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Theater oder Festival

So kommt der Kulturpass bei den Schülern an

Gammertingen / Lesedauer: 2 min

2023 standen jedem 18-Jährigen 200 Euro für Kultur zur Verfügung. Nun geht das Angebot in die zweite Runde. Doch der neue Jahrgang bekommt weniger Geld.
Veröffentlicht:10.02.2024, 17:00

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200 Euro sind eine Menge Geld - insbesondere für junge Erwachsene. Seit dem vergangenen Jahr steht dieser Betrag jeder und jedem zu, der seinen 18. Geburtstag feiert. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Das Geld muss für Kulturangebote ausgegeben werden. Das gemeinsame Projekt des Bundesfinanz- und Kultusministeriums soll einerseits junge Menschen für Kultur begeistern und andererseits die Kulturbranche unterstützen.

Egal, ob ein Konzert von Andreas Gabalier oder Gutscheine für Bücher - das Angebot im Kreis Sigmaringen ist vielfältig. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Gammertingen finden Lob, ärgern sich aber auch über einige Dinge.

Schülerin beklagt sich über Ausschluss

Dass es den Kulturpass gibt, hat sich schnell herumgesprochen - egal ob über Freunde, soziale Medien oder die Tagesthemen. Jedoch nutzen ihn bislang nur wenige, obwohl er zielgruppengerecht als App daherkommt. Das hat Gründe.

„Ich sehe viel Zeug, das sonst keiner will“, kritisiert eine Schülerin, die nicht genannt werden will. Das Angebot beschränke sich ihrer Ansicht nach größtenteils auf „Mainstream-Einrichtungen“. Kleinere Museen, an denen sie Interesse gehabt hätte, beteiligen sich nicht am Angebot. Noah Bodenmüller hingegen lobt die Auswahl und das „gute Design“ der App. Die Auswahl sei gut, allerdings wünscht er sich, dass mit dem Kulturpass auch Fußballstadionbesuche angeboten werden. Ein Klassenkamerad stimmt ihm zu.

Der Ansatz ist gut.

Schülerin Doğa Günes

Tatsächlich nutzten die Schülerinnen und Schüler den Kulturpass bevorzugt für Festivals und Konzerte. Robin Monsberger etwa nutzte im vergangenen Jahr seine 200 Euro für ein Southside-Ticket. Die Freischaltung des Budgets habe ohne Probleme geklappt. Auch Luisa Scholl investierte ihr gesamtes Guthaben in ein Festival.

Kinobesuche stehen ebenfalls hoch in der Gunst der Schülerinnen und Schüler. Michael Maul konnte so mehrere Filme anschauen. Deutlich weniger beliebt ist Literatur. Eine Ausnahme bildet Leni Teufel. Sie reizte beinahe ihr komplettes Kulturpassbudget für Bücher aus.

Kulturpass geht in zweite Runde

Ursprünglich galt der Kulturpass nur für den Jahrgang 2005. Nun geht er ab März in die zweite Runde - allerdings in abgespeckter Version. „Wir bekommen weniger als ihr“, stellte deshalb eine Schülerin fest. Angesichts der Kürzungen im Haushalt muss sich der Jahrgang 2006 mit 100 Euro begnügen.

Allerdings gibt es auch Schüler, die komplett leer ausgehen. „Der Ansatz ist gut“, sagt Doga Günes. Allerdings seien junge Erwachsene wie sie, die zwar noch zur Schule gehen, aber bereits seit zwei Jahren volljährig sind, von dem Angebot ausgeschlossen. Sie selbst ist Jahrgang 2003 und kann den Kulturpass daher nicht nutzen. Dabei wäre es ihrer Ansicht nach wichtig, dass junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren das Angebot nutzen können.

Neben Fußballtickets wünschen sich einige Schülerinnen und Schüler, dass der Kulturpass auch für Schwimmbadbesuche und Busfahrten gilt. Eine Sache nennen die Befragten jedoch nicht: Es ist das Theater.