StartseiteRegionalRegion SigmaringenBad Saulgau„Die Auftaktniederlage tut noch immer weh“

Bad Saulgau

„Die Auftaktniederlage tut noch immer weh“

Bad Saulgau / Lesedauer: 7 min

Obwohl die Partie Altshausen/Ebeweiler - Blönried/Ebersbach abgesagt wurde, haben wir uns mit Altshausens Trainer Safet Hyseni unterhalten (lange Version) .
Veröffentlicht:26.11.2023, 03:00

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Derby in Altshausen. Trotz des Wintereinbruchs stand die Partie der SGM Altshausen/Ebenweiler am Sonntag (14.30 Uhr, Sportplatz Altshausen) gegen die SGM Blönried/Ebersbach am Samstag noch. Das Hinspiel gewann die Mannschaft von Trainer Michael Fischer, Altshausen/Ebenweilers Trainer Safet Hyseni will sich revanchieren. Das hat er im Gespräch mit Regionalsportredakteur Marc Dittmann verraten.

Hyseni ist nicht ganz zufrieden

Wie fällt Ihre Bilanz der Vorrunde bislang aus, Herr Hyseni

Wir wussten, dass es eine brutal schwierige Saison wird. Die Auftaktniederlage im Derby in Ebersbach tut noch immer weh, weil sich das in die folgenden Spiele zog. Wir hatten unterm Strich einen sehr schwachen Oktober, in dem wir zu viele Gegentore bekommen und kaum gepunktet haben. Mit den letzten drei Spielen bin ich sehr zufrieden. Wir haben fünf Punkte geholt und nur ein Gegentor bekommen. Das geht in die richtige Richtung. Wir haben uns insgesamt ein bisschen mehr Punkte vorgestellt. Aber: Entwicklung ist da und früher oder später werden die Ergebnisse kommen. Aber: Wir sind nicht im Soll.

20 plus ist das Soll für 2023

Was wäre das Soll gewesen?

Wir hatten uns vor der Saison das Zwischenziel festgelegt, über 20 Punkte 2023 zu holen. Das ist noch realistisch. Wir haben noch zwei Spiele vor der Brust. Die wollen wir gewinnen. Dann wären wir bei 22 Punkten. Aber das werden brutal schwere Spiele, 180 harte Minuten.

Respekt vor Blönried/Ebersbach

Jetzt steht das Rückspiel gegen Blönried/Ebersbach an, die Mannschaft der vergangenen Wochen...

Gegen Blönried/Ebersbach haben wir was gutzumachen. Wir dürfen aber nicht übermotiviert an die Sache ran gehen. Wir spielen zu Hause und wollen den Dreier holen. Im Hinspiel haben sie gewonnen, waren aber nicht die bessere Mannschaft. Wir waren am Drücker bis zum Elfmeter. Ich glaube ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Aber großer Respekt vor der Leistung der SGM in den vergangenen Wochen. Insgesamt ist das überragend, was sie machen. Die Ergebnisse, die sie erzielt haben, waren nicht nur gegen Mannschaften, die hinten drin stehen. Das waren auch schwer bespielbare Gegner. Uns ist bewusst, welcher Gegner da kommt. Aber wir glauben an unsere Stärke. Wenn wir das auf den Platz bringen und auch die Zweikämpfe führen, wie in einem Derby, dann können wir optimistisch sein. Die Trainingswoche war gut. Wir sind kadertechnisch vollzählig. Ich hoffe, dass wir uns für die Auftaktniederlage revanchieren.

Problem: Gegentore

Ein Problem im Oktober waren die Gegentore. Was haben Sie gemacht, dass dies besser geworden ist?

Die klassische Spielerbesprechung nach dem Abschlusstraining halte ich nicht ab. Wenn es eine Besprechung gibt, geht es um wirklich wichtige Themen. Das war so ein Thema im Oktober. Wir haben uns klipp und klar gesagt, woran es liegt. Das haben wir aufgearbeitet, den Schwerpunkt so gelegt, dass wir im Ballgewinn besser sein müssen, um zu bestehen.

Letztendlich haben wir im Oktober schon das eine oder andere Tor geschossen - mehr als üblich. Aber es bringt dir nichts, wenn du drei Tore machst und fünf kriegst, wie wir in Ertingen. Zu unseren Schwächen möchte ich natürlich nicht ins Detail gehen. Aber wir haben uns deutlich stabilisiert.

Die groben Fehler, die dazu geführt haben, dass wir so viele Gegentore bekommen haben, die haben wir größtenteils abgestellt und das sieht man in den letzten Spielen.

Natürlich hatten wir gegen Ostrach ein bisschen Glück mit den zwei, drei Aluminiumtreffern. Dass wir uns Chancen erspielen war in jedem Spiel so. Gegen Ehingen waren wir hinten, machen dann das 2:1 und in den letzten zehn Minuten machen wir natürlich auf. Das sieht halt brutal aus, wenn du dann nochmals zwei Tore kriegst. Gegen Uttenweiler haben wir absolut verdient verloren. Gegen Ertingen/Binzwangen haben wir eine sehr unreife Leistung gezeigt. Wenn du zweimal zurückkommst, dann musst du zumindest einen Punkt mitnehmen. Dann kriegen wir viel zu billig diese Gegentore. Das haben wir angesprochen und jedem war bewusst, dass es so nicht geht.

