Stolperstein

Erinnerungen an Ernst Schlageter

Villingen-Schwenningen / Lesedauer: 2 min

Stolpersteine Villingen-Schwenningen – Verein kommt zu Mahnwachen zusammen
Veröffentlicht:16.12.2015, 09:17
Aktualisiert:23.10.2019, 20:00

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Der Verein „Stolpersteine VS“ hat sich das Wachhalten der Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors zur Aufgabe gemacht und wird nicht müde, sie bei halbstündigen Mahnwachen in der Winterzeit an jedem Sonntagabend einzeln vorzustellen.

Längst geht es nicht mehr nur um jüdische Opfer, sondern auch um Sinti und Roma, um politisch Verfolgte und Menschen, die der Euthanasie zum Opfer fielen. So wie Ernst Schlageter aus Furtwangen, dem man am Sonntagabend vor dem Münsterportal mit Musik, Kerzenlicht und Worten gedachte. Der Vereinsvorsitzende Friedrich Engelke brachte Schlageters Neffen Leopold Messmer aus Villingen mit, wodurch die von Wolfgang Heitner verlesene Geschichte an Wirkkraft gewann.

Schlageter stammt aus einer Familie mit elf Kindern und war einer von sechs Söhnen, die in den Ersten Weltkrieg zogen. Nur zwei kehrten heim, darunter auch Ernst Schlageter.

Äußerlich scheint er gesund, doch Giftgas hat seine Gesundheit nachhaltig geschädigt. Er bricht zusammen und verliert sein Gedächtnis. Er kommt in eine Freiburger Klinik, wird später nach Emmendingen verlegt. „Er steht herum in vollendeter Stumpfheit und tut nichts“, heiß es in seiner Krankenakte. Das ist 1940 sein Todesurteil. Am 27. Juli wird er nach Grafeneck verlegt und am gleichen Tag ermordet.

Am Sonntag, 20. Dezember, 19 Uhr, ist die Mahnwache vor der Stadtkirche Schwenningen. Diesmal geht es um das Schicksal von Margarathe Hoffer, aus Österreich stammende Vikarin in Schwenningen, die Juden versteckte.