die Halle im Verlauf des Abends aus: Ein Teil der Wand musste für die Löscharbeiten eingerissen werden.
So sieht die Halle im Verlauf des Abends aus: Ein Teil der Wand musste für die Löscharbeiten eingerissen werden. (Foto: Mareike Keiper )

Aus diesem Grund kam auch ein Raupenfahrzeug der Feuerwehr Tuttlingen zum Einsatz, das von außen per Fernsteuerung gelenkt wird und im Innenbereich löscht, ohne dass Feuerwehrleute gefährdet werden, so Tobias Lumb, Feuerwehrkommandant von Meßkirch und Einsatzleiter. Auch eine Drohne der Feuerwehr Pfullendorf half dabei, den Brand aus der Luft einzuschätzen. 

Tuttlinger Straße komplett gesperrt

Wie die Polizei weiter mitteilt, ist die Tuttlinger Straße zwischen Meßkirch und Heudorf wegen der Rauchentwicklung und der Löscharbeiten voll gesperrt. Auf der Bundesstraße 311, die direkt am Industriepark vorbeiführt, fließt der Verkehr dagegen weiter.

Laut Pfänder ist eine Führungsgruppe gebildet worden, die die Löscharbeiten koordiniert. Alarmiert worden sind zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis – unter anderem auch die Stützpunktfeuerwehren aus Bad Saulgau und Sigmaringen.  Die Löscharbeiten der Feuerwehr werden voraussichtlich noch bis in die Nacht hinein andauern.

Hintergründe zur Firma

Das ist Medi-G

Im Jahr 2021 hat die Firma Medi-G ihre neu errichtete Halle im Industriegebiet Meßkirch bezogen. Nach Angaben der Inhaber wurde ein zweistelliger Millionen-Betrag investiert. Bis zu 150 Mitarbeiter sollten in dem Neubau arbeiten. Die Firma stellt Instrumente für die Minimal invasive Chirurgie her, die als sogenannte Schlüssellochchirurgie mit kleinsten Schnitten arbeitet. Medi-G beliefert unter anderem die Tuttlinger Firma Karl Storz. Gründer und ursprünglicher Namensgeber war Paul Peschke. Bis zu ihrem Umzug nach Meßkirch war die Firma in Leibertingen angesiedelt. Eigentümer sind seit 1994 Susanne und Otto Gäng. Mit dem Umzug nach Meßkirch nahm die Firma den Namen ihrer Eigentümer an und heißt seither Medi-G.

Anderthalb Stunden nach Ausbruch des Brandes rückten immer noch Kräfte nach. So waren Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis im Einsatz, genauso der Katastrophenschutz und Atemschutzeinheiten.  Insgesamt waren laut Kommandant Lump 400 Einsatzkräfte inklusive Notfallseelsorger vor Ort. 

Innenministerium gibt Warnmeldung heraus

Das Innenministerium hat um 14.44 Uhr eine Warnmeldung herausgegeben. Menschen im Großraum Meßkirch sollten Fenster und Türen geschlossen halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen abschalten. Zudem sollten sie das Gebiet rund um den Industriepark Meßkirch meiden. Die Gesundheitsgefahr stuft das Ministerium als gering ein.

Anders als zuerst vom Innenministerium herausgegeben, kam es nicht zu einem Vollbrand einer Schreinerei. Diese liegt neben der Anlage und ist vom Brand nicht betroffen.

Laut Angaben der Feuerwehr handelt es sich um den größten Brand in Meßkirch seit 20 Jahren.