Wir haben den Schwerpunkt dann so gesetzt, dass wir besser verteidigen, besser gegen den Ball stehen. Das war nicht im mannschaftstaktischen Bereich, sondern eher im gruppentaktischen, individualtaktisch, dass wir gesagt haben: Das müssen wir auf jeden Fall besser machen. Das haben wir super umgesetzt. Wir haben auch ein bisschen Verletzungspech, krankheitsbedingte Ausfälle, aber ich mag das nicht als Entschuldigung nehmen. Letztendlich ist der Kader groß genug, auch wenn wir nicht jeden Ausfall kompensieren können. Aber wir wollen es kollektiv kompensieren.

Schade, dass wir nur fünf Punkte geholt haben. Vergangenes Jahr hatten wir neun Unentschieden. Da haben wir uns gesteigert. Natürlich haben wir einige knappe Spiele, wie gegen Oberdischingen. Aber wir bringen den Ball dann doch noch über die Linie. Oder gegen Ostrach, als wir nach einer Kampfleistung die drei Punkte mitnehmen. Dass du immer wieder einen Dämpfer hat gehört zur Entwicklung dazu. Wir haben, wenn ich nach den Statistiken gehe, die jüngste Mannschaft, wir haben viele junge Spieler. Da zahlst du hin und wieder Lehrgeld.

Wir verteidigen besser, stehen besser gegen den Ball. Insgesamt sind wir auf einem sehr positiven Weg. Alles was wir beeinflussen können, sollten wir beeinflussen. Jetzt sollten wir es auch in die Tabelle bringen, um mit einem bisschen besseren Gefühl in die Winterpause zu gehen. Auf dem Polster von vier Punkten wollen wir uns nicht ausruhen.

Schlechter Oktober - guter November

Was die reinen Zahlen gerade hinsichtlich Gegentore angeht, kann die Mannschaft ja auch mit Spitzenmannschaften mithalten. Muss der jüngste Kader der Liga abgebrühter werden?

Vor Oktober waren wir mit Öpfingen die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren. Der Oktober hat uns komplett zurückgeworfen. Viele gegnerische Trainer haben uns unsere gute Arbeit bestätigt. Wir haben im Oktober zwar auch mehr Tore geschossen, aber gefühlsmäßig haben wir mit offenem Messer gespielt. Das bricht dir halt immer wieder das Genick. Ein 1:0 reicht halt auch mal.

Was die Chancenverwertung angeht: Ich habe keine Bilanz von den anderen Mannschaften, aber ich würde mal behaupten, dass wir in 80 Prozent der Spiele ein Plus haben. Wir schaffen es halt oft nicht, das in Zählbares umzumünzen. Auch nach dem Spiel gegen Altheim hat SG-Trainer Martin Blankenhorn gesagt, dass wir eigentlich zur Pause mit 3:0 führen müssen. Wenn wir Dritter oder Vierter sind, gehen solche Dinger rein, da fehlt oft diese Leichtigkeit.

Gegen Hundersingen haben wir zum Beispiel eine richtig gute Balance gefunden, viele gefährliche Angriffe im Keim erstickt. Wenn der Gegner zwei, drei dicke Chancen, macht das was mit dir im Kopf. Das wollen wir minimieren.

Toreschießen kannst das im Training nicht eins zu eins simmulieren. Dir fehlt halt die Drucksituation. Aber kein Vorwurf an meine Mannschaft.

Gewinner Niklas Koß und Jonas Gebhart

Gibt es in Ihrer jungen Mannschaft einen Gewinner, der eine wirklich tolle Vorrunde gespielt hat?

Ich bin kein Freund davon, einzelne Spieler herauszuheben. Alle haben sich entwickelt, dass sie verstehen, um was es geht. In absolut toller Verfassung ist Niklas Koß, der sich in seinem zweiten Jahr bei den Aktiven enorm entwickelt hat. Als Beispiel: Er macht eine Ausbildung, war während der Vorbereitung überbetrieblich weg, auf Schulung in Bremen. Ohne dass ich ihn darauf hingewiesen habe war er immer laufen, hat alles geschickt von sich aus und eine unfassbare Laufdistanz hingelegt. Er ist sehr bodenständig, arbeitet sehr akribisch an sich. Er hat schon sechs Tore gemacht, ist Vorlagengeber. Ihm gehört hier definitiv die Zukunft. Der Junge macht Spaß, weil er nie aufhört. Und er ist Vorbild für einige junge Spieler, die versuchen, denselben Weg einzuschlagen.

In den vergangenen Wochen sticht auch Jonas Gebhart hervor. Was er am Ball kann, ist unfassbar. Im Zentrum haben wir erfahrene Spieler wie Fabian Roth, Andi Pfeiffer und Marvin Igel, vorne drin mit Martin Funk einen Allrounder, der für alle arbeitet, dem Gegner richtig weh tun kann. Wichtig ist aber auch das Drumherum im Verein. Da wird sehr viel gearbeitet. Wir haben eine gute Jugendabteilung. Insgesamt müssen wir geduldig sein, dann werden die Ergebnisse auch kommen.