Mediathek

Geschichtenerzählerin über vereinsamte Schweine und fiebernde Biber

Primtal / Lesedauer: 3 min

Märchenerzählerin Siegrun Mohrendt unterhält Denkinger Kinder in der Mediathek
Veröffentlicht:27.08.2019, 15:41
Aktualisiert:28.08.2019, 09:58

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Mit großem Engagement bringt sich die Denkinger Mediathek dieses Jahr in das gemeinsame Ferienprogramm mit Aldingen ein. Als fünfter Programmpunkt wurde das musikalische Erzähltheater „Meine Biber haben Fieber“ vorgeführt. Über 30 Kinder und sechs Mütter erlebten mit der Märchenerzählerin Siegrun Mohrendt und der Mediathekleiterin Angelika Koesling in der Scheune des Bürgerhauses einen lustigen und interessanten Ferientag.

Ein Kasten aus Holz stand auf einem Tisch. Zwei Flügeltüren, die sich langsam öffneten, und gleich entstand ein kleines Theater im Raum. Es erschienen Bilder und Geschichten. Gespannt saßen die Kinder vor der kleinen Bühne und lauschten der angenehmen Stimme der Märchenerzählerin Siegrun Mohrendt. Eindrucksvoll und vor allem für die kleineren Kinder gut verständlich führte sie in die Geschichte von Oberförster Sieber ein. Dieser ist erschüttert, denn seine Biber haben Fieber. Und seine Schweine fühlen sich alleine und seine Schnecken haben Flecken. Unglaublich, welche Unpässlichkeiten seine Tiere befallen haben. Der Kinderhit „Meine Biber haben Fieber“ von Wolfgang Hering und Bernd Meyerholz gehörten zu den Höhepunkten des Nachmittags. Antje Bohnstedt hat für das Erzähltheater jede Strophe des Liedes mit den entsprechenden Tieren in Szene gesetzt.

Da gab es noch Mäuse mit Läusen, die Hasen hatten Blasen, die Hummer hatten Kummer, die Schwäne kriegten Zähne, die Eulen hatten Beulen und die Finken mussten hinken. Über jedes Tier wusste die Erzählerin Zusätzliches zu berichten und band die lauschenden Kinder mit Fragen ein, sodass bald ein richtiger Dialog entstand und sie oft den Redeschwall der Kinder bremsen musste. Die einzelnen Liedstrophen musste sie tatsächlich nur einmal vorlesen und die Kinder sangen lautstark mit. Zur Unterstützung wurden verschiedene Klanginstrumente wie Rasseln, Stäbe, Xylophone benutzt.

Anschließend durften die einzelnen Tiere noch mit Buntstiften ausgemalt werden, sodass jedes Kind einige Bilder mit nach Hause nehmen konnte. Als Überraschung spendierte Angelika Koesling noch Eis, was mit großem Hallo begrüßt wurde.

Seit einiger Zeit ist das „Kamishibai-Theater“ fester Bestandteil im zusätzlichen Angebot der Mediathek für Kinder. Siegrun Mohrendt bringt sich hier ehrenamtlich ein. Sie nennt diese Art von Theater als schöne Form der Kommunikation und Vorlesen in der Gemeinschaft mit Kindern.

„Ich habe festgestellt, dass sich Kinder hierauf mit großem Eifer einlassen. Denn wer das Erzähltheater (Kamishibai) einmal erlebt und selbst damit gearbeitet hat, versteht den Zauber, der von dem Medium ausgeht. Die kleinen und auch großen Zuschauer fühlen sich magisch angezogen, wenn in dem hölzernen Kasten kleine Szenen und große Gefühle lebendig werden“. Mohrendt sieht in dieser Art, Geschichten zu erzählen, viele positive Ergebnisse. So kann die Gemeinschaft gestärkt und die Selbstständigkeit der Kinder gefördert werden. Ganzheitliche Sprachförderung kann ermöglicht werden und die Kreativität anregen.