Meistertitel

Matthias Stocker klopft an Liga zwei

Tuttlingen / Lesedauer: 4 min

Der 28-Jährige, der in Rietheim das Handballspielen lernte, ist Leistungsträger in Konstanz
Veröffentlicht:30.03.2016, 15:23
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Der Handball-Drittligist HSG Konstanz schickt sich derzeit an, in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Einer der Leistungsträger ist dabei Matthias Stocker, der vor zwei Jahren von der HSG Rietheim-Weilheim an den Bodensee gewechselt ist. Ihm folgte zu Saisonbeginn Lukas Beck, ebenfalls von der HSG Rietheim-Weilheim, nach. Allerdings wird der Sohn von Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck vor allem in der zweiten Mannschaft, die in der Oberliga Baden-Württemberg spielt, eingesetzt. Aber auch er hat schon Drittliga-Luft geschnuppert.

Die Ausgangslage für die HSG Konstanz ist fünf Spieltage vor dem Saisonende ideal: Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten SG Leutershausen. „Es ist alles angerichtet, auch die Strukturen für die zweite Liga sind schon geschaffen worden“, berichtet Matthias Stocker, der beim TSV Rietheim das Handballspielen lernte und mehrere Jahre in der zweiten Mannschaft des Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten spielte, auf Nachfrage unserer Zeitung.

So habe etwa der Gemeinderat der Stadt Konstanz Mitte des Monats entschieden, dem Verein im Aufstiegsfall einen Zuschuss in Höhe jeweils von 117 000 Euro in den kommenden drei Jahren zu gewähren. „Auch viele Sponsoren haben sich frühzeitig dazu bekannt, den Verein noch besser im Falle des Aufstiegs zu unterstützen“, sagt der 28-jährige Rückraumspieler. Rund 600000 Euro soll dem Vernehmen nach die Zweitliga-Saison kosten.

Keine Frage, die zweite Bundesliga, in der die HSG Konstanz schon einmal von 2001 bis 2004 gespielt hat, ist lukrativ. So spielt dort etwa der mehrfache Deutsche Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger TuSEM Essen. Auch der VfL Bad Schwartau oder die HSG Nordhorn-Lingen gehören zu den klangvollen Namen der Liga. „Sportlich wäre das ein immenser Schritt“, betont Stocker. Schließlich spielen in der Liga durchaus Mannschaften, die „nicht nur einen oder zwei Profis im Kader haben“.

Kooperation mit den Hochschulen

Das werde bei der HSG Konstanz laut Stocker nicht der Fall sein. Schließlich setzt der Verein mit seinen Kooperationen mit der Universität Konstanz und der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz vor allem auf junge Spieler, die sich gerade in ihrer akademischen Ausbildung befinden.

Sieben etablierte Kräfte hätten laut Stocker vor der Saison bei der HSG Konstanz aufgehört. Das Durchschnittsalter sei damit auf 21,3 Jahre gesunken. Wurde die Mannschaft in der vergangenen Saison noch Fünfter, so ist der aktuelle Erfolg durchaus überraschend: „Der Grund liegt vielleicht in der Unbekümmertheit der jungen Spieler. Sie haben Hunger nach Erfolg. Auch charakterlich passt alles“, versucht Stocker eine Erklärung für den aktuellen Erfolg zu finden.

Einer dieser neuen Spieler ist auch Lukas Beck , der zu den Leistungsträgern der Oberliga-Mannschaft zählt. „Er hat die Vorbereitung komplett bei der ersten Mannschaft absolviert. Er darf bei uns immer wieder reinschnuppern und hat sich sehr stark verbessert“, sagt Stocker über Beck. Der Neuling habe aber das Pech, dass er in der Drittliga-Mannschaft starke Konkurrenz auf der Rückraumposition vor sich habe. Trotzdem bekommt er immer wieder Spielzeit.

„Nach dem Umbruch hatten wir eigentlich nicht das Ziel ausgegeben, aufzusteigen“, blickt Stocker zurück. Vielmehr habe sich die Mannschaft zunächst Etappenziele gesetzt. Als die Saison gut angelaufen war, da habe Präsident Otto Eblen doch den Meistertitel in der Dritten Liga als Wunsch ausgegeben: „Das hat uns damals überrascht“, gesteht Stocker. Seit dem zehnten Spieltag führt die HSG jedenfalls die Tabelle an.

Und der Erfolg komme auch bei den Konstanzern an: Im Schnitt 950 Zuschauer hat die HSG Konstanz in der heimischen Schänzle-Sporthalle. „In den vergangenen Spielen waren es immer deutlich mehr als tausend Zuschauer“, berichtet Stocker. Die Spieler würden merken, dass ihre Fans ebenfalls in die zweite Liga wollen.

„Es läuft überragend“

Stocker selbst spricht von seinem besten Jahr bei der HSG Konstanz, bei der er auch schon in der Saison 2011/12 gespielt hat. Nach einem Jahr löste er damals seinen Vertrag auf und wechselte er zur HSG Rietheim-Weilheim , da sein Körper nicht mitspielte: „Jetzt läuft es überragend, ich hatte keine Verletzungen und eine gute Vorbereitung“, sagt Stocker. In der vergangenen Runde warfen ihn noch ein Fingerbruch und ein Muskelfaserriss zurück.

Am Samstag kann die HSG Konstanz einen weiteren Schritt Richtung zweite Bundesliga machen. Dann steht um 18 Uhr das Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten SV 64 Zweibrücken auf dem Programm. Das Restprogramm hat es aber durchaus in sich: So müssen sich die Konstanzer in den verbliebenen Spielen auch noch mit dem Zweiten, SG Leutershausen, und dem Dritten, TV Hochdorf, messen.