Diakonie

Alte Werte werden bei der Diakonie neu aufgerollt

Villingen-Schwenningen / Lesedauer: 2 min

Beratungsstelle richtet mit der Landeskirche einen Entschuldungsfond zum Reformationsjubiläum ein
Veröffentlicht:31.10.2016, 11:17
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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In seinen 95 Thesen fordert Luther 1517 die Rückkehr zu alten, biblischen Werten, zu denen das Zinsverbot zählt: Bedürftige sollen zinslose Darlehen erhalten. Heute, 500 Jahre später, führen die Evangelische Landeskirche und die Diakonie die Forderung weiter – durch Entschuldungsfonds.

Das Ziel „Freiheit durch Entschuldung“ erläutern Ursula Bihl und Reinhold Hummel von der Diakonie Beratungsstelle Schwenningen: Aus Anlass des Reformationsjubiläums im kommenden Jahr habe die Landeskirche Württemberg das Programm „Freiheit durch Entschuldung“ gegründet, erklärt Hummel. Die Beratungsstelle Diakonie Schwenningen habe den Fonds eingerichtet und dazu von der Landeskirche und dem diakonischen Werk Württemberg je 5000 Euro erhalten. Die Beratungsstelle habe noch 5000 Euro dazu gefügt, sodass im Fonds 15000 Euro bereit liegen.

Spenden von Firmen, Banken und Bürgern sind erwünscht

Das sei schon eine Hilfe, trotzdem hoffe der Beratungsstellenleiter, dass Banken, Firmen und Einzelpersonen zusätzlich Spendenbeträge im Fonds einlegen. Hummel und Bihl erklären, wie der Fonds genutzt wird: „Mit dem Fonds können wir Menschen mit zinslosen Darlehen zur Entschuldung helfen“. Der Fonds sei jedoch integriert in die Schuldnerberatung, sei also ein Bestandteil der Schuldenbereinigung, so Reinhold Hummel.

Die Existenz müsse gesichert und stabilisiert sein, also Einnahmen und Ausgaben müssen ausgeglichen sein, unterstreicht er. Ein kleiner Einkommensüberschuss müsse da sein, um das zinslose Darlehen zurückzuzahlen, wobei es sich um einen Betrag zwischen 50 und 100 Euro handeln könne.

Außerdem setze der Fonds Vergleiche mit 40 Prozent voraus. Die Gläubiger erhalten ihre Hilfe in einem Einmalbetrag, dieser dürfe 4000 Euro nicht überschreiten. Hummel weist auch darauf hin, dass der Fonds den Insolvenzverfahren keine Konkurrenz mache.

Auf die Frage, wer auf Hilfe aus dem Fonds rechnen könne, antwortet er: „Geringverdiener oder Familien mit vielen Kindern.“ Er weist auch darauf hin, dass eine Abtretungserklärung gewünscht wird. Hummel ergänzt noch, dass heute viele Menschen in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn sie schwer krank werden oder ihren Arbeitsplatz verlieren. „Dafür können sie nichts, umso mehr sollten sie dann Unterstützung erfahren“, wünscht er.

Firmen, Banken und Einzelpersonen, die für den Fonds spenden möchten, können sich an die Diakonische Bezirksstelle in VS-Schwenningen wenden oder sich telefonisch an die Beratungsstelle unter der Telefonnummer 07720/30 13 41 wenden.