Kurzarbeit

Simeon Medical beendet Kurzarbeit zum 1. Juli

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

Geschäftsführer sieht „Talsohle durchschritten“
Veröffentlicht:29.06.2016, 15:26
Aktualisiert:23.10.2019, 14:00

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Beim Tuttlinger Leuchtenhersteller Simeon geht es aufwärts. Wie Geschäftsführer Markus Keussen den Mitarbeitern in einer Versammlung am Mittwoch sagte, wird die Kurzarbeit zum 1. Juli aufgehoben. Weil der größte Auftraggeber abgesprungen war, hatte Simeon im April Kurzarbeit eingeführt. Nun sei aber „die Talsohle durchschritten“, sagte Keussen unserer Zeitung.

Der Schritt kommt laut Keussen sogar etwas früher als erwartet: „In der Regel stehen wir um diese Jahreszeit vor einem Sommerloch, das ist dieses Mal aber nicht der Fall“, sagt der Geschäftsführer. Die Auftragsbücher seien wieder voll, die Marke Simeon sei gefragt. Auch die Strategie, auf dem chinesischen Markt stärker aufzutreten, sei aufgegangen: „Wir haben schon einige Großaufträge erhalten“, so Keussen. Geplant sei auch, auf dem US-amerikanischen Markt aktiv zu werden. Dort rechnet Keussen innerhalb der kommenden sechs Monate mit Erfolgen.

Die drei Monate Kurzarbeit blieben allerdings nicht ohne Verluste. Etwa 20 Mitarbeiter weniger als im April hat Simeon nun. Der Großteil habe sich selbst nach einer Alternative umgeschaut, sagt Keussen, „was angesichts der guten wirtschaftlichen Situation in Tuttlingen nicht verwunderlich ist“. Allerdings hat auch Simeon einige Mitarbeiter gekündigt. Mit etwa 20 Prozent seien Aufhebungsverträge unterzeichnet worden, so das Unternehmen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte unserer Zeitung, es seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, damit sie das Unternehmen verlassen. Keussen will das so nicht bestätigen: „Es ist richtig, dass wir mit einigen Mitarbeitern Gespräche geführt haben, ob sie langfristig zu uns passen.“ Das sei „sehr fair, offen und vertraulich“ geschehen. Nur vereinzelt seien dann „individuelle Vereinbarungen für einen Aufhebungsvertrag getroffen worden.

Derzeit sieht sich Simeon mit seiner Belegschaft von etwa 100 Mitarbeitern gut aufgestellt. Die eine oder andere Stelle wird aber laut Keussen nachbesetzt.