Autounfall

18-Jährige stirbt bei Autounfall – Mutmaßlicher Verursacher fährt einfach weiter

Bad Waldsee / Lesedauer: 3 min

Nach einem Überholmanöver ist eine Frau tot, ein Mann und zwei Kinder schwer verletzt. Das Auto, das den Unfall wohl verursacht hat, ist einfach weitergefahren. Jetzt fahndet die Polizei.
Veröffentlicht:01.08.2022, 09:04
Aktualisiert:01.08.2022, 16:17

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Ein schrecklicher Verkehrsunfall hat sich am Sonntag gegen 20.30 Uhr auf der L300 zwischen Haisterkirch und Bad Waldsee ereignet. Eine 18-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.

Laut Polizeibericht war ein riskantes Überholmanöver der Grund für den folgenschweren Unfall. Ein zunächst unbekannter Autofahrer überholte auf einem geraden Streckenabschnitt gleich drei vor ihm fahrende Autos. Dabei hat er wohl einen entgegenkommenden Opel Vectra eines 34-Jährigen übersehen, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht. Der 34-Jährige musste voll auf die Bremse stehen, um eine frontale Kollision zu verhindern. Der Überholer scherte gerade so vor der Kolonne wieder ein und fuhr in Richtung Bad Waldsee davon. Der Vectra geriert durch die Vollbremsung gleichwohl ins Schlingern, kam auf die Gegenfahrbahn und prallte dort in den vordersten Wagen der drei überholten Autos. Es war ein Toyota , der von einer 18-Jährigen gefahren wurde.

Zwei Menschen in Auto eingeklemmt

Durch die Wucht des Aufpralls kam der Toyota von der Straße ab und überschlug sich. Die 18-jährige Fahrerin und ihr 19-jähriger Beifahrer wurden im Fahrzeug eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Der 19-jährige Beifahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Für die junge Waldseerin kam jede Hilfe zu spät. Sie erlitt durch den Unfall so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb.

Der Vectra prallte nach der Kollision mit dem Toyota außerdem noch gegen ein zweites Auto, das hinter dem Toyota fuhr. Es war ein Opel Meriva an dessen Steuer ein 23-jähriger Mann saß. Der 23-Jährige und ein 24-jähriger Mitfahrer wurden leicht verletzt. Der 34-jährige Fahrer des Vectra wurde bei dem Unfallgeschehen schwer verletzt. In seinem Auto fuhren zwei Mädchen mit – sieben und acht Jahre alt. Die beiden Kinder erlitten ebenfalls lebensgefährliche Verletzungen.

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image00013 (Foto: David Pichler)

Die insgesamt sechs Verletzten wurden vom Rettungsdienst in unterschiedliche Krankenhäuser gebracht und dort medizinisch versorgt. Neben einem Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften waren auch drei Rettungshubschrauber am Unfallort im Einsatz.

Gerüchte, wonach Unfallverursacher gefasst sein soll

Nach dem unbekannten Autofahrer, der nach dem gefährlichen Überholmanöver einfach weiter fuhr, fahndet die Polizei intensiv. Obgleich am Montagmorgen erste Gerüchte in Bad Waldsee aufkamen, wonach der Fahrer gefasst worden sein soll, konnte die Polizei das nicht bestätigen. „Wir können die Ergreifung oder Ermittlung eines Unfallverursachers leider noch nicht bestätigen. Die Ermittlungen zum Unfallverursacher sind derzeit im Gange“, erklärte eine Polizeisprecherin auf SZ-Nachfrage.

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image00019 (Foto: David Pichler)

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ravensburg ist zur Bewertung des Unfalls ein Gutachter eingeschaltet worden. Insgesamt entstanden durch die Kollisionen Totalschäden von rund 17 000 Euro an allen drei Fahrzeugen. Die Landesstraße war während der Unfallaufnahme für längere Zeit gesperrt.

Alle Abteilungen der Feuerwehr waren bei dem Verkehrsunfall im Einsatz. Insgesamt rund 40 Feuerwehrangehörige waren gefordert. Im Anschluss an den belastenden Unfall wurde ihnen eine psychologische Nachbesprechung mit den Notfallseelsorgern der Feuerwehr angeboten.