StartseiteRegionalRegion SigmaringenBad SaulgauBürgermeister tarnt sich als Robin Hood

Rathaussturm in Bad Saulgau

Bürgermeister tarnt sich als Robin Hood

Bad Saulgau / Lesedauer: 2 min

Wer einmal in Bad Saulgau Bürgermeister war, kann sich erinnern, dass am „Gompiga“ um die Mittagszeit ein Sturm auf sein Rathaus einsetzte, bei dem er zum ersten Mal an diesem Tag den Schlüssel zu seinem Domizil loswurde. Und jeder, der einmal Zunftmeister und Büttel war, weiß genau, dass er dabei die Finger im Spiel hatte.
Veröffentlicht:08.02.2024, 18:14

Artikel teilen:

Wer einmal in Bad Saulgau Bürgermeister war, kann sich erinnern, dass am „Gompiga“ um die Mittagszeit ein Sturm auf sein Rathaus einsetzte, bei dem er zum ersten Mal an diesem Tag den Schlüssel zu seinem Domizil loswurde. Und jeder, der einmal Zunftmeister und Büttel war, weiß genau, dass er dabei die Finger im Spiel hatte.

Des weiteren rechnen hungrige und durstige Hästräger damit, dass wie zu Vor-Corona-Zeiten im Rathaus bereits Snacks und Getränke aufgebaut sind, die auf Konsumenten warten. So verwundert es kaum, dass sich eine große Zahl von zumeist kostümierten Zuschauern das Spektakel und die Häppchen nicht entgehen lassen wollten und beizeiten eingetroffen waren, zumal eine Lumpenkapelle aus Taldorf mit fetzigen Takten mächtig für Stimmung sorgte.

Büttel haben neuen Boss

Als eine Büttelgruppe unter ihrem neuen Boss Hannes Höninger Schlag zwölf zur Tat schreiten und den Rathauschef aus dem Amt entfernen wollte, erschien dieser bereits freiwillig, verkleidet als der englische Quasi-Nationalheld Robin Hood, der den Armen half und die Reichen um viel Gold erleichterte.

Vorwürfe von Seiten des neuen Zunftmeisters Andreas Arnold, er und die Büttel hätten bei der Schülerbefreiung einen riesen Spaß gehabt im Vergleich zu Osmakowski-Miller in seiner tristen Amtsstube, konterte Letzterer damit, dass er als Zunftmeister seit 1986 durchgängig sensationelle Schülerbefreiungen erlebt habe. Doch das Programm im Rathaus sei ungleich sensationeller und gehe ohne Mordsgeschrei und Schellengebimmel über die Bühne. Die Dorauszunft sei halt „en lahmer lauter Haufa“.

„Langhooriger Zeckazüchter“

Das konnte Oberbüttel Höninger nicht auf sich sitzen lassen und ließ den „langhoorigen Zeckazüchter“ im räudigen grünen Wollumhang wissen, man setze ihn nicht aus Spaß als Bürgermeister ab, sondern wolle das Rathaus von ihm befreien. Das saß.

Jetzt brauchte es nur noch den goldenen Rathausschlüssel, den der Bürgermeister mehr als mannshoch am Stamm des Rathaus- Narrenbaums hatte befestigen lassen. Die Büttel schafften dies zwar nicht auf Anhieb, doch gelang es mittels zweier Pelzteufelgabeln, sodass der Rathauschef schließlich die Flucht ergriff und dabei reimte: „I ben dr Robin Hood, i reit en Wald nei ond be furt.“

Jetzt setzte ein zweiter Sturm auf das Rathaus ein, diesmal angestiftet durch das Narrenvolk der Zuschauer, das gewichtig Richtung Snacks und Getränke drängte.