Geocaching

Abenteurer kommen auf ihre Kosten

Villingen-Schwenningen / Lesedauer: 4 min

Mit Stefan Löffler beim Geocaching auf „Neckar-Schatzsuche“ im Stadtpark
Veröffentlicht:28.05.2016, 20:50
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Spiel, Spaß, Abenteuer: Das Geocaching ist die moderne Form der Schnitzeljagd. Mit Stefan Löffler vom Schwäbischen Albverein haben wir uns auf „Neckar-Schatzsuche“ im Stadtpark auf der Möglingshöhe in VS-Schwenningen begeben.

Es ist 17 Uhr. Stefan Löffler wartet bereits am Ausgangspunkt an der Neckarquelle. Wir sind verabredet, um gemeinsam auf Schatzsuche zu gehen. Er knipst gerade noch ein paar Fotos mit seinem Smartphone. Dann geht es los: Schnell die Startkoordinaten ins GPS-Gerät eingegeben, geht es auch schon zum ersten sogenannten Wegepunkt. Ein Stück die Möglingshöhe hinauf. Bei unserer Schatzsuche handle es sich um einen „Multi-Cach“, erklärt Löffler. Dabei müssen mehrere Etappen bestritten werden, ehe man am Ende den „Schatz“ findet.

Löffler erzählt, dass er zwar kein fanatischer „Cacher“ sei, in acht Jahren habe er lediglich 180 „Schätze“ gefunden, andere haben vergleichsweise 5000 enträtselt. Aber hin und wieder reize ihn die moderne Schnitzeljagd. „Ich war schon immer ein Mensch, der gerne draußen ist und das lässt sich mit dem Geocaching gut verbinden“, erklärt der Familienfachwart des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Schwenningen.

Das GPS zeigt nur noch wenige Meter bis zum Ziel an. Um nun die nächsten Koordinaten eingeben zu können, muss eine Aufgabe gelöst werden. Diese sieht vor, unterschiedlichen Schiffstypen die entsprechende Ladung zuzuordnen. Gesagt, getan. Die Anleitung dazu steht im Übrigen im Internet unter dem Suchbegriff „Neckar-Schatzsuche Startkoordinate“ bereit. Sie kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Im Rahmen der Veranstaltung „Unser Neckar“ wurde der Geocach „Neckar-Schatzsuche“ im vergangenen Jahr eingeweiht. „Am Anfang sollte man es sich nicht schwerer machen, als man muss“, sagt Löffler. Deshalb sei es für Einsteiger besser, sich erst an ein paar leichten „Caches“ (Schätze) zu versuchen, „weil man sonst schnell die Lust daran verlieren kann“. Neben einem teuren GPS-Gerät eigne sich für Anfänger die App „C:Geo“. „Gerade für kleine Touren bietet sich das Handy an, aber es frisst Akku ohne Ende“, meint Löffler.

An der nächsten Etappe angekommen, wir befinden uns immer noch auf der Möglingshöhe, werden der Umgang mit einem Kompass und die Ortskenntnis auf die Probe gestellt. Zwei öffentliche Gebäude und ein in der Umgebung platzierter Gegenstand stehen zur Auswahl. Dabei muss eines davon der Himmelsrichtung Süden zugeordnet werden – als Schwenninger kein Problem, als Auswärtiger ohne regionale Kenntnisse schwierig. Man dürfe beim Geocaching kein Aufsehen erregen und auf „Muggels“ achten. Als „Muggels“ gelten Nicht-Geocacher, die sich in der Nähe aufhalten, aber nichts von der Schatzsuche mitbekommen sollen.

Ab zum dritten Wegepunkt. Hier dreht sich alles um die Neckarquelle. Neben einem Lückentext, in dem Wörter eingefügt werden müssen, und einer Zahl, die aus einer der Infotafeln entschlüsselt werden muss, setzten sich die nächsten Koordinaten zusammen, die den Weg zur letzten Etappe weisen.

Eine moderne Schnitzeljagd

Hier stehen die Lebewesen in Bach und Fluss im Mittelpunkt. Anhand der Lösungen eines Bilderrätsels ergeben sich die Endkoordinaten des Schatzes. Darüber hinaus ergeben sich aus den Angaben der bestrittenen Wegepunkte noch ein Zahlencode. „Das ist etwas Spezielles“, meint Löffler. Aber wozu wird die Kombination benötigt? Und was ist der rätselhafte Schatz im Stadtpark? Diese Fragen beantworten Geocacher am Besten selber auf ihrer eigenen „Neckarschatzsuche“.

Geocaching, die moderne Schnitzeljagd mit GPS-Gerät, beginnt in der Regel im Internet in sogenannten Versteck-Datenbanken. Die dort aufgelisteten Koordinaten und Hinweise ermöglichen das Aufspüren von geheimen Schätzen mit Hilfe eines Navigationsempfängers. Die Herausforderung liegt darin, geschickt zum Zielort zu kommen. Da das GPS-Gerät nur etwa auf zehn Meter genau arbeitet, gilt es, am Zielort nach dem Schatzversteck zu suchen. War die Suche erfolgreich, trägt sich der Teilnehmer ins Logbuch ein. Anschließend wird der Schatz an die Fundstelle zurückgelegt. Am Computer wird die Entdeckung im Onlinelogbuch einer oder mehrerer Plattformen „geloggt“. Außerdem wird zwischen verschiedenen Cache-Arten unterschieden: Neben dem „Traditional-“, „Multi-“ und „Rätsel-Cache“ gibt es den „Virtuellen“, „Event-“, „Beweglichen“ und „Nacht-Cache“.