Sportlerheim

Verein hilft Jugendlichen in Tansania

Geisingen / Lesedauer: 4 min

„Asante Sana Tanzania“ soll Berufsausbildung fördern – 18 Gründungsmitglieder
Veröffentlicht:29.12.2015, 18:06
Aktualisiert:23.10.2019, 20:00

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„Asante Sana Tanzania “, auf deutsch „Vielen Dank Tanzania“, heißt der neue Verein, den die Gemeinde Geisingen registriert. Bei der Gründungsversammlung am Tag vor Heiligabend haben sich rund 20 Interessierte im Sportlerheim eingefunden, um sich über den neuen gemeinnützigen Verein zu informieren.

Tansania ist ein armes Land in Ostafrika. „Vor drei Jahren war ich gemeinsam mit meiner Freundin Isabel Schnekenburger nach dem Abitur für sechs Monate dort. Wir durften in diesem Land in einer Realschule mitarbeiten und an einer Grundschule“, erklärt die Vorsitzende Lena Heidel. „Ausschlaggebend war für unsere Hilfe, als wir erfahren haben, dass die Jugendlichen sich dort das Mittagessen in der Schule nicht leisten können, obwohl ein Essen umgerechnet einen Euro für einen ganzen Monat kostet“, berichtet die 22-jährige Studentin. Auch haben die jungen Menschen dort aus den Töpfen den Ruß gegessen, weil sie so Hunger hatten. „Daher wollten wir unbedingt etwas Nachhaltiges tun für die armen Jugendlichen.“

Spenden sind notwendig

Für die jungen Frauen war daher klar, dass sie helfen wollen. In der Vergangenheit hatten sie dies schon getan. Allerdings wollten viele, die eine Spende gaben, auch eine Bescheinigung dafür und auch sonst gestaltete sich die Zusammenarbeit mit beispielsweise einem Eine-Welt-Laden schwierig, wenn man dafür nicht als Verein auftrete, so die Vereinsgründerinnen.

Somit musste nun ein eingetragener Verein her. „Asante Sana Tanzania e.V.“ möchte nun die Förderung der Jugendhilfe, die Erziehung und die Volks-und Berufsausbildung voranbringen und diese unterstützen. Damit allen Interessierten in Geisingen klar wurde, wie notwendig die Spenden dort gebraucht werden, zeigten die jungen Erwachsenen einen Film, in dem unschwer zu erkennen war, dass die Einwohner Tansanias weit weg vom Wohlstand sind und die Arbeit in Ostafrika körperlich viel anstrengender ist als hierzulande.

Im Moment betreibt der Verein drei Projekte: Bei allen liegt der Hauptschwerpunkt bei den Kindern. Die Essensausgabe in der Schule soll weiter fortgeführt und die Essensqualität gesteigert werden. „Zum zweiten Projekt haben wir Kalender hergestellt, deren Erlös auch den Jugendlichen in Tansania zu Gute kommt für einfache und alltägliche Schulmaterialien wie Stifte, Papier und Uniformen“, beschreibt Lena Heidel , angehende Grundschullehrerin, das Projekt. Ebenso arbeiten dort ein Pastor und Lehrer, der eine weitere Bildungsstätte errichten lässt.

Ganz wichtig für den Verein ist, dass nicht nur ganz gewöhnlich gespendet werden soll, sondern gerade die Jugendlichen in Tansania, denen die Hilfe zu Gute kommt, sollen dafür etwas leisten. Gut verdeutlichen lässt sich das an dem Kalender. Dort haben die Mädchen und Jungen selbst Bilder gemalt mit den wenigen Hilfsmitteln, die sie haben. Die Verantwortlichen des Vereins haben diese gemalten Bilder in Kombination mit Landschaftsimpressionen aus Ostafrika herstellen lassen. „Hilfe zur Selbsthilfe lautet unser Motto für das Projekt. Wir wollen das nicht von oben herab machen, sondern das ist ein Projekt, das auf Gegenseitigkeit beruhen soll und bei dem wir zusammenarbeiten möchten“, betont Lena Heidel.

In Tansania haben die Vereinsverantwortlichen einen Gastvater als Ansprechpartner. „Wir stehen mit diesem täglich per Whatsapp im Austausch. Er schickt uns Bilder und wir kommunizieren ständig. Daher garantieren wir auch, dass all’ das Spendengeld direkt dort beim Gastvater landet, der das Geld sinnvoll und zuverlässig in die Jugendhilfe und die Förderung der Schulen investiert“, so Heidel abschließend.

Verein im Januar offiziell

Der neue Verein hat 18 Gründungsmitglieder. Vorsitzende ist Lena Heidel, ihre Stellvertreterin Sandra Maier. Finanzvorstand ist Isabel Schnekenburger und das Amt des Schriftführers übernimmt Tanja Schnekenburger. Heidrun Hog-Heidel, Brigitte Schnekenburger und Martin Furthmüller bilden die Beisitzer. Der Verein muss noch bis zum 1. Januar warten, um ins Vereinsregister des Amtsgericht Stuttgart eingetragen zu werden, ehe er offiziell als Verein anerkannt ist.

Die Kalender können Interessenten unter der E-Mailadresse [email protected] für zwölf Euro bestellen. Eine Webseite über den Verein mit Informationen und Bildern aus Tansania ist bereits in Arbeit.