Interviewstandort

„Dieser Song, das bin immer noch ich“

Tuttlingen / Lesedauer: 4 min

Anastacia spricht im Interview über „I´m Outta Love“ und ihre Beziehung zu Deutschland
Veröffentlicht:18.07.2017, 21:30
Aktualisiert:23.10.2019, 03:00

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Sie ist eine der berühmtesten Künstler beim Honberg-Sommer in Tuttlingen gewesen: Am Montagabend trat Anastacia vor ausvekauftem Zelt auf. Ganz überraschend war die amerikanische Pop-Diva bereit, unserer Zeitung kurz vor ihrem Auftritt ein Interview zu geben. Den Schotterweg von ihrer Künstlergarderobe zu unserem Interviewstandort konnte sie wegen ihrer gigantischen Absätzen nur mit Mühe am Arm eines Bodyguards bewältigen – und lachte sich halb schlapp über das Bild, das sie dabei abgab. Unsere Mitarbeiterin Valerie Gerards hat ihr einige Fragen gestellt.

Anastacia, Du singst normalerweise in großen Konzerthallen. Wie gefällt es Dir auf dem Honberg in unserem kleinen Zirkuszelt?

Es hat eine ganz andere Größe, als wir es gewohnt sind, aber es ist in Ordnung. Es ändert nichts an unserer Show. Wenn die Menschenmenge kleiner ist, entsteht mehr Intimität. Man kennt die Namen von vier Leuten in der ersten Reihe ...

Welche Reaktionen wünschst Du Dir auf Deine Lieder?

Ich liebe es, dass die nächste Generation mich überhaupt kennt. Es ist schön, die neuen Fans im Publikum zu haben aber irgendwie ist es auch seltsam. Nächstes Jahr werde ich 50, und ich sehe all diese 18- und 15-Jährigen, die mich immer noch cool finden. Das ist richtig cool für mich!

„I´m Outta Love“ ist einer meiner absoluten Lieblingssongs. Aber wie ist es für Dich, dieses Lied immer wieder zu singen?

Ich bin sehr glücklich, dass dieses erste Lied mir so viel Freude gemacht hat. Dieser Song macht mich immer glücklich, von der ersten Minute an, als ich ihn geschrieben habe. Es ist nicht bei allen Künstlern so, dass sie ihren ersten Song noch gern singen. Ich werde niemals müde, „I´m Outta Love“ zu singen. Dieser Song bin immer noch ich. In den vergangenen Jahren habe ich viele gesundheitliche Kämpfe ausgetragen, mehr als ich dachte, jemals durchstehen zu müssen. Aber ich habe mich zu der Person entwickelt, die ich jetzt bin. Ich bin zurück, könnte man sagen, aber viel vernünftiger. Ich werde sicherlich nicht die gleichen Fehler nochmal machen, aber jetzt kann ich über sie lachen.

Hast Du Dich daran gewöhnt, dass die Fans bei einigen Songs so ausrasten? Oder bekommst Du dabei eine Gänsehaut?

Ich bin richtig dankbar, dass die Fans so etwas bei mir fühlen. Im normalen Leben realisiere ich diese Berühmtheit gar nicht. Es gibt Leute, die wollen Meet & Greets mit mir, haben mich vielleicht schon 30 Mal getroffen. Die haben dann das Gefühl, mich zu kennen und wissen aber irgendwie auch, dass das nur eine Fantasie ist. Da kam neulich ein Typ mit einer dieser großen gelben Westen auf mich zu und ich dachte: „Oh mein Gott, was haben wir falsch gemacht.“ Aber er sagte nur, er sei so ein großer Fan von mir.

Seit Deinem Album „Not that kind“ hast Du in Deutschland eine wirklich große Fangemeinde. Vier Deiner sechs Alben waren hier unter den Top fünf. Was verbindest Du mit Deutschland?

Ich wünschte, ich könnte herausfinden, was die deutschen Fans so an mir mögen. Ich mag die Stärke meiner deutschen Fans in allen Teilen des Landes. Die Deutschen hatten in der Vergangenheit mit Dingen zu kämpfen, und auch ich hatte meine eigenen Kämpfe. Deshalb gibt es ein gegenseitiges Verständnis. Und ihr seid echt pünktlich. Ich habe ein großes Problem damit, pünktlich zu sein. Ich liebe Listen von allem: Was wir zu tun haben, zu welcher Zeit wir es zu tun haben ...

Oh, viele Deutsche lieben ebenfalls Listen!

Ich weiß! Als ich herausfand, wie viel wir gemeinsam haben, war ich so glücklich, dass sie mich mögen und, dass wir so gut zusammenpassen. Ich muss mir überhaupt keine Sorgen machen, ob ich hier hinpasse. Es funktioniert einfach, ich liebe es. Ich hoffe, dass sie genauso für mich empfinden.

Da bin ich sicher.

Ich genieße es, und es macht mir Freude, denen Freude zu bringen, die offen dafür sind.