Förderperiode

Neue Förderperiode des ESF-Plus

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

Europäischer Sozialfonds (ESF) fördert Chancen – Investitionen in Beschäftigung und Wachstum
Veröffentlicht:29.07.2022, 11:25
Aktualisiert:29.07.2022, 11:26

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Seit 1957 ist der Europäische Sozialfonds (ESF) das zentrale beschäftigungs- und arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Seine Fördermaßnahmen tragen dazu bei, Menschen bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, die Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen zu fördern wie auch Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, heißt es in einer Pressemitteilung. Genauso wie der derzeitige Sozialfonds wird auch der Europäische Sozialfonds Plus (ESF-Plus) das wichtigste Finanzierungsinstrument der EU für Investitionen in die Menschen und ein Schlüsselfaktor für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts, die Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa sein, heißt es in der Mitteilung weiter.

In der aktuellen Förderperiode 2021 bis 2027 hat sich der ESF-Plus zum Ziel gesetzt, zu einem sozialeren und inklusiveren Europa beizutragen und die Europäische Säule sozialer Rechte in die Praxis umzusetzen. Für die ESF-Plus-Förderung stehen in diesem Zeitraum in Europa EU-Mittel in Höhe von rund 99,3 Milliarden Euro bereit, davon in Baden-Württemberg rund 218 Millionen Euro.

Dem Landkreis Tuttlingen steht für die neue Förderperiode ein Budget von 1,35 Millionen Euro zur Verfügung. Davon umfasst ab 2022 der jährliche Förderbetrag 165 000 Euro. Im Jahr 2023 sind aufgrund von Mittelbindung aus dem Vorjahr noch 79 070 Euro verfügbar. Öffentliche und private Institutionen in der Region, Weiterbildungsträger oder Kommunen können sich mit Projektanträgen um die Fördergelder bewerben. Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts sowie (teil)rechtsfähige Personengesellschaften. Ausgeschlossen von einer Antragstellung sind hingegen Privatpersonen und nicht rechtsfähige Personenvereinigungen.

Die Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds für regionale Projekte ermöglichen keine Vollfinanzierung des Vorhabens. Sie umfassen 40 Prozent des Finanzierungsvolumens. Die weiteren 60 Prozent sind über eine aktive Kofinanzierung durch Projektträger oder andere öffentliche oder private Finanzierungsquellen sicherzustellen.

Der für die regionale Programmsteuerung im Landkreis Tuttlingen zuständige ESF-Arbeitskreis hat in seiner Arbeitsmarktstrategie für 2023 festgelegt, dass mit den Fördergeldern die soziale Inklusion und die gesellschaftliche Teilhabe umfassend stabilisiert sowie Armut abgemildert und bekämpft werden soll.

Der regionale ESF-Arbeitskreis Tuttlingen begrüßt Projekte für folgende Zielgruppen:

Personen, die durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie Benachteiligungen im beruflichen Bereich erfahren haben

bildungsferne Familien, Langzeitarbeitslose mit multiplen Problemlagen

Langzeitarbeitslose mit und ohne Migrationshintergrund mit geringer Bildung

Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren

schulschwache Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 5, zur Vermeidung von Schulabbrüchen, Unterstützung im Übergang Schule-Beruf auf dem Weg zum Ausbildungsplatz

alleinerziehende Frauen und arbeitslose Frauen mit Fluchthintergrund.