StartseiteRegionalRegion SigmaringenBad SaulgauSo geht es mit der Sonnenhof-Therme in Bad Saulgau weiter

Entscheidung gefallen 

So geht es mit der Sonnenhof-Therme in Bad Saulgau weiter

Bad Saulgau / Lesedauer: 3 min

Der Gemeinderat hat zwei wegweisende Entscheidungen für die Zukunft der Sonnenhof-Therme getroffen. Wer wird Träger sein? Und: Wird neu gebaut?
Veröffentlicht:07.11.2023, 05:00

Artikel teilen:

Der Gemeinderat Bad Saulgau hat in nichtöffentlicher Sitzung zwei wegweisende Entscheidungen für die Zukunft der Sonnenhof-Therme getroffen. Das Ergebnis teilte Bürgermeisterin Doris Schröter in einem Pressegespräch mit.

Erstens: Die Sonnenhof-Therme bleibt in kommunaler Trägerschaft. Zweitens: Das 39 Jahre alte Thermalbad wird nicht neu gebaut, sondern sukzessive weitergebaut. Ein Thema soll sofort auf den Weg gebracht werden: eine bessere Energieeffizienz.

Keine klare Strategie

Kaum ein Thema stand in den vergangenen Jahren bei Gemeinderatssitzungen öfter auf der Tagesordnung als das Zukunftskonzept der Sonnenhof-Therme.

Weil nach vielen Diskussionen und Debatten, darunter auch um die Erweiterung der Saunalandschaft, eine klare Strategie vermisst wurde, erhielt bereits im Februar 2021 die Kannewischer Management AG aus der Schweiz den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie. Die Kannewischer Management AG ist Dienstleister, baut, betreibt und berät Bäder.

Vier Szenarien

Zum Ende der Studie gab es vier Szenarien, angefangen von minimalen Umbauarbeiten bis hin zum kompletten Neubau des Thermalbads. Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie wurde anstelle eines Architektenwettbewerbs das Instrument einer Marktansprache angewandt, um eine Entscheidung für die beste Variante treffen zu können.

Zwei Bewerber

Mehrere Interessenten nahmen anhand der Grundlagen von Kannewischer an der Marktansprache teil. Am Ende waren noch zwei Bewerber im Rennen ‐ die Sonnenhof-Therme GmbH und ein privater Träger.

Dass der private Betreiber den Zuschlag nicht erhielt, lag offensichtlich daran, „dass er aus der Sonnenhof-Therme ein Spaßbad machen wollte“, sagt Bürgermeisterin Doris Schröter.

Das hätte der private Betreiber gemacht

Der private Betreiber hätte zudem das Thermalbad noch ein paar Jahre stehen lassen und es dann abgerissen, um an gleicher Stelle neu zu bauen.

Und selbst wenn der private Betreiber als Sieger des Wettbewerbs hervorgegangen wäre, „hätten wir das Bad weiterhin mitfinanzieren müssen, weil es immer ein Zuschussbetrieb bleiben wird“, so Schröter.

Gesundheit und Wellness

Der Gemeinderat legte fest, dass die Kernthemen Gesundheit und Wellness auch weiterhin der Schlüssel zum Erfolg bleiben sollen. „Der Gemeinderat hat den Stellenwert der Sonnenhof-Therme als zentrales Standbein für die Wirtschaft herausgestellt“, ergänzt Schröter.

Die Erweiterung der Saunalandschaft hat hierbei eine hohe Priorität.

Doris Schröter

Denn die Sonnenhof-Therme sei für die Kur- und Bäderstadt nach wie vor der Leuchtturm. Somit agiert die Sonnenhof-Therme GmbH im operativen Geschäft auch weiterhin als Betreiberin. Möglich ist dennoch, dass externe Investoren oder Pächter die ergänzende Infrastruktur wie Camping oder Gastronomie selbstständig betreiben.

Saunalandschaft hat hohe Priorität

Da der Neubau nun endgültig vom Tisch ist, wird die Sonnenhof-Therme in den kommenden Jahren ausgebaut. Erst Pläne existieren bereits. Nun soll es nach und nach an die Umsetzung gehen. „Die Erweiterung der Saunalandschaft hat hierbei eine hohe Priorität“, so Schröter.

Und Stadtbaumeister Roland Schmidt strebt ‐ bevor bauliche Maßnahmen erfolgen ‐ als ersten Schritt eine Energieautarkie der Therme an. „Das abgebadete Wasser wird nicht genutzt, sondern über den Abkühlteich in die Natur entlassen“, sagt Schmidt, der die Stadtwerke Bad Saulgau beim Thema Energie mit einbinden will. „Die Energie, die wir reinstecken, muss wieder gegenfinanziert werden“, so Schmidt.

Förderanträge werden gestellt

Mit der Energie wolle die Stadt beginnen, um sich wirtschaftlich Luft zu verschaffen. Die weiteren Vorhaben sollen in der nächsten Zeit noch genauer erläutert werden. Entsprechende Förderanträge sollen für die Weiterentwicklung der Therme gestellt werden.