StartseiteRegionalRegion SigmaringenInneringenSo lebt es sich auf 32 Quadratmetern

Blick durchs Schlüsselloch

So lebt es sich auf 32 Quadratmetern

Inneringen / Lesedauer: 3 min

Das Leben in der Großstadt kommt für Swen Nicola in keinem Fall in Frage. Dort fehlt ihm etwas ganz bestimmtes.
Veröffentlicht:04.10.2023, 17:00

Artikel teilen:

Es ist die Ruhe, die Swen Nicola in die Feriensiedlung Dullenberg gezogen hat. Auf 32 Quadratmetern lebt er in einem ehemaligen Ferienhaus außerhalb von Inneringen. Hinter seinem Haus erstrecken sich Bäume, Wiesen, Äcker und Wälder. „Wie sie hören, hören sie nichts“, sagt Nicola.

Seit über zwei Jahren lebt Nicola im Dullenberg

Der gebürtige Saarländer wohnt seit 1999 erst in Inneringen in einem Bauernhaus und seit April 2021 im Dullenberg. „Ich hatte festgestellt, dass das für das Alter nichts ist mit den steilen Treppen“, sagt er zu der Entscheidung, aus dem alten Bauernhaus auszuziehen. Im Dullenberg schätzt er das soziale Netz mit seinen Nachbarn und die Möglichkeit auf die sozialen Dienste zurückgreifen zu können.

Im Winter liegt in der Dullenbergsiedlung Schnee. Auch Swen Nicola's kleines Haus ist eingeschneit.
Im Winter liegt in der Dullenbergsiedlung Schnee. Auch Swen Nicola's kleines Haus ist eingeschneit. (Foto: privat)

Das kleine Haus im Dullenberg gehört Nicola bereits seit mehr als 15 Jahren. „Ich habe den Erbauer gekannt“, erzählt er. Diesem habe er das Haus abgekauft. Zwischenzeitlich war es als Ferienhaus vermietet. Menschen aus der Schweiz, dem Allgäu, Berlin oder Flensburg kamen in den Dullenberg, um einige ruhige Tage in dem kleinen Haus zu verbringen.

Das Innere ist gemütlich, aber auch etwas eng. Neben Nicola verbringt auch seine Lebensgefährtin viel Zeit in dem kleinen Haus. Deshalb arbeitet er an einem Anbau. Mit einem acht Quadratmeter großen Schlafzimmer, einem sehr kleinen Bad und einem Multifunktionsraum, der als Wohnzimmer, Küche und Büro dient, ist der Platz begrenzt. Einiges hat Nicola in einem Lager in Inneringen verstaut.

Anbau soll mehr Raum schaffen

Aufgrund der begrenzten Fläche sollen die meisten Räume in den etwa 20 Quadratmeter großen Anbau umziehen. Bisher ist von dem nur die Betonfläche zu sehen. Nicola plant, im kommenden Jahr mit den Arbeiten fertig zu werden. Das meiste will er selbst fertig bauen.

Ursprünglich war der Dullenberg in den 1970er Jahren als Feriensiedlung bebaut worden. Einige Häuser werden noch als Ferienwohnungen oder Wochenendhäuser genutzt. Es gibt auch Menschen wie Nicola, die fest im Dullenberg leben.

Wir schauen hier nach Südosten und haben eine schöne Morgensonne.

Swen Nicola

Das Holzhaus ist trotz seiner geringen Wohnfläche innen gemütlich. Geheizt wird im Winter mit Holz. Außerdem gibt es fließend Wasser, Strom, Internet und eine Telefonleitung. Ein besonderer Platz ist die Terrasse hinter dem Haus. „Wir schauen hier nach Südosten und haben eine schöne Morgensonne“, sagt er.

Im Dullenberg fehlt ihm nichts

Zum Runter fahren und Stress abbauen sei das Leben im Dullenberg perfekt. Allerdings muss man die Ruhe und Abgeschiedenheit mögen, betont Nicola.

Ich könnte nie in einem Reihenhaus Garten an Garten leben.

Swen Nicola

Für ihn kommt ein Umzug in eine Großstadt nicht in Frage. „Ich könnte nie in einem Reihenhaus Garten an Garten leben“, erzählt er. Im Dullenberg fehlt es ihm an nichts Wesentlichem. Zwar gibt es in der ehemaligen Feriensiedlung keine Einkaufsmöglichkeiten, aber in Inneringen gibt es einen Bäcker, einen Metzger und „eine Kneipe, wo man gescheit essen kann“, sagt Nicola.

Ein Auto zu haben, sei aber wichtig, zum Beispiel, um zum Einkaufen nach Bingen oder Gammertingen zu fahren oder ins Ärztehaus nach Hettingen.