Unfallschwerpunkt

Unfallschwerpunkte bereiten Sorgen

Kreis Tuttlingen / Lesedauer: 3 min

Unfallschwerpunkte bereiten Sorgen
Veröffentlicht:30.09.2010, 18:50
Aktualisiert:26.10.2019, 00:00

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Auf bestimmten Straßenabschnitten im Landkreis häufen sich die Verkehrsunfälle. Die Polizei spricht von Unfallhäufungsstellen oder -strecken, die sie aufmerkam beobachtet. Solche Brennpunkte sind die Kreuzung Alleen-/Königstraße in Tuttlingen , die B 311 zwischen Tuttlingen und Neuhausen ob Eck oder die B 523 Eßlingen-Talheim.

Es kann überall passieren, aber über einen längeren Zeitraum betrachtet häufen sich Unfälle an bestimmten Stellen. Gemeinsam mit den Verkehrsbehörden versucht die Polizei, diese Gefahrenpunkte zu entschärfen. Unfallhäufungsstellen oder -strecken liegen nach der landeseinheitlichen Definition vor, wenn sich innerhalb von zwölf Monaten fünf gleichartige Unfälle ereignen oder innerhalb von 36 Monaten drei Unfälle mit Personenschäden oder innerhalb von 36 Monaten drei Unfälle mit schweren Personenschäden, also Schwerverletzte oder Tote, zu beklagen sind.

Die Polizei registriert alle bekanntgewordenen Unfälle. „Wir haben stets einen Überblick über das Unfallgeschehen im Landkreis“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Schoch . „Unsere Stabsdienststelle erfasst und bewertet alle Unfälle in einem System. Diese Daten sind für uns die Grundlage, um ein Unfalllagebilde zu erstellen, das ständig fortgeschrieben wird.“

Anhand der Daten erkennt die Polizei die Unfallhäufungsstellen und die -strecken. Die Erkenntnisse bilden die Grundlagen für Maßnahmen, an erster Stelle gezielte Verkehrsüberwachung und gezielte Verkehrskontrollen. „Das gilt für die Geschwindigkeitskontrollen der Polizei ausschließlich an Unfallschwerpunkten, für das Einhalten des Überholverbotes, sogenannte Rotlichtverstöße und Alkohol- und Drogenkontrollen, um die wichtigsten zu nennen.“

Wenn sich eine Unfallhäufungsstelle oder -strecke zeigt, vergleichen die Fachleute die Daten mit den Vorjahren und versuchen, zu ergründen, ob sich der Verkehrsfluss oder das Umfeld geändert hat. So waren viele Unfallhäufungsstellen und -strecken in zurückliegender Zeit Folgen von Umleitungen, zum Beispiel in Trossingen. „Während des Baus der Hauptstraße wurde der Verkehr über Seitenstraße abgewickelt. Dadurch kam es dort an Kreuzungen, wo zuvor nur schwacher Verkehr herrschte, eben zu Unfallhäufungsstelle. Sie sind aber mit dem Ende der Umgehung weggefallen.“

Unfallschwerpunkte angehen

Sind die Grenzwerte erreicht, ab denen die Polizei von Unfallhäufungen spricht und sind die Probleme nicht nur eine vorübergehende Erscheinung infolge einer Umleitung, informiert die Polizeidirektion Tuttlingen die Behörden. Schoch: „Das ist entweder die Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt oder die Stadt mit eigener Verkehrsbehörde, das heißt Tuttlingen, Spaichingen und eingeschränkt Trossingen sowie der so genannte Baulastträger. Dies ist für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen im Kreis das Landratsamt oder bei Gemeindestraße die zuständige Kommune.“

Vertreter der Behörden und der Polizei besichtigen die auffälligen Stellen. „Die Polizei bringt dabei die von ihr im Vorfeld ausgearbeiteten Vorschläge mit ein“, berichtet der Polizeisprecher. So seien in der Vergangenheit viele Unfallschwerpunkte entschärft worden. „Oftmals reichen dafür einfache Maßnahmen, zum Beispiel Markierungen an Kreuzungen mit Rechts- vor Links-Regelung zu erneuern.“ Auch die Verbesserung der Sichtverhältnisse an Kreuzungen durch Zurückschneiden von Bäumen und Gebüsch habe wiederholt Verbesserungen erbracht. Auf manchen Strecken war es der Bau einer Ampel.

Weitreichende Maßnahmen, mit denen Polizei und die Behörden reagieren, sind der Umbau der Schwachstellen oder die Änderung des Straßenverlaufs.