Jahresende

Beuroner Chor überzeugt zum Jahresende

Beuron / Lesedauer: 3 min

Traditionelles Konzert lockt zahlreiche Besucher in die Klosterkirche
Veröffentlicht:29.12.2019, 18:29

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Das traditionelle Konzert des Beuroner Chores zum Jahresende ist auf große Resonanz gestoßen. Das Konzert war abwechslungsreich und das Programm gekonnt gestaltet, die Klosterkirche bis auf den letzten Platz besetzt. Das Konzert war zudem Anlass, zwei kleine Jubiläen zu feiern: Organist Peter Hastedt begleitet den Beuroner Chor seit 20 Jahren und Hans-Peter Merz leitet ihn seit zehn Jahren.

Den Auftakt des Abends machte Organist Hastedt mit einem französischen Stück von Charles Pineau: Die Orgel klang wie ein feierliches Glockengeläut und stimmte auf den Konzertabend ein. Mit dem anschließenden Choral „Machet die Tore weit“ beeindruckte der Chor und zeigte seine Souveränität. Sehr eindrucksvoll war die Volksweise der Herbergsuche „Wer klopfet an“, das Merz von den Männerstimmen singen und von der Orgel begleiten ließ. In der tiefen Lage hörte man Melodie und Text, der mit großer Präzision und klarer Diktion gesungen wurde, neu. Organist Hastedt erwies sich wieder als kongenialer Begleiter des Beuroner Chors. Sein souveränes Spiel begeisterte.

Bläserensemble beteiligt

Das Bläserensemble der Stadtkapelle Mühlheim unter der Leitung von Antal Fenyvesi bereicherte das Chorkonzert. Vor und nach der Hirtenmesse von Johann Baptist Schiedermayr, das der Chor mit den Solisten sang, bot das Ensemble rein instrumentale Stücke. Mit samtenem Klang, mit strahlenden Stimmen gestalteten sie die Lieder „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, „Ich steh an deiner Krippe“ von Johann Sebastian Bach. Aus dem Weihnachtsoratorium spielten sie zwei Choräle. Merz stand an der Pauke und gab der Musik tiefe Akzente. Sehr gut gelang dem Bläserensemble auch die romantische „Paraphrase über ,Tochter Zion’“ von Alexandre Guilmant.

Der zweite Teil des Konzerts bestand aus bekannten Weihnachtsliedern, die Chorleiter Merz sehr stringent und ansprechend gestaltete. Jede Strophe wurde anders interpretiert: Mal der Chor allein, mal das Solistenquartett, mal die Instrumentalisten und die Orgel. Manche Strophen wurden im Duett oder zusammen mit der Orgel geboten. So deklinierten Chor, Solisten, Bläser und Chor mit Bläsern die vier Strophen von „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“. Die Orgel hatte durchgängig einen anspruchsvollen und glanzvollen Part bei der Gestaltung des Lieds „Der Heiland ist geboren“. Besonders schön wurde das Lied „In dulci jubilo“ mit dem vierstimmigen Männerchor und dem zweistimmigen Frauen-Überchor vorgetragen.

Das Publikum singt mit

Zum Ende des Konzerts wurde auch das Publikum zum Singen eingeladen. Merz hatte das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ eigens bearbeitet: Die erste Strophe sang der Chor, die zweite Tenor und Bass solo und bei der dritten Strophe stimmte das Publikum mit ein. Die Kirche erfüllte sich mit Klang. Der Schlussakkord kulminierte mit dem Lied „O du fröhliche“, das vom Publikum gesungen und von der Orgel begleitet wurde. In der zweiten Strophe kam ein Überchor mit dem Halleluja dazu. In der dritten stimmten die Bläser mit ein. Die Klosterkirche war voller Klang. Als es still geworden war, setzte das große Glockengeläut ein – und mit stehendem Applaus dankte das Publikum dem Chor,