Adventskalender

Rathaus ist großer Adventskalender

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Aktion zur Denkinger 1200-Jahrfeier endet – Viele Vereine und Institutionen beteiligen sich
Veröffentlicht:27.12.2018, 16:56
Aktualisiert:22.10.2019, 13:00

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Das Denkinger Rathaus ist dieses Jahr zu einem großen Adventskalender geworden. Die Fassade des Gebäudes besitzt haargenau 24 Fenster. Anlass war die 1200-Jahrfeier der Gemeinde.

In mehreren Städten werden regelmäßig die Fassaden bestimmter Gebäude zu großen Adventskalendern umfunktioniert. Oft werden die Bilder der einzelnen Fenster von Künstlern gemalt, die von Sponsoren unterstützt werden.

Anders in Denkingen: Die Erzieherinnen der „Kinderburg“ hatten alle 24 Bilder gemalt und die Fenster dekoriert. Bis zum Öffnen waren die Fenster mit Fensterläden geschlossen. Die Verwaltung musste während dieser Zeit ohne Tageslicht auskommen.

Jeden Tag Punkt 18 Uhr wurde das entsprechende Fenster geöffnet und mit einer extra Dekoration angestrahlt. Die Überraschungen, welches Bild jetzt zum Vorschein kommt, war bei den Menschen, die sich auf dem Rathausplatz versammelten, groß. Durchweg kamen adventliche Motive zum Vorschein. An vielen Tagen übernahmen Vereine, Institutionen und auch Privatpersonen die Öffnung des Fensters mit einer Aktion, wobei Lieder gesungen, Musik gemacht wurde und Gedichte und Geschichten vorgelesen wurden.

Das erste Fenster wurde im Rahmen des Adventsmarkts eröffnet. Der katholische Kirchenchor übernahm den dritten Dezember. Auf der Rathaustreppe wurden Kanons zur Adventszeit und mehrstimmige Lieder gesungen. Über die Geschichte der Adventsmaus, die Vorsitzender Franz Maus vorlas, lachten die Zuschauer. Die Grundschule übernahm gleich drei Termine mit dem Barbara-, dem Nikolaus- und dem Luziatag. Mit Lichtertänzen, Liedern und einer Kerzengeschichte gestaltete der Kindergarten St. Paul zwei Abende. Hier erhielten die Besucher ein Licht für zu Hause. Auch die Kinder des Kommunalen Kindergartens erfreuten mit einem Tanz sowie Glühweinstand und Kinderpunsch vor dem Rathaus. Mit Chören und Gedichtvorträgen feierte der Männergesangverein das Öffnen des Fensters am Samstag, 15. Dezember, mit anschließender Bewirtung. Auch die Gemeinderatsfraktionen FB und UB bewirteten nach dem musikalischen Teil die Gäste und konnten so für den Sozialfonds der Gemeinde eine Spende von gut 200 Euro übergeben.

Im Rahmen des Adventskalenders fanden auch Vorträge, ein Hock für die ehrenamtlich tätigen Personen, Kirchenkonzerte und ein Musikkonzert statt. Die Mitglieder des Jahrgangs 1962 übernahmen den letzten Tag mit gemeinsam gesungenen Liedern, Trompetenspiel und einer Weihnachtsgeschichte sowie Bewirtung vor dem Rathaus.

Nach 23 Tagen lautete das allgemeine Fazit des „Ersten Denkinger Adventskalenders“, dass er sich nicht zu verstecken brauche hinter den bekannten Adventskalendern zum Beispiel in Wien oder Gengenbach. Eines ist sicher: die Motive entstanden alle mit viel Liebe von Hobbykünstlern.

Blick in die Historie

Der Ursprung des Adventskalenders lässt sich bis in 19.Jahrhundert zurückverfolgen. Der erste selbst gebastelte Kalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Nach 1920 verbreitete sich der Adventskalender schließlich, deren Fensterchen man öffnen konnte und ein kleines Bildchen sah. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Sehnsucht nach einer heilen Welt ein. Schon 1945 wurden von den Verlagen Adventskalender produziert. Ab 1950 wurde er zum Massenprodukt. Der mit Schokolade gefüllte Kalender kam 1958 in den Handel. Nun waren den Ideen keine Grenzen mehr gesetzt. Dann gab es nicht nur für Kinder Adventskalender, sondern auch für Erwachsene. Oft werden die Kalender von fleißigen Müttern oder Omas in vielen Variationen hergestellt und mit kleinen Geschenken gefüllt.