Honberg-Sommer

Anastacia: Die Weiße mit der schwarzen Stimme

Tuttlingen / Lesedauer: 3 min

Anastacia liefert bei ihrem Konzert am Montagabend reihenweise Blockbuster ab
Veröffentlicht:17.07.2017, 22:44
Aktualisiert:23.10.2019, 03:00

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Sie ist laut, sie ist wild, sie ist eine echte Popdiva! Wer Anastacia am Montagabend beim Honberg-Sommer in Tuttlingen erlebt hat, der hat das Gefühl, bei einem ganz besonderen Konzert dabeigewesen zu sein. Mit ihrer souligen Stimme, einer Röhre, die ihresgleichen sucht, ist sie zurecht seit mehr als 25 Jahren im Geschäft.

Der musikalische Abend fing schon exzellent an: DeeDee Foster , ehemalige Backgroundsängerin von Anastacia, bereitete stimmungsmäßig den Boden, den Anastacia kurz darauf betreten durfte. Mit ihrer warmen, kraftvollen und doch sanften Stimme riß sie die Besucher umgehend mit – neben dem akustischen Genuß stimmte bei der bildhübschen Sängerin auch noch das visuelle Gesamtpaket.

Nicht weniger fulminant kam Anastacia auf die Bühne. Die zierliche Frau füllte innerhalb von Sekunden mit ihrer großartigen Präsenz die das Festivalzelt. Den Auftakt auf dem Honberg machte „Army of me“, ein Song aus dem Jahr 2015. Auch der dritte Titel – „Stupid little things“ – ist mit dem Erscheinungsjahr 2014 ein neuerer Song. Dass sie dazwischen aber „Sick n tired“ (2004) packt und an vierter Stelle „Paid my dues“ (2001), zeigt deutlich, aus welcher Fülle sie schöpfen kann – und welches gesangliche Format sie hat. Der letztgenannte Song stammt von ihrem zweiten Album, das sieben Millionen Mal verkauft wurde und in jenem Jahr den ersten Platz in Deutschland belegte. Die Platte schaffe es außerdem in die deutschen Top-Ten-Hits.

„Anastica ist die Erinnerung an meine Jugendzeit, da kenne ich etliche Lieder, bei denen ich mitsingen kann“ sagt Andrea Kurz, die Anastacia zum ersten Mal live auf der Bühne erleben darf. Sie singt nicht nur, sondern tanzt auch ausgelassen mit – so wie die meisten der Besucher.

Anastacia will in Würde altern

Seit 2000 ist die heute 48-Jährige im Geschäft. Mit „I’m Outta Love“ gelang ihr gleich auf dem ersten Album ein Top-Ten-Hit. Zusammen mit den gesanglichen Blockbustern „Left outside alone“ und „One day in your life“ gab sie einen mehr als würdigen Schlussakkord auf dem Honberg ab.

So erfolgreich ihre Gesangskarriere war, so viele private Tiefschläge musste sie wegstecken. Zweimal erkrankte die Sängerin an Brustkrebs, zudem macht ihr eine angeborene Darmerkrankung zu schaffen. Sie hat eine Scheidung hinter sich und bekannte sich erst kürzlich zu ihrer Botox-Sucht. Nun wolle sie in Würde altern, gab sie in Interviews der Regenbogen-Presse bekannt.

Warum sind solche privaten Details für einen Konzertbesuch wichtig? Weil Anastacia bei ihren Auftritten viel mehr macht, als nur zu singen. Der Kontakt zum Publikum, zu ihren Fans, die mit ihr durch Dick und Dünn gehen, ist ihr wichtig. „Hi, Renate“, ruft sie einer Frau in der ersten Reihe zu und zeigt damit ihre Entertainer-Qualitäten.

Wer von Anastacia am Montagabend in Tuttlingen nicht genug bekommen hat: Am Dienstag ist sie auf dem Hohentwiel in Singen zu sehen – und damit eigentlich zum zweiten Mal in Tuttlingen – und zu hören, drei Tage danach in Freiburg. Für beide Konzerte gibt es noch Karten. Warum eigentlich? Das Konzert in Tuttlingen war ausverkauft. So, wie es sich gehört, wenn eine Künstlerin dieses Formats auftritt.

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