Bürgerbewegung

OGL solidarisiert sich mit Protest

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

OGL solidarisiert sich mit Protest
Veröffentlicht:07.09.2010, 16:25
Aktualisiert:26.10.2019, 00:00

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Die Offene Grüne Liste (OGL) im Kreistag von Tuttlingen unterstützt die breite Bürgerbewegung und die Proteste gegen Stuttgart21. „Stuttgart21 ist ein Projekt, das Bürger aus ganz vielen verschiedenen Schichte und Altersgruppen zu einem friedlichen Protest vereint“, betonte der Fraktionsvorsitzende der OGL Hans-Martin Schwarz.

Gegen Stuttgart21 sprechen aus Schwarz’ Sicht vor allem die enormen Kosten, die man besser für sinnvolle Schienenprojekte in der Fläche, so auch in Tuttlingen, ausgeben sollte. Außerdem, betont Schwarz, hätten etliche Expertenstudien ergeben, dass der neu zu schaffende achtgleisige Durchgangsbahnhof weniger leistungsfähig sei als der bestehende 16-gleisige Kopfbahnhof mit seinen kreuzungsfreien Zulaufstrecken. Dies sollte jedem einleuchten, so Schwarz. „Tuttlingen hatte einmal einen achtgleisigen Durchgangsbahnhof, dies war für Tuttlingen ausreichend. Das aber im Jahr 2010 zum Modell für den größten Großstadtbahnhof im Land zu machen, ist ein Witz.“{element}

Die derzeitige Kapazität des Stuttgarter Hauptbahnhofs werde auch zukünftig gebraucht werden. Selbst von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studien würden darauf hinweisen, dass mit Stuttgart21 der Stuttgarter Bahnknoten zu einem Flaschenhals gemacht wird, der Verspätungen verursachen wird. „Aus vielen guten Gründen sind deshalb nicht nur alle großen Fahrgastverbände wie ProBahn, sondern auch die Mehrheit der Baden-Württemberger gegen das Milliardengrab Stuttgart21“, so Schwarz.

Andreas Frankenhauser von der OGL-Basis weist außerdem daraufhin, dass Stuttgart21 auch konkrete Verschlechterungen für Tuttlingen und die Gäubahn bringt. Die Gäubahn soll innerhalb der Stadt Stuttgart stillgelegt und überbaut werden, so dass man zukünftig nur noch den Umweg über den Flughafen nach Stuttgart haben wird. Dies werde die Fahrzeit auf der Gäubahn erhöhen. Außerdem sei die Infrastruktur bei Stuttgart21 so knapp bemessen, dass sich die heutige Verkehrsmenge auf der Gäubahn nicht halten lassen werde. Stuttgart21 sei so auch ein Projekt für weniger Schienenverkehr. Dies sei genau der falsche Weg. „Es muss mehr Verkehr auf die Schiene“, meint Frankenhauser und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verantwortung des Gäubahn-Verbandes. Diese Vereinigung von Streckenanliegern wurde gegründet, um für Verbesserungen auf der Gäubahn zu kämpfen. „Jetzt da mit Stuttgart21 etliche Verschlechterungen für die Gäubahn drohen, müsste der Gäubahn-Verband aufschreien