Handymast

Bürgerinitiative will Gespräch

Trossingen / Lesedauer: 2 min

Bürgerinitiative will Gespräch
Veröffentlicht:12.10.2011, 18:35
Aktualisiert:25.10.2019, 15:00

Von:
Artikel teilen:

Der Streit über den Handymasten in der Trossinger Butschstraße schwelt bereits seit zwei Jahren. Mittlerweile soll der Mast in Betrieb sein. Für Bernhard Scherle und Antje Schmidt ein Unding, gebe es für die technische Anlage doch noch gar keine Nutzungserlaubnis von der Bundesnetzagentur. Kommende Woche wollen die beiden mit weiteren Mitstreitern sich mit Bürgermeister Dr. Clemens Maier treffen, um „das Optimum für beide Seiten zu finden“.

„Wir wollen ja gar nicht, dass es keine Handymasten mehr gibt“, stellt Antje Schmidt gleich zu Beginn im Gespräch mit der Trossinger Zeitung klar. „Wir wollen nur nicht, dass ein solcher Mast innerhalb der Stadt betrieben wird. Die Strahlung gefährdet unsere Gesundheit.“ „In anderen Orten, zum Beispiel in Baiersbronn oder in Schönau funktioniert das auch“, pflichtet ihr Bernhard Scherle bei.

Ob der Mast wirklich in Betrieb ist, daran zweifeln die beiden Butschstraßen-Bewohner. „Wir haben über ein Jahr hinweg Widersprüche gegen die Nutzung eingelegt. Deshalb konnte er so lange nicht angestellt werden“, erklärt Scherle. Mittlerweile sei eine Klage beim Verwaltungsgericht gegen die Nutzung des Mastens am Laufen. „Nach unserem Wissensstand hat die Bundesnetzagentur bisher noch keine Genehmigung für das Anschalten erteilt“, sagt Scherle. „Die Telekom sagt aber, er sei schon seit Herbst 2010 oder seit vergangenem August am Netz. Das wäre dann klar rechtswidrig“, sagt er.

Antje Schmidt wundert sich darüber, „dass die Telekom sagt, dass der Mast läuft, obwohl sie damit auch zugibt, dass sie etwas Unerlaubtes getan hat“. Ganz sicher, ob die Anlage in unmittelbarer Nähe ihres Hauses auch wirklich läuft, ist sich Schmidt nicht. „Da sitzen immer noch Raben drauf. Das würde kein Tier machen, wenn da Strahlung wäre.“

Die Chancen, dass das Verwaltungsgericht zu Gunsten der Bürgerinitiative, also gegen die Betriebserlaubnis des Mastens entscheidet, schätzt Scherle als schlecht ein. „Aber vielleicht gibt es einen formalen Fehler.“ Dieser könnte die Betriebserlaubnis dann zum Kippen bringen.

Dem harten Kern der Mast-Gegner – etwa 20 Personen - geht es nicht allein um die Anlage in der Butschstraße. „Wir wollen generell geklärt wissen, wie Trossingen in Zukunft mit diesem Thema umgehen will“, sagt Schmidt.