Anlagenbauindustrie

Verein packt Thema „Wasserstoff“ an

Trossingen / Lesedauer: 2 min

H2 Regio SBH+ beschäftigt sich mit Möglichkeiten und Chancen für Zulieferer
Veröffentlicht:12.08.2020, 17:39

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(pm) - Wie können Zulieferer der Maschinen- und Anlagenbauindustrie die Chancen durch Wasserstofftechnologie nutzen? Darüber hat der Verein H2 Regio SBH+ vor Kurzem in Villingen-Schwenningen diskutiert, bei dem es um die Wasserstoff-Roadmap des Landes ging.

Der Verein hatte sich aus einer von Unternehmern, Politikern und Forschern angestoßenen Wasserstoffinitiative entwickelt. Zu den Unterstützern und Initiatoren zählt auch Christian Klaiber von der Initiative Zukunftsmobilität aus Trossingen, der die Leitung der Geschäftsstelle übernommen hat.

Der Vorstoß des Unternehmers Rolf Leiber stieß bei der Veranstaltung eine breite Diskussion an: „Wir müssen so schnell wie möglich ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb auseinander nehmen und daraus lernen.“ Damit setzte er deutlich den Ton bei der Veranstaltung. Tenor der rund 80 Teilnehmer, darunter Unternehmer, Landtagsabgeordnete und Birgit Hakenjos-Boyd, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg: Geredet wurde genug, jetzt sind Taten gefragt.

Auch Thomas Gschwind aus dem Umweltministerium des Landes formulierte sein Anliegen deutlich: „Baden-Württemberg muss bei dieser Technologie eine zentrale Rolle spielen.“ Wie das gelingen soll, dazu erarbeitet das Ministerium bis Ende des Jahres eine Roadmap, also eine Art Fahrplan, der ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden soll. Das Angebot von Gschwind: „Wir erarbeiten die ‚Roadmap‘ im Dialog mit den Akteuren. Jetzt ist die Chance, die Anliegen einzubringen.“ Gefragt seien konkrete Maßnahmen.

„Wasserstoff zu verstehen ist gar nicht so schwer“, meinte Leiber. Man müsse sich der Herausforderung eben nur gemeinschaftlich annehmen. Ganz ähnlich formulierte es Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg . „Die Unternehmen sind technologisch gut aufgestellt, deshalb sind die Startbedingungen gut.“ Dennoch müsse man nun Gas geben .

Jürgen Roth, Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen, stellte fest, dass sich in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg eines der wichtigsten Industriecluster im Bundesvergleich befinde – und damit auch eine große Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Hans-Walter Haller, Geschäftsführer der Haller Gruppe, plant im Schulterschluss mit verschiedenen Akteuren sowie dem H2-Verein die Ansiedlung eines „Reallabors Wasserstoff“ auf dem ehemaligen Schlachthof-Areal in Villingen-Schwenningen, das er vor einiger Zeit gekauft hat.