Präzisionstechnik

Heuberger Fans feuern das P&P-Team an

Königsheim / Lesedauer: 3 min

Der Flitzer von Patrick Steuer und Peter Ritter fährt mit Teilen der Firma Aicher
Veröffentlicht:29.06.2012, 15:45
Aktualisiert:25.10.2019, 08:00

Von:
Artikel teilen:

Der vierte Lauf des RCN (Rundstrecken-Challenge Nürburgring) hat kürzlich trotz Dauerregens auch 33 begeisterte Fans vom Heuberg angelockt. Der Grund: Der Bubsheimer Rennfahrer Patrick Steuer , der von der Firma Aicher Präzisionstechnik in Königsheim gesponsert wird, fuhr im Wechsel mit seinem Schweizer Team-Kollegen Peter Ritter um den „Nordeifel-Pokal“ mit. Dass das Team P&P-Motorsport (Patrick&Peter) am Ende nur auf Platz sechs kam, betrübte die beiden ehrgeizigen Fahrer schon, nicht so sehr dagegen die begeisterten Anhänger.

Seit März 2012 ist Aicher auch auf dem Nürburgring „vorne mit dabei“. Denn da wurde die Erfolgs-Partnerschaft zwischen dem 26-jährigen Patrick Steuer und der Aicher-Geschäftsführung aus der Taufe gehoben.

„Als Patrick Anfang des Jahres bei uns anrief, rannte er offene Türen ein“, erzählt Prokuristin Franziska Aicher. Und auch ihrem Ehemann, Geschäftsführer Franz-Karl Aicher, gefiel der Gedanke, dass Fahrzeuge mit Aicher-Teilen auf dem Nürburgring um den Sieg fahren. Das Königsheimer Unternehmen produziert nämlich Schaltstangen für Spitzen-BMWs, und eine davon ist im feuerroten BMW E36 318is Class II von Patrick verbaut.

Wie er zum Rennsport kam, verrät der echte Bubsheimer dem „Heuberger Bote“. „Autoverrückt bin ich schon immer gewesen“, sagt er. Vor ein paar Jahren habe er einmal bei einem Rennen in Neuhausen zugeschaut. Dabei sei ihm das „seltene Auto“ von Peter Ritter aus Engelberg/Schweiz ins Auge gestochen. Ritter habe ihn damit ein paar Runden drehen lassen und festgestellt, dass er gut fahren könne. So seien sie zusammen bei den „Track Days 2009“ erfolgreich gewesen. 2010 seien sie um den Deutschen BMW Slalom Cup gefahren.

Als den beiden auch 2011 der Erfolg treu blieb, fassten sie den Entschluss, in den lizenzierten Motorsport einzusteigen und gründeten ihre Firma „P&P-Motorsport“. Patrick, der als Datenverarbeitungstechniker arbeitet, erwarb seinen roten Flitzer. Dank des „Glücksfalls Aicher“ seien sie ab Jahresbeginn bei den Rennen auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings gestartet. „Es ist eine der härtesten und längsten Rennstrecken der Welt“, erzählt der Bubsheimer. „Jede Runde hat 20,8 Kilometer und 73 Kurven. Die Rundstrecke wird 15-mal durchfahren. Das sind am Ende 320 Kilometer.“

Besonders aufgeregt verfolgten natürliche diejenigen Aicher-Mitarbeiter das Rennen, die besagte Schaltstangen mit eigenen Händen produzieren. Und die Aicher-Azubis freuten sich, dass „ihr Rennfahrer“ in dem Wagen saß, an dem sie zusammen mit Ausbildungsleiter Ralf Borchert gearbeitet hatten: Sie hatten die Fahrwerkseinstellung vorgenommen, ein Gehäuse für die Bremsflüssigkeit und einen genormten Abschlepphaken hergestellt und angebracht sowie ein Gehäuse für die Instrumententafel entworfen.

„Wenn ich einen Wunsch habe, bemühen sich die Aicher-Lehrlinge um eine Lösung genau nach meinen Vorstellungen – das ist toll“, sagt Patrick Steuer begeistert. „Unsere Produkte haben mit Patrick ein Gesicht bekommen. Das gibt der Motivation der Mitarbeiter einen neuen Kick“, freut sich die Aicher-Chefin.

Die Meisterschaft

Die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist das Ziel des ehrgeizigen P&P-Teams mit Patrick Steuer und Peter Ritter und den beiden Technikern Markus Weger und Robert Brieg, dessen Wagen das Logo von Aicher Präzisionstechnik trägt, das sportliche Konterfei des Aicher-Maskottchens MAZZ und der Schriftzug „Mit Aicher zum Ziel“. Neben dem Hauptsponsor Aicher wird Steuer noch von Frech-Drehteile Bubsheim und BAS Armin Bernhard Deilingen gesponsert.