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Freie Wähler erfahren, wo in Schura der Schuh drückt

Trossingen / Lesedauer: 3 min

Die Espachstraße wird wahrscheinlich kommende Woche fertig – Blitzer ist für Trossinger Straße angedacht
Veröffentlicht:30.04.2014, 17:27
Aktualisiert:24.10.2019, 14:00

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Was die Menschen in Schura bewegt, hat im Mittelpunkt gestanden, als sich die Wahlkandidaten der Freien Wähler im Rathaus in Schura zum Gedankenaustausch getroffen haben. Er wolle den Bogen spannen, was gerade aktuell ist, so Ortsvorsteher Dieter Kohler .

Intensiv diskutiert wird in Schura noch immer die Sanierung der Espachstraße. Diese werde aber kommende Woche ein hoffentlich gutes Ende nehmen. Denn dann wird der Feinbelag aufgebracht. Voraussichtlich ab Montag, 5. Mai, wird für drei Tage die Espachstraße komplett bis vor zum Kreisverkehr gesperrt. Der Friedhof sei dann nur noch über den Eschweg anfahrbar. Obwohl es auch heiße Diskussionen gab, spricht Dieter Kohler von einem gelungenen „Beispiel für basisdemokratische Entscheidungsfindung“, da die Bürger bewusst eingebunden wurden. „Insgesamt ist es eine gute Sache, und die Straße wird dann wieder befahrbar sein.“

Das Thema Verkehr habe Schura schon lange auf der Tagesordnung, doch dürfen auch die anderen Straßen, die Lange Straße und die Trossinger Straße , nicht vergessen werden, so der Ortsvorsteher. In der Espachstraße wurde bewusst eine Verkehrsbremse eingebaut. Außerdem ist für die Trossinger Straße die Installierung einer Überwachungsanlage angedacht. Als Standort für den Blitzer favorisiert Ortsvorsteher Kohler die Bushaltestelle, zirka 250 Meter nach dem Ortsschild in Richtung Ortsmitte. Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung seien erschreckend: Mehr als 50 Prozent der Fahrzeuge sind zu schnell unterwegs, Spitzenreiter war ein Autofahrer mit 130 Stundenkilometern.

„Wir werden in Trossingen kritisiert, dass wir eine so teure Messanlage anschaffen, aber so ist es gerechtfertigt als Schutz der Bürger“, so Erster Bürgermeisterstellvertreter Heinz Messner. Es gibt jetzt in Schura noch eine Tempomessung, dann wird sich der Kreistag mit dem Thema befassen. Noch sei aber nichts beschlossen, so Dieter Kohler.

Ein weiteres Thema ist die Dorfentwicklung. Über den Flächennutzungsplan sei es schwierig zu planen. Es sei sehr schwer, Wohn- und Gewerbegebiete auszuweisen Und es gelte zu schauen, wo sich noch Lücken finden, wo es Entwicklungspotential gebe. Um die Bürger mit ins Boot zu holen, wird es im zweiten Halbjahr einen Workshop geben, um Ideen zu sammeln. Außerdem möchte der Ortschaftsrat eine zweiten Ortsbegehung unternehmen.

Und dann wäre da noch der Biber. Das Tier finde in Schura keine idealen Voraussetzungen, weshalb der Biber wandert. Auf der Suche nach Nahrungsquellen staut er den Schönbach immer wieder an einer anderen Stelle. Nun sei aber die Renaturierung in Angriff genommen worden, auf einer kurzen Strecke von 800 bis 1000 Meter, vom Kindergarten bis zur zweiten Brücke in Richtung Durchhausen. „Aber der Biber kann auch im renaturierten Bereich leben.“

Zur Gefängnisdiskussion gibt sich Dieter Kohler sehr bedeckt. „Ich hoffe gar nichts“, sagt er. Auch nicht, dass sich die Tuninger beim Bürgerentscheid am 6. Juli gegen das Gefängnis entscheiden. „Das Thema ist für uns noch nicht vom Tisch“, erklärt er.

Kohlers Dank galt dem Gemeinderat, mit dem das Zusammenspiel sehr gut funktioniere. „Wir sind mit dieser Fusion mehr als 40 Jahre gut gefahren.“ Dann ging es an das Wahlprozedere in Schura. Da vier Wahlen gleichzeitig anstehen, sind im Wahllokal, im Rathaus, auch vier Wahlurnen aufgestellt. Der Europawahl-Stimmzettel kommt blanko, ohne Umschlag, in die Urne, die Stimmzettel für Gemeinderat, Ortschaftsrat und Kreistag bekommt jeder Bürger in den eigenen Briefkasten. Die Schwierigkeit ist dann nur noch, jeden Stimmzettel in den richtigen Umschlag zu stecken.

Stadtrat Gustav Betzler bedankte sich beim Ortsvorsteher, dass alle Themen angesprochen werden konnten und auch Kirchenvertreter anwesend waren. „Wir stellen uns einen fairen Wahlkampf vor, auf Augenhöhe, dass der Friede im Gemeinderat bleibt.“