Heimat

Schule ist für viele ein Privileg

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

Klasse 7 der Wilhelmschule spendet an kenianische Schülerin
Veröffentlicht:31.05.2022, 19:36

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Eine kostenlose Schulbildung ist für uns in Deutschland nahezu selbstverständlich. Vielen Schülerinnen und Schülern ist hierzulande gar nicht bewusst, welches große Geschenk dies darstellt. Wie dankbar eine kenianische Familie darüber ist, zumindest eines ihrer Kinder wieder zur Schule schicken zu können, erfuhr Herr Forster in den Osterferien 2022 in Kenia.

Während seiner Reise in das ostafrikanische Land traf er unweit der Hafenstadt Mombasa auf Familie Chimega, die dort in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt. Beide Eltern der Familie sind arbeitslos und ernähren ihre Familie im Rahmen der eigenen Subsistenzwirtschaft. So pflanzt die Familie unter anderem Gemüse und Getreide an und hält eigene Hühner. Die Schulgebühren von umgerechnet 220 Euro pro Jahr kann sie hiervon jedoch für keines ihrer Kinder aufbringen. Ihnen bleibt somit ein Schulabschluss und zugleich auch die Chance auf eine darauf aufbauende Berufsausbildung insgesamt verwehrt.

Für die Familie stellt dies einen Teufelskreis dar, da ein Ausstieg aus der Armut unter diesen Voraussetzungen fast unmöglich wird. Bereits der Anblick ihres Zuhauses macht unmittelbar deutlich, dass eine Unterstützung durch die Wilhelmschule sehr willkommen ist. Dank dem Einsatz der Wilhelmschüler kann die Tochter „Francisca“ nun seit Mai 2022 wieder zur Schule gehen (Klasse 5).

Die Idee, den Teilerlös des an der Wilhelmschule durchgeführten Flohmarkts hierfür solidarisch einzusetzen entstand auch insofern, dass Herr Forster in den Jahren 2014 bis 2016 an der Deutschen Schule in Nairobi unterrichtete. Die schwierigen Lebensbedingungen eines Großteils der dort ansässigen Bevölkerung sind ihm daher bereits vertraut. Knapp die Hälfte aller Menschen lebt dort von weniger als zwei US-Dollar am Tag. Wie es keinen Einzellfall darstellt, so konnte auch Francisca in letzten Monaten leider nicht mehr zur Schule gehen, da auch ihre Eltern die Schulgebühren nicht mehr weiter aufbringen konnten.

Die Schülerinnen und Schüler aus Klassenstufe 7 können auf diese Weise nicht nur erfahren, wie sie durch ihr eigenes Tun etwas Großes bewirken können. Vielmehr bietet es ihnen auch die Gelegenheit, ihre eigene Situation stärker wertzuschätzen und mit den Herausforderungen des Lebens in der „Einen Welt“ vertraut zu werden. Einige Schülerinnen haben bereits den Wunsch geäußert, mit Francisca eventuell auch persönlich Kontakt aufzunehmen.