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Zwei Jungen und ein Mädchen

Drillinge in Hettingen: Opa braucht bei der Nachricht erstmal einen Schnaps

Hettingen / Lesedauer: 4 min

Yannick Zilian und Rebecca Zabler haben besonderen Nachwuchs bekommen. Der hat den Frauenarzt sprachlos gemacht und die Familie überrascht.
Veröffentlicht:18.09.2023, 17:00

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Seit einigen Wochen ist Hettingen um ein kleines Wunder reicher: In der Stadt wachsen erstmals Drillinge auf. Die frischgebackenen Eltern Yannick Zilian und Rebecca Zabler sind erst im Frühjahr aus Pfullingen zurück in die Heimat des 25–Jährigen gezogen, am 14. Juli brachte die 31–Jährige in der Uniklinik Tübingen zwei Jungen und ein Mädchen zur Welt.

Mutter und Kinder sind wohlauf

Gern erzählt das Paar über die ersten Wochen mit dem kleinen Nachwuchs, der wegen seines zahlreichen Erscheinens auf dem Ultraschallbild nicht nur den Frauenarzt sprachlos gemacht und die Krippenplanung im Ort ziemlich aufgewirbelt hat.

Das Willkommensschild für Matteo, Hanna und Luca hängt hoch über der Eingangstür, die Yannick Zilian leise öffnet. Lächelnd bittet er ins Obergeschoss. Auf der sonnigen Terrasse steht, unter einem schattenspendenden Sonnenschirm, ein kleines Reisebett. Darüber gespannt ein Insektennetz, zum Schutz der kleinen „Bewohner“.

Die liegen zufrieden nebeneinander, räkeln im Schlaf ihre kleinen Fingerchen und Zehen und geben ab und an ein paar wohlige und schmatzende Laute von sich. Als wüssten sie, dass sie nicht nur für ihre Eltern etwas ganz Besonderes sind.

Das Wichtigste vorweg: Mutter und Kinder sind wohlauf. Rebecca Zabler strahlt in ihrem Sommerkleid, sie wirkt wie ihr Partner tiefenentspannt, stolz und glücklich. Ermüdung, Spucktuch–Chaos, Augenringe: Fehlanzeige. „Sie schlafen ja noch viel“, sagt Rebecca Zabler und schnappt sich Luca, den Jüngsten, aber kräftigsten der drei. Der Älteste und zarteste ist Matteo.

Und so, wie sie um 9:21, 9:22 und 9:23 Uhr in der 34. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, werden sie gut zwei Monate später schon mit einem Augenzwinkern von ihren Eltern eingetaktet: Matteo, der Aktive, Hanna, die Prinzessin und Luca, der Entspannte.

Platzprobleme hat die Familie keine

Die Bestätigung folgt. Während Mama beim Erzählen das Milchfläschen langsam verrutscht und nichts mehr herauskommt, hat sich Luca längst damit abgefunden und schläft lieber. Matteo dagegen liegt im Anschluss hellwach im Arm und scheint die Worte seiner Eltern genauso gierig aufzusaugen wie die Milch. Auf Papas Brust residiert derweil Prinzessin Hanna und genießt schlafend die Streicheleinheiten.

Die junge Familie bewohnt die obere Etage im Haus der Ur–Oma. Die ehemalige Wohnung seiner Gette, verrät Yannick Zilian, auch sie hat drei Kinder. Soll heißen, Platz ist genug. Weiterer Vorteil: Die Familie von Yannick Zilian ist vor Ort und das sei beruhigend und wertvoll.

Mit dem Umzug, der „eh irgendwann geplant war“, hatten sich gleich zwei der dringendsten Probleme nach dem Verdauen der Drillingsdiagnose aufgelöst.

Beim Ultraschall wird der Gynäkologe ganz still

Apropos Drillingsdiagnose — Zilian und Zabler müssen lachen, als sie an den ersten Ultraschall zurückdenken. „Mein Frauenarzt hat lange und schweigsam das Bild angeschaut und mich dann vorsichtig gefragt, ob ich auch sehe, was er sieht“, erinnert sich Rebecca Zabler. Denn auch für den Gynäkologen, der seit 1994 praktiziert, war es „das erste Mal“. Beide fingen an zu zählen.

Ich konnte Yannick nicht sehen und habe den Arzt gefragt, ob er überhaupt noch da ist.

Rebecca Zabler

Der werdende Vater war ganz still. „Ich konnte Yannick nicht sehen und habe den Arzt gefragt, ob er überhaupt noch da ist“, lacht Rebecca Zabler. Natürlich war er da, aber er musste die Nachricht erstmal verdauen, von realisieren konnte noch keine Rede sein.

„Anfangs war es natürlich nicht nur pure Freude“, sagt Yannick Zilian. „Eigentlich wollten wir an dem Tag noch Besorgungen machen, aber ich musste erstmal heim.“ Als er seiner Familie die Botschaft verkündete, stand sein Vater, der zukünftige Tripple–Opa, auf und sagte: „Ich brauche jetzt erstmal einen Schnaps.“

Auch fast die Hälfte der Krippenkinder wird im nächsten Jahr den Namen Zilian tragen. „Falls sie mal krank sind, kann eine Erzieherin fast daheimbleiben“, scherzen die Verwaltungsangestellte und der Versandleiter. Yannick Zilian hatte vier Wochen Elternzeit, seit Donnerstag arbeitet er wieder bei „seiner“ Hettinger Firma. Rebecca Zabler versucht nun, so viel wie möglich allein zu stemmen.

Doch sie weiß, dass die Zeiten turbulenter werden und spätestens, wenn die Drillinge laufen, kann sie nicht gleichzeitig in drei Richtungen springen. Sie zuckt die Schultern und lächelt. „Man hat einen Plan und dann kommt das Leben dazwischen“. Und das ist nicht immer einfach.